De dicto

"Aber etwas Bescheidenheit und Verzicht könnten in dieser Funktion nicht schaden. Vor allem aber würden diese Eigenschaften eines bringen: Glaubwürdigkeit!"
- Dirk Hoeren, BILD-Zeitung vom 30. Juli 2010 -
Zum Gesagten sei angemerkt: Man beliebt zu scherzen im Hause Springer - ein schaler Witz muß das sein: anders läßt sich Hoerens Aussage nicht erklärbar machen. Von Glaubwürdigkeit schreibt er! Alleine das ist auf den Seiten der BILD ja eine besonders kühne Wortwahl, denn man schreibt nicht gerne von dem, was auf jenem Papier von jeher garantiert nicht zu finden ist - diese Glaubwürdigkeit überdies in Verbindung mit den LINKEN zu setzen: sowas hat man dort jedoch noch nicht gesehen! Das hat es ja noch nie gegeben! Hoeren als Imageberater für vorgebliche Kommunisten - werdet bescheiden, predigt er wie ein Mitglied des Ordens der Minderen Brüder, werdet bescheiden, damit man euch glaubt! Über Askese zum richtigen Glauben!, tönt es fast franziskanisch aus der BILD-Redaktion.

Ja und dann? Was wäre dann los, wenn sie bescheidener würden, die LINKEN? Glaubte die BILD dann dieser Partei? Glaubwürdigkeit: dass man nicht lacht! Kennt man ja von Lafontaine; auch ihm hat man Reichtum unterstellt - vermutlich war und ist er wirklich kein armer Schlucker, aber muß man Hungerleider sein, damit man gegen den Hunger ist? Sowas scheint sich bei der BILD niemand vorstellen zu können, weil man dort erst gegen etwas ist, wenn man selbst davon betroffen wird - davor gähnende Leere, hielt man es mit Wilhelm Busch: wat geiht meck dat an?, fragte man da desinteressiert. Glaubwürdigkeitsdebatte: da sind alle sonst geltenden Gelehrtheiten außer Kraft gesetzt. Denn hadert man als Habenichts mit der sozialen Schieflage, dann heizt man gefährliche Neiddebatten an. Aber auf Klaus Ernst, auf Lafontaine oder auf Wagenknechts Hummer neidisch zu sein: das ist kein Neid, das ist oberste Bürgerpflicht - für BILD, aber auch für die Konsorten; bei letzteren nur etwas "kultivierter" arrangiert.
Es gibt Parteien, die werden nie glaubwürdig, egal was sie tun. Sicher, die FDP gehörte dazu, wenn man sie mit dem gesunden Menschenverstand beäugte. Aber der ist bei den Minderbrüdern im Axel-Springer-Hochhaus leider unpässlich. Ist ein LINKER besser betucht, dann ist er gierig - ist ein LINKER allerdings weniger reich, dann unterstellt man ihm, er täte alles dafür, bald besser betucht zu sein. Arm oder reich ist daher völlig unwesentlich für Hoeren, glaubwürdig wird die LINKE für ihn niemals, egal was sie tut oder nicht tut. Während Vertreter anderer Parteien, man ziehe als adäquates Beispiel nur mal Herrn Westerwelle heran, ein ganzes Handbuch an Nebentätigkeiten aufweisen können, stürzt sich Hoeren auf Klaus Ernst, rechnet dabei die Kostenpauschale für Mitarbeiter- und Bürokosten in Gehalt um, damit am Ende auch so ein richtig reicher Sack dabei rumkommt.
Werdet abermals glaubwürdig, ihr LINKEN, werdet ärmer: wenn ihr es dann seid, so schriebe Hoeren und dekuvrierte die BILD wütend von eurem heuchlerischen Coup, bei dem ihr euch als Mittellose ausgebt, als Stadtstreicher des Parlaments, nur um am vollen Säckel der Reichen ritzen zu dürfen, von denen ihr euren pekuniären Karrierismus abzweigen wollt. Wölfe im Schafspelz, würde Hoeren obendrein schreiben, geben sich als arme Schlucker aus, sind es ohnehin nicht und wollen nur noch reicher werden. Glaubwürdig sind SED-Kommunisten nur, wenn sie die Mittel der Hinterlist nutzen - BILD weiß das aus jahrelanger und reichhaltiger Erfahrung auf dem Gebiet der Kommunistenhatz. Der Kommunist, der was auf sich hält, so weiß Hoeren aus sicherer Quelle, der täuscht, belügt, überlistet - nur wenn er das tut, ist er wirklich glaubwürdig, nur dann kann man ihm glauben, dass man ihm nicht glauben kann: und genau von solchen Glaubwürdigkeiten will Hoeren und sein Brotgeber berichten! Ein sozialistischer Politiker, der seinen Besitz nicht verbirgt: der irritiert Leute wie Hoeren nur - so ein Verhalten ist den Westerwelles vorbehalten...

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