de Botton, Alain: Der Lauf der Liebe

Rezension Alain de Botton - Der Lauf der Liebe

Klappentext:

Ein fesselndes Plädoyer für das WAGNIS DER LIEBE. Am Anfang ist jede Liebe leicht. Wie aber geht es mit ihr weiter? Wie gelingt es, zu zweit das Glück zu finden? In seinem neuen Roman durchleuchtet Alain de Botton gnadenlos, aber einfühlsam die Liebesgeschichte von Rabih und Kirsten. Die Wahl der Ikea-Gläser, das Kennenlernen der Schwiegereltern, die Frage, ob die Butter tatsächlich im Kühlschrank stehen soll - all das gibt Anlass für die größten Dramen. Und so wie de Botton mit seinem berühmten Scharfblick erzählt, erkennen wir jene Strukturen der Liebe, die uns allen gleichermaßen Glück und Leid bereiten.

de Botton, Alain: Der Lauf der Liebe Meinung:

Liebesromane enden ja normalerweise da, wo das Paar sich findet. Alain de Botton aber geht mit diesem Werk noch weiter und er erzählt hier nicht nur, wie Kirsten und Rabih sich kennen und lieben lernen, sondern auch, das was danach kommt. Er zeigt die Höhen und Tiefen einer Beziehung und Ehe auf, die Zeiten wenn Kinder dazukommen und die Sehnsüchte und Gefahren, wenn der Alltag sich einstellt. Durchsetzt ist der Roman immer wieder mit eigenen Statements und Erkenntnissen des Autors.

Alain de Bottons Helden sind ganz normale Menschen mit alltäglichen Problemen, Gefühlen und Bedürfnissen. Kirsten und Rabih stehen in diesem Buch Pate für einige Eigenschaften und Emotionen, die jeder so schon einmal in der einen oder anderen Form bei sich oder anderen beobachten durfte. Beide wirken verletzlich, haben Ecken und Kanten, aber auch liebenswerte Eigenschaften. Und somit kann man sich als Leser gut mit Ihnen identifizieren. Da der Fokus hauptsächlich auf ihnen liegt, bleiben die Nebenfiguren eher etwas außen vor uns setzen nur einen passenden Rahmen für Kirsten und Rabihs Geschichte.

Der Autor hat einen angenehmen Schreibstil, den Barbara von Bechtolsheim sehr schön übersetzt hat. Die Geschichte berührt und trifft einen sehr. Allerdings kann ich nicht jeder These, die der Autor hier anspricht, so vorbehaltslos zustimmen. Natürlich hat de Botton hier einige sehr interessante Theorien, ist manchmal unbequem und trifft oft einen Nerv, alles aber so unterstreichen, wie er es hier präsentiert, würde ich nicht. Auf jeden Fall regt die Geschichte zum Nachdenken und Diskutieren an. Und zeigt außerdem, dass zu einer Beziehung auch dunkle Tage gehören und es viel Mut erfordert, den Weg gemeinsam zu gehen.

Unterteilt ist das Buch in fünf Teile, die einzelnen Kapitel haben eine moderate Länge und dank der flüssigen Erzählweise bleibt man gut im Lesefluss. Die Geschichte wird in der dritten Person erzählt und die Sichtweise wechselt sich zwischen Rabih und Kirsten ab, wobei ich aber den Eindruck hatte, dass man insgesamt mehr über Rabihs Gefühlwelt erfährt, als über Kirstens.

Fazit:

Der Lauf der Liebe ist eine interessante, manchmal unbequeme Geschichte, die den einen oder anderen Nerv trifft und viel Stoff zum Nachdenken bietet. Zwar konnte ich nicht jede These des Autors in der genannten Weise unterstützen, trotzdem hat die Geschichte mich sehr berührt und gezeigt, wieviel Mut es benötigt, einen gemeinsamen Lebensweg zu bestreiten.

Von mir gibt es 4 von 5 Punkten. de Botton, Alain: Der Lauf der Liebe Preis

Gebunden: 20,00 Euro
eBook: 17,99 Euro

Verlag: S. Fischer Verlage
ISBN: 978-3-10-002443-5
Seitenzahl: 288
Übersetzer: Barbara von Bechtolsheim

Quelle: http://www.fischerverlage.de/buch/der_lauf_der_liebe/9783100024435

Vielen Dank an die S. Fischer Verlage für das Rezensionsexemplar.

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