Das MIT strunzt mit einem selbstfahrendem Dreirad

PEV_MITIch kann es bald nicht mehr hören. Besonders Universitäten und Autobauer nutzen ja jede Gelegenheit, sich in der Öffentlichkeit mit angeblich innovativen Entwicklungen in die Medien zu drängen, von denen zu viele entweder Schnee von gestern sind oder aber für deren geringen Innovationsgrad man sich mit Größenordnungen wie Nano, Piko oder Femto beschäftigen sollte.

Bei den Unis sind es dann die Pressestellen, die ihren eigenen Mist dann in höchsten Tönen loben und immer wieder aus Mücken Elefanten machen. Bei denen ist der Grund klar: Sie wollen auf der einen Seite mehr Forschungsgelder von der Politik und auf der anderen Seite damit belegen, daß die schon ergaunertenhaltenen Gelder gut angelegt waren.

Mich hat diese Selbstbeweihräucherung dermaßen abgetörnt, immer wieder Schnee von gestern als das Neueste von heute darstellen zu müssen, dass ich einen gut bezahlten Job als Redakteur bei ingenieur.de, bei dem ich viele Artikel zu diesem Unsinn schreiben musste, vor einem Jahr gekündigt habe.

Sogar Institute wie das bekannte und geachtete Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambride, Massachusetts helfen inzwischen, dies unsinnige und unangemessene Eigenlob immer salonfähiger zu machen.

Diese Technische Hochschule hat nämlich gerade ein autonomes Fahrzeug als Dreirad konstruiert, wie man in der Online-Ausgabe der Technology Review („Autonomes E-Dreirad soll Pakete ausliefern“) nachlesen kann. Das Dreirad fährt mit rasanten 20 Stundenkilometern und trägt die hochtrabende Bezeichnung „Persuasive Electric Vehicle“ (PEV – überzeugendes Elektrofahrzeug) – und überzeugen kann es mich in keiner Weise.

Elektro-Dreirad Toyota i-Road kommt Serienproduktion näherFahrzeuge bauen können andere durchaus besser – auch Dreiräder wie das i-Road von Toyota. Autonomes Fahren kann Google am besten, deren Fahrzeuge sieht man in Kalifornien schon lange auf öffentlichen Straßen. Last not least: Die Fahrzeuge von BMW (und allen anderen) sind schneller als 20 Stundenkilometer…

Wenn ich dann noch lese, dass das MIT-Dreirad statt Personen auch Pakete befördern kann, fallen mir sofort die lächerlichen „Tests“ der Paketzustellung mit Drohnen von Amazon und der Deutschen Post ein, die immer wieder werbewirksam inszeniert werden.

Ich sollte vielleicht mal auf den Marktplatz gehen, wo sich alles was Rang und Namen bei den Zustellern hat, vormittags trifft – von UPS über DLS und DHL bis Hermes. Wenn ich dann ein fahrerloses Dreirad mit vielen Paketen drauf da stehen sehe, kann ich ja mal schauen, ob ein passendes Weihnachtsgeschenk für mich dabei ist…


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