Der Geschichtenerzähler - es ist nicht von mir die Rede! (Schmunzeln)

Der Geschichtenerzähler - es ist nicht von mir die Rede! (Schmunzeln)

Fotoquelle: N24.de

Fernsehen bildet. Immer, wenn der Fernseher an ist, gehe ich in ein anderes Zimmer und lese. Groucho Marx
Ihr Lieben,
heute möchte ich Euch die Geschichte eines unbekannten Autors erzählen:
"Der Geschichtenerzähler"
"Ein paar Monate bevor ich geboren wurde, begegnete mein Vater einem Fremden, der neu in der Stadt war. Vom ersten Moment an war mein Vater völlig fasziniert von diesem Fremden und brachte ihn mit zu uns nach Hause.
Irgendwie ergab es sich so, dass er einfach bei uns blieb. Er wurde schnell von allen Familienmitgliedern akzeptiert und war natürlich auch zur Stelle, um mich neuen Einbürger einige Wochen später zu begrüßen.
Während ich aufwuchs, stellte ich seine Anwesenheit in unserem Haus nie infrage . Für mich hatte jedes Familienmitglied seine eigene Kategorie. Mein Bruder Bill, der fünf Jahre älter war als ich, war mein Vorbild. Meine jüngere Schwester Frannie gab mir Gelegenheit, mich als großer Bruder aufzuführen und jemanden zu ärgern. Meine Eltern waren meine Lehrer und Helden.
Aber der Fremde war der Geschichtenerzähler. Er konnte die tollsten Storys auspacken und hatte ein endloses Repertoire an Abenteuern, Geheimnissen und spaßigen Ereignissen. Er konnte unsere ganze Familie stundenlang in seinen Bann ziehen.
Wenn ich etwas über Politik, Geschichte oder Wissenschaft wissen wollte, konnte er es mir sagen. Er kannte die Vergangenheit, begriff die Gegenwart und konnte anscheinend auch in die Zukunft sehen.
Die Bilder, die er heraufbeschwor, waren so lebensecht, dass ich manchmal lachte oder weinte, wenn er erzählte.
Er war für unsere Familie wie ein Freund. Er nahm Papa, Bill und mich zu unserem ersten großen Baseballspiel mit. Er ermöglichte es uns, so manchen Kinofilm zu sehen und stellte uns sogar große Filmstars wie John Wayne ganz persönlich vor.
Der Fremde war ein erstklassiger Unterhalter und fesselte die Aufmerksamkeit aller Anwesenden. Meinen Vater schien das nicht zu stören, aber meine Mutter stand manchmal auf und ging hinaus, während wir anderen wie gebannt einer seiner Geschichten aus fernen Welten lauschten.
Eigentlich hatte mein Vater recht eindeutige moralische Grundsätze. Aber der Fremde sah offenbar nie einen Anlass, sie zu respektieren. Zum Beispiel waren schmutzige Ausdrücke in unserem Haus nicht erlaubt. Der Fremde aber benutzte immer wieder schlimme Wörter, die meine Ohren zum Brennen brachten und meinen Vater zusammenzucken ließen.
Doch meines Wissens wurde er deshalb nie zur Rede gestellt oder des Hauses verwiesen. Mein Vater wollte auch keinen größeren Mengen Alkohol im Haus haben.
Doch der Fremde schien zu denken, dass wir ein bisschen Auflockerung brauchen konnten und zeigte uns andere Lebensweisen. Oft ging es in seinen Geschichten um Bier, Partys und Besäufnisse.
Er ließ auch das Rauchen verlockend erscheinen. Zigarrenraucher waren männlich und Pfeifenraucher distinguiert. Er sprach sehr offen und häufig über Sex. Seine Kommentare waren manchmal ganz anzüglich, manchmal suggestiv und im Großen und Ganzen ziemlich unverschämt. Ich weiß heute, dass meine frühen Ansichten zu Beziehungen zwischen Mann und Frau sehr stark von ihm geprägt waren.
Mehr als 30 Jahre sind vergangen, seit der Fremde bei uns eingezogen ist.
Mein Vater ist längst nicht mehr so begeistert von ihm wie früher, aber wenn man ins Wohnzimmer meiner Eltern kommt, hockt er immer noch da in der Ecke und wartet darauf, dass ihm jemand Aufmerksamkeit schenkt.
Wie er heißt?
Wir nannten ihn immer Fernseher."
Ihr Lieben,
wenn ich morgens so gegen 6.30 Uhr aufstehe, dann kann ich besonders in der dunklen Jahreszeit am Wochenende die Fernseher blau leuchten sehen in den gegenüberliegenden Häuser. Die kleinen Kinder der jungen Familien, die keine Lust mehr haben, zu schlafen, hocken sich bereits ganz früh morgens vor den Fernseher.
Kaum ist mittags oder am frühen Nachmittag die Schule aus, sieht man die Fernseher wieder leuchten und wenn ich gegen 22.30 Uhr ins Bett gehe, leuchten sie noch immer.
Damit wir uns nicht missverstehen:
Ich habe nichts gegen das Fernsehgucken. Ich selber schaue gerne Natursendungen oder Sendungen, in denen über den Kampf gegen sexuellen Missbrauch von Kindern berichtet wird.
Entscheidend ist für mich etwas anderes:
Das Fernsehen darf nicht unseren ganzen Tagesablauf bestimmen, wir müssen das Fernsehen beherrschen.
Ich habe eine liebe Person in meiner Verwandtschaft, die ist so fernsehsüchtig, sie schaut bis morgens 4 Uhr Fernsehen und glaubt, nichts verpassen zu dürfen.
Ein guter Bekannter von mir schaut schon am frügen Vormittag Kindersendungen, um, wie er sagt, Bescheid zu wissen, was seine Enkel sich im Fernsehen anschauen.
Jeder Mensch muss sich selber entscheiden, wie er mit dem Fernsehen umgeht.
Jder Erwachsene aber, der Kinder und Enkelkinder hat, sollte sich klar machen, dass er eine große Verantwortung für seine Kinder und Enkelkinder hat und dass er gerade in diesem Bereich ein großes Vorbild für seine Kinder und Enkelkinder ist.Vor allem sollte das Fernsehen nicht dazu dienen, die Kinder und Enkelkinder auf bequeme Art und Weise zu beschäftigen.
Es ist für die Kinder und Enkelkinder viel hilfreicher, wenn wir uns die Zeit nehmen und mit ihnen spielen oder etwas unternehmen.
Erlaubt mir noch ein Wort dazu, dass heute viele Kinder einen eigenen Fernseher in ihrem Zimmer haben. Das wird dann damit erklärt, dass dann die Eltern und die Kinder, jeder für sich, ungestört das Fernsehprogramm gucken kann, was er möchte.

Ich halte das für eine große Gefahr.

Zum einen bekommen wir so nicht mehr mit, was unsere Kinder und Enkelkinder im Fernsehen schauen. Andererseits bricht die Familie in vielen Fällen ganz auseinander, weil die Familie nicht einmal mehr beim Fernsehen zusammen ist.

Ihr Lieben,
ich wünsche Euch heute einen fröhlichen Tag mit Zeit für Eure Kinder und Enkelkinder und ich grüße Euch alle ganz herzlich
Euer fröhlicher Werner

Der Geschichtenerzähler - es ist nicht von mir die Rede! (Schmunzeln)

Das Foto wurde von Karin Heringshausen zur Verfügung gestellt


wallpaper-1019588
Knieschmerzen: Was sind die Ursachen und welche Behandlung hilft?
wallpaper-1019588
Review: Penguin Highway [Blu-ray]
wallpaper-1019588
Spiele-Review: Little Town Hero [Nintendo Switch]
wallpaper-1019588
[Manhua] Biaoren – Die Klingen der Wächter [3]