Das ist doch schon ein Zwang!

Der kann schwafeln was er will, wiederholen so oft er will. Frei ist er nicht. Frei ist was anderes. Der Mann spricht so zwanghaft von Freiheit, dass man glaubt, er habe keinerlei Freiheiten, sich seine Floskeln frei auszuwählen. Das ist nicht frei, nicht freier Wille - das ist determiniert, die Unfreiheit der ankonditionierten Zwanghaftigkeit.
Anders sprach er nie. Nun als Bundespräsident tut er das auch nicht. Freiheit, immer Freiheit. Polen sei für ihn das "Land der Freiheit" - das sagte er, kaum dass er im Bundestag sprach. Im Bundestag von Freiheit sprach - von was sonst? Dass Freiheit sein Thema sei, das wusste man ja. Aber der Mann ist schon jetzt inhaltlich so abgenutzt, dass man sagen kann: Kennt man eine Rede von ihm, kennt man alle! Freiheit - was ist denn das genau? Konkret ist das nicht, was er so von sich gibt. Die Freiheit, die die Negersklaven bekamen, die sich dann als schlecht dotierte Arbeitnehmer verdingen mussten, war bloß eine liberalere Form von Gefangenschaft - die Unfreiheit, die einer erhält, nachdem man die gegen ihn verhängte Todesstrafe aufhebt, ist hingegen wie ein Geschenk. Freiheit klingt wohlig, klingt eindrucksvoll - aber konkreter sollte er schon mal werden. Ständig nur Freiheitfreiheitfreiheit im Mund zu führen, wäre in etwa so konkret, so in nuce gehend, als würde man ein Referat über die Bundesliga halten, ohne auch nur etwas so profundes wie deren Struktur, deren Organisation oder auch nur den Namen einer Bundesligamannschaft zu benennen; als würde man anstelle von Inhalten nur immer wieder betonen, wie schön doch der Fußballsport sei.

Es graut einen bei diesen in Aussicht gestellten fünf Jahren. Jede Woche eine Rede, in der die Freiheit einen fest verankerten Platz hat - jetzt Polen als Land der Freiheit - demnächst vielleicht ein Besuch in China, das er lobt, weil es sich der westlichen Freiheit zuwende, das er ermahnt, die Freiheit nicht aufzugeben - und übermorgen zeigt er sich bei den USA erkenntlich, für deren unermüdlichen Einsatz für die Freiheit - ob dieser Mann auch die Freiheit textlich einbaut, wenn er sich eine Bratwurst bestellt? Der Mann ruft Freiheit! wenn jemand niest - Freiheit!, wenn er jemanden grüßt - Freiheit!, wenn er seine Liebste herzt. Kann er etwas anderes?
Wie schon erwähnt, Freiheit ist schön, wenn man nur immer jeweils wüsste, was mit der gerade erwähnten, gerade gemeinten Freiheit explizit gemeint sein könnte. Das ewige Problem des neuen Präsidenten, so las man, sei sein laxer Umgang mit dem Freiheitsbegriff, der gleichwohl derselbe der Marktliberalen sein könnte und vermutlich auch ist. Das ewige Problem seiner Präsidentschaft, so könnte man jetzt vermuten, wird die endlose Wiederholung stets gleich lautender Ansprachen sein. Er wird sich schnell abnutzen, wird eine ähnlich gleiche Standzeit haben, wie ein Bolzen, den man an die Schleifscheibe drückt. Eine Modern Talking-Gestalt, die nicht modern spricht, nicht zeitgemäß, sondern das tut, was Modern Talking tat: sich unter neuen Titel immer wieder wieder wieder wiederholen. Mit ungefähr demselben Tiefgang wie die beiden sonnengebräunten Kastraten damals.
Der Mann ist doch nicht frei - das ist doch schon ein Zwang. Wenn die Gerechtigkeit ihm mal so zum Zwang würde - aber dann wäre er nicht mehr Präsident, denn dann nähmen sich seine Installateure wiederum das, was er immer predigte: die Freiheit nämlich, ihm ein Affärchen anzudichten...


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