De dicto

"Jetzt sind Sie gefordert, Frau Bundeskanzlerin: Damit 6,5 Millionen Hartz-IV-Empfänger nicht noch länger auf ihr Geld warten müssen. [...] Und am Ende muss die Kanzlerin den gordischen Knoten beim Hartz-IV-Gesetz durchschlagen."
- Marion von Welser, BILD-Zeitung vom 9. Februar 2011 -
Zum Gesagten sei angemerkt: Dass jemand wie von Welser, die jahrelang ein Frauenjournal im ZDF leitete, dem Fetisch der Eierstöcke frönt - jenem feministischen Dogma also, wonach man einen zur Wahl stehenden Menschen schon deshalb wählen sollte, weil er Eierstöcke in sich trägt -, das ist nur die eine Geschmacksnote des Miefs, in dem das steckt, was einst über den Feminismus zur Emanzipation geraten sollte. Das Gezerre um sechs Euro zu einem Durchschlagen des gordischen Knotens zu verklären, aus Angela der Biederen eine Alexandra die Große zu machen: das ist schon eine tolldreiste Vernebelungsaktion!

Wobei wir schon bei der anderen stinkenden Note des Miefs sind: emanzipierte Frauen, Produkte eines ehemals berechtigten, später extremistisch ausufernden Feminismus, entblöden sich heute immer weniger, mit Machtpositionen konform zu gehen, opportun zu reinen Wirtschaftsinteressen zu stehen. Feminismus und Kapital sind eine Symbiose eingegangen - Schwarzer und ihre Entourage waren, wenn überhaupt, nur kurzzeitige Befreier, die in eine andere Knechtschaft führten: von der Obhut des Mannes hinüber in die Dienerschaft fürs Kapital. Statt anzuklagen, dass das Geschacher um einige Euro die ganze Lächerlichkeit der Volksparteien und ihrer kleinparteilichen Anhängsel unterstreicht, werden die kärglich im Raum stehenden Summen (die Koalition hält an den fünf Euro von von der Leyens Rechenkünsten fest; die Opposition will sechs Euro zusätzlich) zu großzügigen Zuschlägen gekürt.

Der Fortschritt des Feminismus war, dass er aus Abhängigkeiten führte, um in andere Abhängigkeiten zu geleiten. Und er machte blind: Menschen seien demnach alleine daher unterstützenswert, weil sie Frau sind; Schwarzer votierte einst für Merkel, weil da endlich eine Frau zur Wahl stand - unreflektierter Eierstockfetischismus ist das! Die Zeilen von Welsers sind keine Kampfschrift, sie atmen keine Boshaftigkeit, sind wahrscheinlich besonders gut und besonders fürsorglich gemeint: aber daran kranken die gar jämmerlich, die heute besonders emanzipiert auftreten, diese ganze elitäre Frauenschaft von Schwarzer bis Schröder, von Merkel bis hin zu von der Leyen. Sie haben sich die Positionen einer an sich fortschrittlichen Denkweise herausgegriffen und sie mit den herrschenden Machtverhältnissen verbandelt. Sie meinen es ja gut mit der Kindern und Bedürftigen - dass sie dabei weibliche Marionetten in Männeranzügen mit Damenzuschnitt sind, merken sie gar nicht mehr. Hauptsache der Kanzler hat Eierstöcke und darf als starker Mann auftreten!


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