Das große Museum

Von Pressplay Magazin @pressplayAT
Kino

Veröffentlicht am 6. September 2014 | von Arne Nostitz-Rieneck

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Das große Museum

Das große Museum Arne Nostitz-Rieneck

Wertung

Summary: gefühlvolle und kommentarlose Inszenierung eines der bedeutendsten heimischen Museen

3.5

Dokumentation


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Mit einem Augenzwinkern schaut Johannes Holzhausen den Mitarbeitern des Kunsthistorischen Museum, eines der bedeutendsten österreichischen Museen, bei ihrer täglichen Arbeit über die Schulter und weckt dabei eine wertschätzende Neugier für den nächsten Besuch der Kunstausstellung.

Zwei Jahre lang hat er Restauratoren, Kuratoren, Direktoren und weiteres Personal begleitet und Momentaufnahmen in dieser Dokumentation, die auf der Berlinale Premiere feierte und die diesjährige Diagonale eröffnete, verpackt. Kommentarlos, ohne Musik oder Interviews, ist Holzhausen stets Beobachter – nur selten hat man das Gefühl, das etwas extra für die Kamera inszeniert wurde.

Trotzdem hat die Kameraführung eine hohe Ästhetik, fern ab banaler Fernsehbilder. Er lässt den Zuschauer der Arbeit beiwohnen während das Kunsthistorische Museum auseinander genommen und wieder neu zusammengesetzt wird. Kein Parkettschindel bleibt auf dem anderen und man sieht wie viel Zeit in jedes Detail der Ausstellung fließt.

In humorvoller Bildgestaltung rückt Kamerateam Joerg Burger und Attila Boa die Menschen und ihr Schaffen ins Zentrum. Die enormen Ausmaße des Gebäudes sind förmlich zu spüren, während man einem Mitarbeiter auf einem Roller über die knarzenden Flure hinterher eilt. Da fühlt man mit, wenn sich eine Mitarbeiterin nach zwei Jahren über die nicht vorhandene Integration beschwert und es fährt einem durch Mark und Bein, wenn ein Bauarbeiter seine Hacke schwungvoll in das Hundert Jahre alte Parkett rammt.

Gefühlvoll nimmt uns Holzhausen auf diese Reise mit und macht Lust auf mehr. Macht Lust auf eine genauere Auseinandersetzung mit den Objekten und ihren Inszenierern. Das Große Museum ist ohne Zweifel eine Dokumentation, die einem die Augen für die Kunst öffnet. Ein Film, der wahrlich nur die Bilder für sich sprechen lässt und das auf großteils gelungenem Niveau.

Regie: Johannes Holzhausen, Drehbuch: Johannes Holzhausen, Constantin Wulff
Filmlänge: 94 Minuten, Kinostart: 05.09.2014, dasgrossemuseum.com

Tags:3.5 von 5DokumentationJohannes HolzhausenStadtkino Filmverleih


Über den Autor

Arne Nostitz-Rieneck