Das Kreuz in der Kaaba

Kaaba, Foto: Basil D Soufi (CC BY-NC-SA 3.0)

Kaaba, Foto: Basil D Soufi (CC BY-NC-SA 3.0)

Widerstand gegen die (katho­li­sche) Kirche kommt in Öster­reich nicht nur von Religionskritikern und kri­ti­schen Kirchenmitgliedern. Am schärfs­ten ist der Gegenwind von der eso­te­ri­schen Seite. Dort möch­ten einige einen Volksaufstand gegen die Kirchenhierarche her­bei­re­den. Mit skur­ri­len Argumenten. Ein Gedächtnisprotokoll.

Ein lauer Frühlingsabend im Schanigarten eines Wiener Kaffeehauses in Ottakring. Es nähert sich ein Bekannter. „Kann es sein, dass ich dich im Fernsehen gese­hen hab, mit dem Volksbegehren?“ Breites, freund­li­ches Lächeln. „Ich hab mei­ner Freundin gesagt, den kenn ich doch.“

Eitelkeit ist mir nicht fremd. Die Wahrheit nur wenig bie­gend, sage ich stolz: „Ja“. (Zu den Initiatoren des Volksgehrens gegen Kirchenprivilegien gehörte ich ja nicht. Allerdings lie­ferte das von mir und Carsten Frerk geschrie­bene Buch: „Gottes Werk und unser Beitrag etli­che Impulse für seine Kampagne und wurde des öfte­ren in einem Atemzug mit dem Volksbegehren erwähnt.)

Der Bekannte hat mir Wichtiges mit­zu­tei­len. Dem Freund, der neben mir sitzt, auch. Ein Punkt, sagt er, sei ganz wich­tig. Den müsse man ver­mit­teln. Das werde „das Volk“ zum Widerstand gegen die Kirche auf­rei­zen – so die Zusammenfassung des minu­ten­lan­gen Monologs mit auf­ge­reg­ter Stimme. Der Bekannte hat offen­bar etwas zu sagen. Er hat seine Berufung gefun­den.

Es beginnt eine halb­stün­dige Predigt, ange­trie­ben vom Feuer der eige­nen Erkenntnis. Unterbrochen wird der Monolog von ver­ein­zel­ten Fragen und ver­zwei­fel­ten, nicht ein­mal igno­rier­ten, Versuchen, die Sache etwas abzu­kür­zen.

„Die Kirche lügt die Menschen an. Die schickt die Leute immer zum Anbeten des Kreuzes und ver­schweigt ihnen dabei, dass sie dem dia­bo­li­schen Prinzip hul­di­gen. Sie hul­di­gen näm­lich dem Guten und zugleich dem Bösen. Das ist bei der Kirche so. Das war in ihrer gan­zen Geschichte so. Da hat es ja diese spi­ri­tu­el­len Menschen gege­ben, die viel Gutes getan haben, die hat es immer gege­ben. Und gleich­zei­tig hat die Kirche so viel Böses ange­rich­tet, sie hat so viele Leute umbrin­gen las­sen und Kriege geführt. Das ist das dia­bo­li­sche Prinzip. Das wird schon dadurch deut­lich, dass die Leute dem Kreuz hul­di­gen.

Wisst Ihr, warum der Papst unfehl­bar ist? Das ist ganz ein­fach. Weil die Kirche ja dem dia­bo­li­schen Prinzip hul­digt. Damit dient sie sowohl dem Guten und dem Schlechten und da ist es ja ganz klar, dass der Papst dann unfehl­bar ist, wenn er beide Teile des mensch­li­chen Wesens bedient.

Bei des Moslems ist es ja das Gleiche. Wenn sie um die Kaaba gehen, glau­ben sie, dass sie ihrem Gott hul­di­gen. Sie wis­sen aber nicht, dass sie dem Materiellen hul­di­gen. Die wer­den betro­gen. Das ist genau das glei­che wie beim Kreuz. Das ist ja das glei­che Symbol. Weil, wenn man so einen Würfel aus­ein­an­der­klappt, was kriegt man dann? Dann kriegt man ein Kreuz. Da kommt ein Kreuz her­aus, wenn man die Kaaba aus­ein­an­der­klappt. Darum ist das ja das glei­che, das weiß ja nie­mand. Beides steht für das mate­ri­elle Prinzip und das ist das Diabolische.

Ein Kreuz ohne irgend­was drauf, das geht ja noch. Das steht für das mate­ri­elle Prinzip, für die Materie. Was aber wirk­lich per­vers ist, wenn sie den Jesus (stets in eng­li­scher Aussprache, Anm.) dran­na­geln. Der steht ja für die reine Liebe, der steht für das Spirituelle, das Geistige. Da wird also die reine Liebe an die Materie gena­gelt. Das geht nicht, das ist ja Betrug an den Menschen. Und ja, der Jesus, der steht für die Liebe. Man sollte den Menschen vor­schla­gen, dass sie dem Jesus das Gesicht vom Sohn oder von der Tochter zum Beispiel geben, die bei einem Unfall ums Leben gekom­men sind. Wie würde es denen gehen, wenn sie dann das Kreuz anschauen müss­ten, und dann sehen sie immer den gelieb­ten Menschen? Das würde ja kei­ner aus­hal­ten.

Wisst Ihr, warum wir die zwei Seiten haben? Das ist ja ganz klar: Unser Planet hat immer nur zur Hälfte Licht. Da ist immer Tag und Nacht, das ist Licht und Schatten. Und wie das oben ist, so ist das unten. Darum gibt es bei uns auch das Geistige und das Materielle, Gut und Böse. Auf ande­ren Planeten ist immer nur Licht, wie das auch beim Christus war, beim Jesus. Das ist ja der Gegensatz zum Eckigen, zum Materiellen, das ist das Licht. Das sieht man schon an dem, was Plato von der Höhle erzählt hat. Das haben schon die alten Griechen gewusst.“

Es folgt ein mehr­mi­nü­ti­ger Ausflug in Sphären höhe­rer Erkenntnis. Den Beobachtern fällt die Teilhabe aus Mangel an Eingeweihtheit natur­ge­mäß schwer, ent­spre­chend dif­fus fällt die Erinnerung aus. Nur, dass Sokrates in die­sem Zusammenhang erwähnt wird, ist erin­ner­lich.

„Das sind Lichtgestalten, die von die­sen ande­ren Planeten kom­men. Die haben diese mate­ri­elle Seite nicht, die­ses Diabolische. Und darum sol­len wir uns bemü­hen. Dafür steht auch der Jesus. Wie kann man den nur ans Kreuz nageln, das ja für die Materie steht, für das Böse in uns?“

Wenn man das den Leuten klar­ma­chen kann, was sie da über 2.000 Jahre lang gemacht haben, dass die Kirche sie betro­gen hat, dass sie das dia­bo­li­sche Prinzip ange­be­tet haben, dann steht das Volk auf gegen die Kirche. Das weiß ja nie­mand, das ver­schweigt man den Leuten. Dann gibt es keine Kirche mehr. Darum finde ich Eure Initiative so super, aber das muss man dem Volk eben auch sagen. Das ist wich­tig, und dann gibt es keine Kirche mehr. Das wollt ich Euch nur sagen“.

Der Monolog ist stark ver­kürzt aber mög­lichst ori­gi­nal­ge­treu wie­der­ge­ge­ben.

Christoph Baumgarten
Mitarbeit: Frank Böckle


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