Der Alltagsgestalter

Der AlltagsgestalterHarte Auseinandersetzungen um Grundsatzfragen, schier überschäumende Emotionen, fetzige Slogans, gewagte Plakate und ein stimmungsvoller Straßenwahlkampf, zu dem die Menschenmassen trotz strömenden Regens pilgern wie früher zu Blasmusikkonzerten an Sonntagnachmittagen - selten zuvor wurde die Auseinandersetzung um den Oberbürgermeistersessel einer mitteldeutschen Großstadt mit so viel Energie und Einsatz geführt wie in diesem Jahr. Es geht um Grundsatzfragen, es geht ums Überleben Europas als Kontinent, um den Schuldenpakt und die "klare Kante" (Peer Steinbrück) für eine Finanzmarktbesteuerung.
Und Swen Knöchel, nur echt mit W, mischt mittendrin mit, getragen von einer großen Geschichte. Mit 19 ging der OB-Kandidat, den die kulturkritischer PPQ-Reihe "Wahl als Qual" heute vorstellt, in die PDS, mit 32 der Wechsel in die Linkspartei, mit 35 dann der Eintritt in Die Linke – der linke Kandidat zur Oberbürgermeisterwahl in Halle an der Saale hatte im Leben schon einiges politisch bewegt, ehe er Politiker wurde.
Swen Knöchel kann deshalb auch mit gesundem Selbstbewusstsein versprechen, dass er im Falle eines Wahlsieges bereit steht, die Alltagssorgen der Hallenser um eine ordentliche Lebensführung sofort zu beseitigen: „Warum selbst leben – lassen Sie mich ihren Alltag gestalten“ bietet er denen an, die nicht klar kommen in unserer immer komplizierteren Welt mit Schweinegerippe und Rauchverbot, Schuldenkrise und Gammelfleisch.
Eine echte Alternative zu den anderen Kandidaten etablierter Parteien, denn der ausgebildete MSR-Techniker hat profunde Erfahrungen mit finanziellem Mißmanagement aus seiner Zeit als Prüfer beim beim Finanzamt. Zum heißen Anwärter auf das Oberbürgermeisteramt arbeitete er sich mühevoll und über Jahre hinauf: Er war erst sachkundiger Einwohner im Stadtrat, dann Fachmann im Rechnungsprüfungsausschuss, schließlich wurde er Chef der Linken in der Stadt und übernahm dann auch einen Sitz in Stadt- und Landtag.
Auch Swen Knöchel steht für sehr konkrete Inhalte, für ein Mehr an Kampf gegen, eine Erhöhung der Gerechtigkeit bei gleichzeitigem Schuldenabbau nicht zuungunsten der Armen und ein städtisches Zusammenleben, das alle einbindet wie früher. Keine leeren Versprechen, keine Plattitüden, keine Ostalgie, sondern konkrete Pläne, das ist es, was auch dieser Kandidat seinen Wählerinnen und Wählern anzubieten hat.
In der nächsten Folge der PPQ-Wahlkampfserie: Ein Mann, der kann.

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Hilfe, ich habe Mundgeruch!