Den Kapitalismus in seinem Lauf…

„Wirtschaft.Wachstum.Wohlstand.“ So ist der Jahreswirtschaftsbericht 2012 des Politbüros des Zentralkommitees Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie überschrieben. „Vorwärts immer, rückwärts nimmer!“ wäre auch schön gewesen, gewählt wurde als Untertitel stattdessen: „Vertrauen stärken – Chancen eröffnen – mit Europa stetig wachsen“. Passend zum todsicheren Timing: die Weltbank erläuterte zeitgleich die glänzenden Wachstumsaussichten Europas.

Von treffsicherer Klarheit auch das Titelbild: der „Deutschland-Achter“ der Frauen auf leicht unruhigem Wasser unter einer Europa-Flagge. ? Ironische Anspielung auf die chronische Unterrepräsentierung des weiblichen Geschlechts in den Führungsetagen? Oder versteckte Warnung: der Dampfer machts nicht mehr, an die Riemen!? Na, wenigstens kein Kreuzfahrtschiff…

Der Meister der prägnanten Metapher Günter Mittag Philipp Rösler sagte bei der Vorstellung des Berichts, Deutschland sei und bleibe Anker für Stabilität und Wachstum in Europa. Ah. Der Frauenachter auf der Flucht?

„Von Rezession kann überhaupt nicht die Rede sein, im Gegenteil“

Beim planmäßig fortschreitenden Aufbau der marktkonformen Demokratie wird es allerallerhöchstens eine klitzekleine Winterdelle geben. Und nächstes Jahr dann schon wieder richtig dolle viel Wachstum. Versprochen!
Wer das Wachstum vorantreibt? Wir, ausschließlich. Das verantwortliche Verhalten der Tarifpartner zahlt sich jetzt nämlich aus. Sprich: der reale Lohnverzicht der Gewerkschaften. Das kurbelt den Konsum wahnsinnig an und macht uns robust. Wahrscheinlich gegen die kriegstreiberischen, aber historisch zum Scheitern verurteilten Störmanöver des griechischen Volkes.

„Deutschland hat in den zurückliegenden Jahren erfolgreich sein System der Grundsicherung für Arbeitsuchende und Arbeitsförderung reformiert, die Arbeitsvermittlung effizienter gestaltet, die Einstiegshürden durch die Öffnung flexibler Beschäftigungsformen gesenkt und die Funktionsfähigkeit des Arbeitsmarktes insgesamt gestärkt.“ Die Repräsentanten des Volkes demonstrieren mit herzlichem Humor ihre Verbundenheit mit den werktätigen Massen, wenngleich Worte der Mahnung nicht ungehört verhallen dürfen: „Dazu gehört, die Bereitschaft der Menschen weiter zu fördern, eine Beschäftigung anzunehmen.“

Ausführlich geht unsere glorreiche Regierung  auch auf ihre wachstumsorientierte Finanzpolitik ein. Über mehrere Seiten ist der unermüdliche Einsatz der Partei- und Staatsführung zur Stabilisierung der erfolgreichen Währungs- und Finanzordnung im Schulterschluß mit den Bruderstaaten des Rates für Gegenseitige Wirtschaftshilfe der Europäischen Union dokumentiert. In eindrucksvoller Weise belegen die historischen Erfolge der Führung unseres Arbeiter- und Bauernstaates im Kampf gegen die imperialistischen Aggressoren die Überlegenheit der sozialistischen Volkswirtschaft sozialen Marktwirtschaft.

Schattenwirtschaft ruft die Werktätigen dazu auf, die vorausschauende erfolgreiche Friedenspolitik der Bundesregierung zu unterstützen. Mein Arbeitsplatz, mein Kampfplatz für die Marktwirtschaft! Kauft mehr Werkzeugmaschinen! In jede Wohnung gehört ein Reinstraum! Lastkraftwagen als Drittauto für alle! Vorwärts zur Übererfüllung des Konsumplanes mit friedlichen Mitteln! Alles für das Wohl des Volkes!

P.S.: Die Bundesregierung bittet, im Interesse des dialektischen Materialismus die Sparguthaben unangetastet zu lassen.



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