Der Angriff...



SIRUMALAI GEBIRGE in PANDYA (INDIEN)Montag, 02.11.1187
Meine Füße tun mir so weh! Wir versinken im modrigen schlammigen Grund – der starke Regen macht unsere Aufgabe sicherlich nicht leichter! Der Nebel wird dichter. Die kleinen Bäche haben einen trüben Braunton angenommen, sodass man nicht erblicken kann, was einen erwartet wenn man die Füße darin eintaucht. Vorsichtig kämpfen wir uns durch das schwere Gelände - müssen auf Wurzeln aufpassen, also ob die riesigen Banyan-Bäume, stellvertretend für Shiva, uns am Voranschreiten hindern wollten. Unser Blick wird trüb, unsere Gedanken stumpf. Der erdige moosige Geruch dringt in unsere Nasen. Wann erreichen wir unser Ziel? Existiert es überhaupt? Oder haben wir uns das Licht nur eingebildet. Kann es sein, dass wir alle nur einen kollektiven Traum gehabt haben? Nein! So etwas gibt es nicht!   Bharat und Sudhir wurden plötzlich unruhig – sie schauten nervös um sich herum. Mein Vater und ich folgten den Blicken der Beiden, konnten aber nichts erkennen im Dickicht aus Büschen und Farn. Trotzdem hat mich das Gefühl übermannt, dass wir hier nicht alleine sind, das uns irgendjemand oder irgendetwas beobachtet. Wir blieben einen Wimpernschlag regungslos stehen – es war so, als wäre die Zeit kurzweilig angehalten worden. Keine tropfen fielen mehr auf unsere durchnässten Häupter, kein Vogel hat uns mit seinem Gesang unterhalten, nicht ein Laut war zu hören – es war Totenstill.   Dann plötzlich, wie aus dem nichts, ertönte ein lautes Fauchen hinter uns. Mit einem einzigen Satz schoss ein schwarz-rot-goldenes Ding und hat meinen Vater hinterrücks zu Boden gerissen. Die beiden Feiglinge von Hilfsarbeitern sind schreiend weggelaufen – „Der Dämon! Der Dämon!“ haben sie gerufen. Nur ich bin geblieben – mein erster Gedanke: ‚Lauf weg so schnell Du kannst Vinay!‘ Ich würde es sicherlich machen, wenn ich‘s könnte – doch es ging nicht, ich blieb wie erstarrt stehen - meine Füße zitterten unkontrolliert. Die Angst hatte mich fest in ihrer Gewalt.    Dann blickte ich auf meinen Vater, der verzweifelt mit dem Dämon gerungen hat. Doch…es war kein Dämon! Es war ein …Königstiger! Ohne darüber nachzudenken griff ich nach dem Dolch, den mir damals mein Großvater geschenkt hat. Ich stürzte mich schreiend auf den Tiger und stach zu…wie oft und wie lange? Ich weiß es nicht mehr! Ich weiß nur eins – er ließ ab und ging leblos zu Boden. Der Dschungel hat seine Seele wieder aufgenommen und ließ seinen wuchtigen Körper zurück.   Mein Vater lag eine gefühlte Ewigkeit regungslos am Boden – seine Schulter war voller Blut. Dann sah ich, dass er atmet und sich langsam bewegt. Ein Stein von der Größe des Himalaya Gebirges fiel mir blitzartig vom Herzen! Ich umarmte Ihn und er mich. Zum Glück hat der leichte Brustpanzer schlimmeres verhindert und der Tiger sich nicht im Kopf oder Hals verbissen. Die tatsächlichen Verletzungen waren nur ein Klacks im Vergleich zu dem, was hätte passieren können.   „Was machen wir mit ihm“ fragte ich, nachdem die Aufregung abgeklungen ist.   „Er ist zu schön um ihn hier zurückzulassen, mein Sohn“ sprach er und zog seinen Dolch aus der Scheide…

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