Das Kerning – Aufgaben und Methoden zum Ausgleich

Hey Leute,
mit dem Kerning erreichen wir optimalen Ausgleichung von Buchstaben und Wörtern. Ohne solch einer Bearbeitung würden Texte schwer lesbar sein, da einzelne Wortbilder nicht einfach erkennbar wären. Um den Lesefluss nicht zu stoppen, gibt es zwei Aufgaben sowie Methoden, um Anpassungen vorzunehmen…
 

Das Kerning hat bei der Gestaltung von Texten in der Typografie zwei Aufgaben: Das wäre zum einen das Ausgleichen von Buchstaben-Paaren, die meistens zu eng oder viel zu weit gesetzt wären. Beispiele hierfür wären Buchstaben-Kombinationen wie »Vo«, »Te«, »fh« oder »gj«. Das Problem das hier besteht ist einfach, dass die Bearbeiter nicht Wörter, sondern ganz pingelig einzelne Kombinationen von Buchstaben ausrichten. Da hier sehr fein gearbeitet wird, könnte es vorkommen, dass das gesamte Wortbild nicht mehr genau betrachtet wird. Man konzentriert sich nur auf bestimmte Buchstaben und vergisst dabei, dass es letztendlich doch um ein Wort geht. Daher: Auf das Wortbild achten!
Zum anderen und damit zur Aufgabe 2 wäre in dem Fall das Spationieren von Interpunktionen. Damals mussten Bleisetzer, die die ganzen Texte gesetzt haben, jede Interpunktion wie ».«, »?« und viele andere noch per Hand setzen. Mittlerweile durch Computer und gute Programme nicht mehr nötig, da die »Spatien« direkt in die Schrift eingebaut werden können. Leider werden Interpunktionen von den Schrifthersteller kaum berücksichtigt, sodass die Schrift bzw. diese Zeichen selbst etwas angepasst werden müssen. Kein großes Problem, verlangt jedoch etwas zeit. Aber schlussendlich wird man dafür mit einem tollen Ergebnis belohnt.
Schauen wir uns hier ein Beispiel zu einem unausgeglichenem Satz aus, ganz ohne Ausrichtung des Kernings:

Schlechtes und unausgeglichenes Kerning

Es ist zwar noch lesbar, lenkt aber sehr ab und stört damit den Lesefluss erheblich. Wie ihr sehen könnt, berühren sich schon am Anfang die zwei Zeichen »(j«. Später finden wir noch gravierende Fehler wie »f)« und »fä«. Das sollte unbedingt ausgeglichen werden. Schade ist vor allem die Erkenntnis, dass es sich hier um die Schrift »Baskerville« (regular) handelt, die teilweise doch sehr geläufig ist und oftmals verwendet wird. Aber wie würde es ausgeglichen denn besser aussehen:
Gutes und ausgeglichenes Kerning

Das Kerning funktioniert und die Lesbarkeit steigt um ein Vielfaches. Niemand fühlt sich gestört, der Lesefluss wird nicht unterbrochen. So sollte diese Schrift ausgeglichen sein. Wieso das nicht getan wurde ist fraglich…

Methoden für gutes Kerning

Für die Ausrichtung gibt es zwei verschiedene Herangehensweisen. Die erste Variante wäre, in einem Schriftbearbeitungsprogramm die jeweilige Schrift für sich selbst zu kernen und diese nach dem systematischen Bearbeiten der einzelnen Zeichengruppen unter einem anderen Namen abzuspeichern. So könnt ihr stets die Schrift verwenden, die unter eurem ausgewählten Namen nach eurem Ermessen gekernt wurde. Ihr müsst euch daraufhin keine Gedanken mehr machen, dass irgendetwas nicht stimmig sein könnte, da alle Buchstaben-Kombinationen gleich aussehen. Das Problem an dieser Variante ist nur, dass das immens viel Zeit kostet, da ihr wirklich jede einzelne Version von Kombinationen ausgleichen müsst. Für größere Satzarbeiten einer Schrift ist das jedoch optimal und nur zu empfehlen!
Die zweite Methode wäre, jeden vorkommenden Fall einzeln per Hand rauszupicken und diesen immer wieder zu bearbeiten. Dadurch müsst ihr euch mit keinem extra Schriftprogramm auseinandersetzen und spart somit Zeit, da nicht jedeexistierende Buchstaben-Kombination gekernt werden muss. Andererseits müsst ihr es auch für jedes Paar machen, egal wie oft diese vorkommen. Dadurch kann es passieren, dass bei gleichen Kombis wie »fä«, die öfters vorkommen, immer wieder neu angepasst werden muss. Daher ist diese Methode auch nur für kleinere Projekte, für kleinere Textmengen gedacht.
So nebenbei: Headlines bzw. große Schriften sollten immer ausgeglichen werden, ganz egal ob ihr hierfür bereits ein Kerning integriert habt.
Bei Interpunktionen, die angepasst werden müssen, kommt es immer auf die Schrift an. So werden bei schmalen Schriften die Satzezeichen einfach auch etwas enger gesetzt. Bei geläufigen, breiten Schriften eher weiter und ausgiebiger.
Entscheidet bei der Arbeit immer, wie groß der Aufwand ist und wählt so eure Methode aus. Vor allem bei großen Projekten, die durch die Medien gehen, sollten gut ausgeglichen werden. Wer also ein Buch schreibt und dieses auch selbst gestaltet: Methode Nummer 1. wählen


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