Das Hausfrauengleichnis

Vor vielen vielen Jahren traf mitten im Märchenwald hinter Bergen und Tälern eine hässliche Frau auf eine gute Fee. Als die Fee die Bedauernswerte so sah, bekam sie Mitleid und sprach:

“Mittels Zauberkraft könnte ich Deinen Körper verändern. Hiermit hast Du einen Wunsch frei – soll ich Dich verzaubern?”

Die hässliche Frau gerät hocherfreut:

“Prima. Dann mache mir einen großen Mund, damit ich schneller essen kann.”

Rex-Pex-Mex – Dreimal den Zauberstab geschwungen – Harfenmusik – ~~~ – Siehe da: Die Frau hat ein Maul wie der Wolf aus Rotkäppchen.

Da kommt eine zweite Fee des Weges daher. Sieht was geschah und staunt. Fragt nach:

“Aber warum hast Du Dich nicht in einem Atemzug schön seiend, gesund bleibend und reich werdend machen lassen?”

Worüber die Frau staunt:

“Auch? ~ Auch das wäre möglich gewesen?”

Jedenfalls – und nun erst kommt die Pointe! – hatte sie mich gefragt, ob sie mir einen kulinarischen Wunsch erfüllen soll, woraufhin ich (vielleicht bedenken oder bewusst gedankenlos) einfach nur “Makkaroni” sagte. Obwohl vielleicht sogar eventuell Pekingente möglich wäre, nach einem Rezept aus der Ming-Dynastie, denn sie bereitet gut. Und

“… man zählt mit recht ‘nen guten Braten
Zu den besonders guten Taten.” (Wilhelm Busch)

Was unabhängig davon die Erkenntnis bestätigt, dass sich eng aneinander gebundene Menschen im Laufe von Jahrzehnten immer ähnlicher werden. Die Operation mit Gleichnissen ~ – was soll man viel drüber reden? ICH MAG ES. Vor allem, wenn man anfangs noch nicht wissen kann, wohin der Zug einmal fahren wird.