Day of silence

Erstellt am 31. März 2014 von Taxihofer @taxihofer

Weckruf. Nur Klingeln heute, keine Konversation. Der Butler ist instruiert. Und nimmt seinen Job ernst. Day of Silence. Frühstück auf der Terrasse. Wie immer. Nur schweigend. Ich habe geträumt, mein Taxi wäre aufgegabelt und auf Bambusgestängen vor dem Bundeshaus vorgeführt worden. Ich hätte Ave gerne gefragt, was das zu bedeuten habe. Nichts, würde sie sagen. Der Butler sagt auch nichts. Stattdessen nimmt er seinen Block hervor, kritzelt, ENJOY YOUR BREAKFAST. Danach Ayurveda Massage. Ganz schön mutig, wenn Einsprachen tabu sind. Auf dem Weg in den Wellness-Tempel begegnet uns der Butler. Wieder zückt er seinen Block, ENJOY YOUR TREATMENT. Grosses Kino, drei D. Ayurveda hat unser drittes Auge aktiviert. Schweigen belebt die Sinne, und schärft die Wahrnehmung. Auch für das Gegenüber. Schweigeminute. Unverschämt laut ist er, der Wasserfall beim Pool. Ohne ihn wäre die Stille wohl schwerer auszuhalten. Und mit einem Menschen, den man schlecht kennt, auch. Ave und ich sind ein eingespieltes Team. Pas de deux. Kühles Bier nach dem Mittag, ohne Worte. Tiefpunkt. Reden heisst, Gedanken und Bedürfnisse zu teilen, und Schnittmengen zu bilden. Im besten Fall. Vielleicht ganz gut, mal zu schweigen, wo Reden alltäglich ist. Dämone vertreiben. Die Balinesen schweigen bis zum morgigen Sonnenaufgang. Ave und ich haben uns auf heute Abend, 18 Uhr, geeinigt. Gongschlag zur Happy Hour. Pina Colada trinken und reden wie der Wasserfall. LOOKING FORWARD, schreibt Ave auf einen Zettel. Wir lächeln uns vielsagend an. Happy new year.

Image: Taxi Hofer