Das Trüffelschwein auf Gottes dunklen Pfaden – Rezension

Von Berlinerbande @berlinerbande

Für Stefan M. Fischer durfte ich bereits “Den Teufel am Hals” rezensieren und habe mich sehr gefreut, als er mich fragte, ob ich Lust hätte, seinen neuen Kurzkrimi zu lesen. Wenn ich gewußt hätte, was mich da erwartet…

Das Trüffelschwein auf Gottes dunklen Pfaden
76 Seiten
ISBN 10: 1494783290
ISBN 13: 978-1494783297


Klappentext:
Der Mittvierziger Horst-Johann Doblinger gründete die Detektei ‚Das Trüffelschwein‘, um dem Hartz4 zu entfliehen. Neben seiner Arbeit steht er auf Damen jenseits der sechzig, den FC Bayern und seine Secondhand-Gummipuppe ‚Franziska Beckenbauer‘.

Sein erster größerer Fall führt ihn auf Gottes dunkle Pfade. Pfarrer Max Dominikus erhält immer wieder mysteriöse Botschaften, die im Zusammenhang mit gestohlenen Marien-Statuen stehen. Doblinger ahnt dabei noch nicht, dass das mehr mit ihm zu tun hat, als ihm lieb sein kann.

Der Autor:
Stefan M. Fischer fand erst mit 21 Jahren durch den Tod seiner Mutter seine Liebe zum Geschichten erzählen. Anfangs war Schreiben für ihn eine Art Therapie. Mittlerweile ist es ihm eine Herzensangelegenheit. Und so schreibt er auch häufig das, was ihm am Herzen liegt. Und weil ihm vieles am Herzen liegt – Gesellschaft, Psychologie, Fantasie, Mystery, Komödie, Tragik – lassen sich seine Arbeiten nicht in spezielle Genres verpacken. In allem schreibt er aus der Seele. Wichtig ist ihm, sich treu zu bleiben. Egal, wie schwierig sich das auch gestalten mag.
–> Homepage von Stefan M. Fischer <–


Rezension:
Ich gestehe: ich habe mich verliebt!
In geballte 130 Kilo pure Lebens- und Fleischeslust, die von der Haarwurzel bis in den kleinen Zeh den selbsternannten Privatdetektiv (“irgendwie muss man ja von Hatz IV wegkommen”) Horst-Johann Doblinger (sein Künstlername natürlich) durchströmt.

Dabei stört auch kaum, dass seine Sexphanatsien  und der Versuch, diese doch nun endlich nicht nur bei seinen gummiartigen Gespielinnen (die für mich sehr, also wirklich sehr befremdliche Namen haben), sondern auch bei den älteren (eher alten) Damen (oder doch Opfern) auszuleben, ein sehr eigenständiges (und teilweise verwirrendes) Ausmaß annehmen (die Mischung aus Bondage , Gesichtsmasken, Peitschen, Viagra und Boxershorts, aus dem wabbelnde Massen strömen, hat dann aber trotzdem was. Schließlich ist es ja das Trüffelschwein).

Ein cleveres Kerlchen ist H.-J. allemal: als großer Krimi- und Miss Marpel-Fan beschließt er (Ohne jedes Vorwissen, denn wer braucht das schon, wenn man so toll ist wie er?), eine Detektei zu gründen: “Das Trüffelschwein”. Und nicht nur das: um ein Arbeitszimmer von der Steuer absetzen zu können, gibt er kurzerhand die Anschrift seiner (wundervoll beschriebenen) Mutter an. Leider erweist sich diese Idee dann doch nicht als so klug: da die Wohnung der (unwissenden) Mutter nicht die reinlichste ist und die Klienten des Schnüfflers “etwas” erstaunt über dieses “Büro” sind. Außerdem mischt sich Mama immer wieder ungefragt in das Trüffelschweinleben ein und bombardiert den armen Kleinen mit Lebensweisheiten und Enkelschweinchenwünschen (außerdem ist der DJ Ötzi-Mama-Klingelton des Handys echt nervig).

Doch Glück hat dieser Mann auf jeden Fall: gleich zwei spektakuläre (zumindest in seinen Augen) Fälle gilt es zu lösen und die große Liebe (ebenfalls 130 Kilo schwer) zu finden (und irgendwie ans Bett zu fesseln). Dass er dabei über Dinge stolpert, die er lieber unberührt gelassen hätte, läßt sich (zum Glück, denn herrlich witzig beschrieben) nicht vermeiden. Denn wer kann schon damit rechnen, dass der ansässige Priester von den Illuminati bedroht und ein liebestoller Kater eine so entscheidende Rolle in seinem Drivatdetektivleben spielen würde!

Stefan M. Fischer schafft es immer wieder, das (in jedes nur erdenklich vorhandene Fettnäpfchen tretende) Trüffelschweinchen von Seite zu Seite sympathischer werden zu lassen. Und das auf eine skurrile, witzige Art, dass ich hier am Liebsten ein Zitat nach dem Anderen bringen würde. Da es sich bei der Krimi-Komödie aber um eine sehr Kurze (75 Seiten Schmunzel- und Lachatacken pur) handelt, unterlasse ich dieses und empfehle einfach nur den Kauf des Buches!

Also bitte: in Zukunft mehr vom Trüffelschwein(chen) Horst-Johann Doblinger!