Das Stockholm Oktavo von Karen Engelmann

Und noch eine Rezension, ich bin ja heute richtig fleißig *grins*
Gelesen: Das Stockholm Oktavo von Karen Engelmann

Eckdaten

Titel: Das Stockholm Oktavo Autorin: Karen Engelmann Format: Hardcover, 507 Seiten Verlag: Hoffmann und Campe; Februar 2013 Genre: Historischer Roman ISBN: 978-3455403893 Euro (D): 22.99 bei Amazon

Inhalt

Stockholm 1789. Europa ist in Aufruhr. In Frankreich wütet die Revolution. Noch ahnt König Gustav III. von Schweden nicht, dass auch seine Tage gezählt sind. In seinem engsten Umfeld werden arglistig Allianzen geschmiedet. Gustavs Vertraute, die Kartenlegerin Sofia, versucht alles, um seine Zukunft zu retten, doch sie hat eine mächtige Rivalin. Bei der Seherin und Kartenlegerin Sofia Sparv gehen die Mächtigen des Landes ein und aus. Umso überraschter ist der einfache Beamte Emil Larsson, als Sofia ihn auswählt, um ihm ein Oktavo zu legen: acht Karten, die für acht Personen aus seinem Umfeld stehen und sein Schicksal maßgeblich beeinflussen. Etwa Baroness Uzanne, die die Sprache der Fächer perfekt beherrscht und sie geschickt einsetzt, um ihre Gegner auszuschalten; oder die Kräuterkundige Johanna, die auf gefährliche Abwege gerät, oder aber der passionierte Fächerhersteller Nordin, der unwillentlich zum Spielball der Baroness wird. Das Oktavo ruft sie alle auf den Plan, doch wer steht auf welcher Seite? Wer paktiert mit wem? Larsson merkt erst allmählich, dass es in seinem Oktavo nicht nur um seine eigene Zukunft geht, sondern um die eines ganzen Königreiches.

Meine Meinung

Der Klappentext hat mich fast magisch angezogen, denn einen so gestrickten, historischen Roman habe ich noch nie gelesen und war daher unglaublich neugierig, was mich wohl erwarten würde. Die ersten 150 Seiten war ich sehr angetan, aber dann wurde die Euphorie mit jeder Seite weniger, bis ich am Schluss das Buch ziemlich gelangweilt weggelegt habe. Warum das so ist, versuche ich jetzt mal zu erklären, es wird also keine Inhalt-Figuren-Fazit-Rezension, das als kleine Vorwarnung.
Wie gesagt, der Stoff ist einfach klasse. Das Buch spielt in einer interessanten Zeit, an einem ausgefallenen Ort (sonst bekommt man es ja immer mit Frankreich und ähnlichem zu tun) und wartet mit ein paar ganz besonderen Elementen auf. Dass das Kartenlegen so ausschweifend behandelt wird und auch mit tollen Illustrationen versehen wurde, fand ich absolut außergewöhnlich und empfinde es als einen gewaltigen Pluspunkt für das Buch, denn es hebt es dadurch definitiv von der Masse an historischen Romanen ab. Das Problem an der Sache war für meinen Geschmack aber, dass es relativ schnell seinen Reiz verliert. Ich fand es zwar toll, wie detailverliebt Karen Engelmann das Kartenlegen erzählt hat, aber manche Stellen waren einfach dann so gedehnt, dass sie einfach nur noch öde waren. Interessant ist auch die Sache mit den Fächern - nicht, dass ich mich jetzt extrem dafür interessieren würde, aber die Autorin hat dieses kleine Element so geschickt eingebaut und wusste auch hier wieder, dem Leser eine ihm vielleicht gänzlich unbekannte Sache, spannend näher zu bringen. Auch der gesamte Schreibstil des Buches und die detailreiche, lebendige Atmosphäre, haben mir durchweg gefallen und stellen wieder einen Pluspunkt dar.
Was veranlasst mich jetzt aber dazu, nach diesen lobenden Tönen doch nur drei Sterne zu geben? Grundsätzlich fehlt mir ab einem gewissen "Wendepunkt" einfach die Spannung. Am Anfang ist man noch gefesselt von den vielen neuen Eindrücken, die auf einen einströmen (Karten legen, Fächer, Atmosphäre, usw.), aber dann verliert die Geschichte zunehmend an Fahrt und an Reiz. Es ist mir zunehmend schwerer gefallen, der Geschichte zu folgen und ich habe wirklich mit jeder Seite ein Stück meiner Leselust verloren - das war ca. nach einem Drittel des Buches. Was mich am Anfang noch gefesselt hat, wurde eintönig und endete manchmal sogar in seitenlangem Geschwafel. Ich finde es wirklich schade, dass ich das Buch nicht besser bewerten kann, aber dafür fehlen mir einfach zu viele Dinge oder es sind mir zu viele negative Dinge auf Dauer aufgefallen.

Bewertung

Trotzdem möchte ich niemandem, und schon gar nicht eingefleischten "Histo-Fans", von diesem Buch abraten, denn es ist wirklich eine kleine Perle unter den tausenden, ewig gleichen Romanen, auch wenn es seine Schwachstellen hat. Irgendwann werde ich dem Buch sicherlich eine zweite Chance geben!
3 Punkte
Gelesen: Das Stockholm Oktavo von Karen Engelmann


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