Das Relikt: Gepäckaufgabe

Weiß zufällig jemand, ob es diesen praktischen Gepäcktransport bei der Bahn noch gibt? Sie wissen schon: Samsonite & Co. gehen vor einem selbst auf die Reise nach Irgendwo und kommen, so Gott und die Bahn es wollen, spätestens gegen Mitte des Urlaubes in Woauchimmer an. Das sorgt für interessante erste Ferientage, fördert die Kommunikation mit Einheimischen, vor allem aber mit dem Gepäckausgabepersonal und dem Apotheker, der als Ersthelfer den Nervenzusammenbruch beheben muss.

Das mir aus früheren Zeiten bekannte Kofferabliefern am Bahnhof hat also nicht nur unterhaltende Aspekte, sondern auch bandscheibenerhaltende. Sozusagen als kostenlosen Mehrwert zieht man sich auch noch die tiefe Dankbarkeit der Mitreisenden im Zug zu, wenn man im ICE nicht etwa die Gänge mit Schrankkoffern verstellt, sondern sich lediglich mit einem Taschenbuch und er Fahrkarte sowie zwofuffzig für einen Kaffee bewaffnet auf den Sitz fallen lässt.

Schleppen fällt flach, somit auch Nervenklemmer, die sich bei der Balz am Strand störend auswirken könnten. Warum, wenn doch die Gepäckaufgabe so viele Vorteile hat, plagen wir und dann noch immer (oder wieder?) mit Trolleykoffertaschenrucksacklawinen in definitiv dafür nicht ausgelegten Schnellzügen herum?