Das große Repulsorgleiten (A Dug’s life)

Erstellt am 23. November 2012 von Dodkalm

Mehr noch als seine beiden Vorgänger vereint “Bound for Rescue” – der dritte Teil der “Young Jedi” Geschichte – Elemente, die perfekt in das Gefüge der übrigen Clone Wars Geschichten passen und solche, die sich doch ziemlich eindeutig an an sehr junges Publikum richten.

So gibt es einen ziemlich coolen, wenn auch (für meinen Geschmack) viel zu kurzen Weltraumkampf, in dem man etwa sieht, wie ein Klon aus seinem explodierenden Y-Flügler gesprengt wird. Kurz darauf zermalmt Grievous einen Klon unter seinen Krallen. Und auch wenn man dieses “Zermalmen” selbst nicht explizit sieht (sondern nur hört), so ist allein die Vorstellung davon nicht unbedingt etwas, das ich 4-6 jährigen Kindern zumuten würde.

Auf der anderen Seite enthält diese Episode auch etliche Slapstick Szenen, die meiner Meinung nach nicht so wirklich zu Star Wars passen. Gut, solche Elemente gab es auch in Episode I mit Jar Jar und die Pit-Droiden, aber auch dort war ich nicht unbedingt begeistert davon. Wie ich überhaupt kein großer Fan von Mischungen mehrerer Genres innerhalb einer Geschichte bin. Ein Horror Film sollte gruselig, von mir aus auch eklig sein, aber nicht komisch und SW sollte ein nur sehr gedrosseltes Maß an Slapstick und expliziter Komik enthalten. Außer die Zielgruppe dafür sind eindeutig kleine Kinder, dann sollte man jedoch auf das Zermalmen von Klonen verzichten.

Fassen wir jedoch noch mal kurz zusammen (und Vorsicht jetzt kommen ein paar SPOILER!): Hondo Ohnaka hat Ahsoka gefangen genommen und hält sie als seine Geisel. Dabei macht er nicht unbedingt den Eindruck, den Padawan schnell wieder loswerden zu wollen, vielmehr scheint es, dass er mit der lebenden Trophäe in seinem Piratennest recht zufrieden ist – so wie sich Jabba nicht von dem in Karbonit eingefrorenen Han Solo trennen wollte.

Eine Togruta in Piratenhand

Doch angeblich hat Hondo einen zahlungskräftigen Kunden an der Hand, der ein spezielles Interesse an Jedi und hier im Besonderen an weiblichen Jedi hat. Lassen wir hier einmal den (potentiell möglichen) Aspekt der Sexualität außer Acht (ich glaube nicht, das sich die Serie in dieses Fahrwasser bewegen möchte), so bleibt die Frage, wer vile Geld dafür aufwenden würde, einen Jedi zu kaufen und dem es dabei scheinbar auch nichts ausmacht, ob dieser am Leben oder tot ist?

Jabba wäre natürlich ein möglicher Kandidat. Der Hutte selbst ist ja gegen Jedi-Gedankentricks immun (auch wenn das wohl nicht für seinen Hofstatt gilt), aber ein Jedi Tanzmädchen wäre wohl eine nette Ergänzung in seiner Sammlung. Und wenn sie zu gefährlich wird, könnte er sie immer noch ausstopfen lassen.

Dooku scheidet aus, denn der würde wohl kaum einen Handel mit Hondo treiben (das gibt der Pirat auch selbst zu), auch wenn er sicher ein reges Interesse am Erwerb eines Jedi hätte (sowohl lebendig als auch tot).

Grievous wäre eine weitere Möglichkeit, auch wenn für mich nicht ersichtlich ist, warum dieser an weiblichen Jedi interessiert sein sollte (aber möglicherweise wird das ja im letzten Teil dieser Geschichte noch angesprochen).

Maul und Opress scheiden ebenfalls aus, ich denke nicht, dass Hondo zu dieser Zeit schon von den beiden Zabrak weiß (“Revival” spielt ja zeitlich nach der “Young Jedi” Geschichte).

Bliebe noch ein sonstiger Unterwelt-Boss – Prinz Xixor zum Beispiel. Bei ihm ist das Interesse an der Weiblichkeit zweifellos gegeben und einem privaten Jedi wäre er vermutlich auch nicht abgeneigt.

Doch wie so oft fürchte ich, dass wir dieses Rätselt nie gelöst bekommen werden.

Interessant finde ich weiters, dass Anakin scheinbar nichts von dem Schicksal seines Padawans weiß (möglicherweise zwar, dass Ahsoka die Jünglinge nach Illum bringen sollte, jedoch offenbar nicht, dass die Mission derart gescheitert ist). Denn sonst hätte er wohl schon einiges in Bewegung gesetzt, um sie zu befreien. Und es scheint, dass auch Obi-Wan ihn wohl nicht über das Schicksal von Ahsoka informiert hat (wobei er zugegebenermaßen auch andere Sorgen hatte). Ich frage mich, ob dieser weitere Vertrauensbruch (aus der Sicht von Anakin) in weiterer Folge noch thematisiert wird, ich vermute jedoch nicht, denn Konsequenz war noch nie eine Stärke von Clone Wars.

Jedenfalls treffen die Jünglinge bei ihrer Suche nach Ahsoka auf einen Wanderzirkus. Dieser vereint so ziemlich sämtliche Kreaturen, die die Serie in den vergangenen viereinhalb Jahren hervorgebracht hat – sogar die Convorees – ja, diese putzigen Kugelvögel!

Angeführt wird dieser Zirkus von Preigo, einem Dug, der mit Sebulba weder äußerlich noch charakterlich irgendetwas gemeinsam hat.

Ein Zirkusdirektor ala Star Wars

Insgesamt erinnern diese Szenen mit dem Zirkus sehr stark an den Film “Das große Krabbeln”, denn da wie dort versucht man seine Feinde mit Tricks und Ablenkung zu täuschen. Wobei ich mich frage, woher Preigo die Kostüme für die fünf Jünglinge herhatte, aber offenbar gehören zu seiner Menagerie auch recht klein gewachsene Zweibeiner.

Was machen Jedi Jünglinge eigentlich in ihrer Freizeit?

Und die Momente mit den Zirkusleuten sind eben jene, in denen Star Wars aufhört Star Wars zu sein und sich in einen Kindercartoon verwandelt.

Was es sonst noch zu erwähnen gibt:

  • Petro wagt es sogar Obi-Wan zu widersprechen. Nicht, dass ihm das etwas nützen würde, aber der Junge hat zweifellos Mut.
  • Ich bin nicht sicher, ob Preigos Schiff tatsächlich im Weltraum fliegen kann, oder nur auf seinen Repulsor-Triebwerken dahingleitet (auch wenn es sich um ein Gefährt handelt, das sonst von den Zygerrianern für den Sklaventransport verwendet wird). Falls nicht, wie dicht ist Florrum eigentlich besiedelt, dass man dort einen Wanderzirkus brauchen könnte.?
  • Warum schießen die Separatisten nicht auf die Rettungskapseln? Das wäre doch vergleichsweise einfach gewesen.
  • Obi-Wans Schiff trägt den Namen “Negotiator” – wie überaus passend.

Die obigen Bilder und noch viele mehr gibt es wie immer auf meiner Flickr-Seite.