Democracy is Hypocrisy oder Guter Terrorist, böser Terrorist

Von Muslimstern


Über die Heuchelei und Doppelmoral der westlichen Außenpolitik wurde in den letzten Jahren so viel geschrieben, dass es schon überflüssig erscheint hierfür noch Zeit und Energie zu investieren. Und geändert hat sich seit dem auch nichts. Es stellt sich daher die Frage, was besorgniserregender ist; die Unmündigkeit und Paralysierung der Menschen oder die Hypocrisy der westlichen Außenpolitik.
Was muss in einem Menschen vorgehen, der Unrecht zulässt und darüber schweigt? Und was muss in einem Menschen vorgehen, der das Unrecht erkannt hat, aber ihn als Recht deklariert?

In den letzten Tagen kritisiert die westlich-deutsche Politiklandschaft vermehrt die Türkei für die Bombardierungen der PKK-Stellungen in Syrien. Erklärt aber im gleichen Atemzug die Bombardierungen der IS-Stellungen für gut.

Abgesehen davon, dass es einem Land, das wegen den beiden Weltkriegen über 100 Millionen Menschenleben auf dem Gewissen hat, nicht gebührt mit dem moralischen Zeigefinger auf andere zu zeigen, ist es schon sehr heuchlerisch die Bombardierung der einen Terrorgruppe als schlecht und die der anderen Terrorgruppe als gut zu bezeichnen.

Gibt es denn eine gute und eine schlechte Terrorgruppe? Warum ist die gute Terrorgruppe gut? Und wenn sie gut ist, warum ist sie dann eine Terrorgruppe? Ist Terror gut?

Mit diesen Fragen muss sich die Politik und Gesellschaft auseinandersetzen. Entweder ist Terrorismus und somit auch eine Terrororganisation gut oder schlecht. Beides kann sie nicht sein. Oder doch?

Tatsächlich denken diejenigen, die hinter verschlossen Türen Pläne schmieden nicht in den Kategorien von Gut und Böse.
Die Frage die sie sich meist stellen lautet: “Wie können wir aus der gegebenen Situation den größtmöglichen Nutzen ziehen, um langfristig wirtschaftlich und geopolitisch zu profitieren?”.

Die Moral dient diesen Meschen nicht als Maßstab nach denen sie urteilen und handeln, sondern als ein Propaganda-Instrument womit sie das Volk manipulieren und lenken können.
Als Paradebeispiel hierfür kann die “Brutkastenlüge” herangezogen werden.

“Als Brutkastenlüge wird die über längere Zeit als wahre Tatsache verbreitete Lügengeschichte bezeichnet, irakische Soldaten hätten bei der Invasion Kuwaits im August 1990, dem Beginn des Zweiten Golfkriegs, kuwaitische Frühgeborene getötet, indem sie sie aus ihren Brutkästen rissen und auf dem Boden sterben ließen. Sie hatte großen Einfluss auf die öffentliche Debatte über die Notwendigkeit eines militärischen Eingreifens zugunsten Kuwaits und wurde unter anderem vom damaligen US-Präsidenten George H. W. Bush und von Menschenrechtsorganisationen vielfach zitiert. Erst nach der US-geführten militärischen Intervention zur Befreiung Kuwaits stellte sich die Geschichte als Erfindung der amerikanischen PR-Agentur Hill & Knowlton heraus”.[1]

Wer also die Außenpolitik des westlichen Länder verstehen will, der muss die Dimensionen verstehen, in denen die Politiker denken und Pläne schmieden.
Die “Mujahideen” in Afghanistan waren im Westen als die “guten und tapferen Soldaten Gottes” bekannt, als sie gegen die Sowjetunion gekämpft haben. Später waren sie “die bösen Terroristen”, als sie gegen die USA gekämpft haben.

Genauso verhält es sich mit Al-Qaida, PKK, IS, Al-Nusra, Taliban, IRA, Lord Resistance Army und vielen andere Gruppierungen, die in kriegerische Auseinandersetzungen verwickelt sind oder waren. Die Frage, ob sie die guten oder die bösen sind, hängt also nur davon ab, wo und gegen wenn sie ihre Waffen erheben.

by Khwarizmi