Das Rentier in der Küche von Britta Wulf – Eine verliebte Rezension

Von Sabienes @sabienes

Frau Sabienes sagt

Das Rentier in der Küche – Eine deutsch-sibirische Liebe

Die Fernsehjournalistin Britta Wulf fährt mit einem Filmteam nach Sibirien, um dort am Baikalsee über das geheimnisvolle Volk der Ewenken zu berichten.
Eine Reportage mit Folgen! Denn sie verliebt sich dort in Anatoli, den einheimischen Guide.
Zurück in Berlin entwickelt sich zwischen den beiden eine etwas schwierige Korrespondenz per Skype, Telefon und SMS, bis sie im August wieder ins Flugzeug nach Irkutsk steigt. Als sie diesen Mann wiedersieht, wird ihr klar, dass nun die Liebe ihres Lebens vor ihr steht.
Aber eine Fernbeziehung zu einem Menschen in Sibirien aufrecht zu erhalten, ist nicht leicht. Eine Distanz von 8.000 Kilometern kann man nicht so einfach überbrücken, dazu braucht man Zeit und Geld.
Und Anatoli selbst hat ganz eigene Probleme, wie sie bei einem weiteren Besuch im Winter feststellen muss.

Britta Wulf

Britta Wulf kam 1964 in Potsdam zur Welt. Sie studierte dort an der Filmhochschule und arbeitet seither als Fernsehjournalistin und Regisseurin. Frau Wulf lebt heute in der Nähe von Berlin.

Das Rentier in der Küche – Meine Meinung

Eine etablierte Frau aus der Stadt verliebt sich in der Wildniss in einen kernigen Naturburschen … Das sind so die Geschichten, die nicht nur etliche Romanautoren schreiben, sondern manchmal auch das Leben. Aber wie sollte frau in einem solchen Fall reagieren? Wie können zwei Menschen, die sich offensichtlich sehr zugeneigt sind, aber eine unterschiedliche Sozialisierung und immense Sprachprobleme haben, eine Zukunft gestalten?
Wenn dann irgendwann mal die erste Verliebtheit einem alltäglichen Pragmatismus weicht – wie löst man die Probleme?
Meine Oma, meine Mutter hätten mir vehement von einem solchen Versuch abgeraten,  Britta Wulf aber lässt sich auf dieses Abenteuer ein. Was kann sie verlieren? Vielleicht Zeit und Geld und im schlimmsten Fall einen schönen Traum. Gewinnen tut sie aber auf jeden Fall. Denn sie hat sich wohl nicht nur in Anatoli verliebt, sondern auch in dieses fremde Land östlich des Urals. Und unter Umständen scheint uns dieser Teil der Erde fast exotischer, als das Gebiet der Massai in Afrika.

Ist es euch schon mal passiert, dass ihr an einen fremden Ort kommt und spontan zu der Überzeugung gelangt, dass ihr eine ganz besondere Beziehung zu dieser Region und zu den Menschen habt? So ging es wohl auch der Autorin. Und wenn man die vielen Fotos in dem Buch betrachtet, kann man erahnen, welchen Reiz diese zauberhafte Landschaft auf sie ausgeübt hat.

Dies alles zusammen mach „Das Rentier in der Küche“ nicht nur zu einer sensiblen und ehrlichen Beschreibung einer Liebesgeschichte, wir finden hier auch einen kleinen Abenteuerroman und eine ganz wunderbare Reiseerzählung.

Im Epilog erzählt die Autorin, dass die Geschichte eine Fortsetzung haben wird und ich hoffe, dass sie auch diese mit uns teilt.

Egal, wie sie ausgeht.

Bibliografisches:

  • Titel: Das Renntier in der Küche
  • Autor: Britta Wulf
  • Taschenbuch: 224 Seiten
  • Verlag: Solibro Verlag; Auflage: 1., Originalausgabe (4. Oktober 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3960790155
  • Preis: 14,99 € (Kindle), 18,00 € (Taschenbuch)
  • Amazonlink

Mit dieser Rezension beteilige ich mich an Daggis Buchchallenge 2016, Aufgabe 30: Lese ein Buch, mit dessen Autor oder Autorin Du in Kontakt stehst (pers. getroffen, Betaleser, per Facebookprofil o.ä.)

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