Das gibts in keinem Russenfilm

Das gibts in keinem RussenfilmJe weiter sie in die Vergangenheit rutscht, desto mysteriöser wird die DDR. Zahlreiche Gerüchte umschwirren ihre Geheimnisse, viele Zeitzeugen, die sich noch selbst erinnern, glauben nach der zehnten ZDF-Erklärsendung über das, was war, dass es wohl doch anders gewesen sein muss. Vielleicht gab es sie wirklich, die "Jahresendflügelfiguren"? Vielleicht wurde tatsächlich getopft? Vielleicht verhrte wirklich ein ganzes Land insgeheim einen bartbarden wie Wolf Biermann?
Nur dass mit der Ausländerfeindlichkeit, das wollen sich die ehemaligen Untertanen des Reichs des Bösen nicht nachsagen lassen. Hierbei handele es sich um Verleumdung, gepaart mit einem großen Maß an Ignoranz und Böswilligkeit, sagen Betroffene. Es habe in der DDR nicht nur kaum Ausländer gegeben, sondern auch keine Ausländerfeindlichkeit, nicht einmal das Wort habe existiert. Dass westliche Medien dennoch seit zwei Jahrzehnten versuchen, den gut ausgebildeten DDR-Menschen einzureden, sie hätten stets gedacht, dass Vietnamesen von den Fidschi-Inseln stammen und sie deshalb "Fidschis" genannt, ist ein klarer Beleg für die westliche Deutungshoheit über die ostdeutsche Geschichte. Denn in Wirklichkeit verhalte es sich ganz anders, wie PPQ-Leser Kurt als sachkundiger Experte beschreibt.
Der Begriff "Fidschis" müsse eigentlich "Vietschis" geschrieben werden, weil die damit bezeichnete Gruppe ja aus Vietnam kam. Historiker glauben, dass die falsche Schreibweise durch einen Hör-Schreib-Fehler eines "Spiegel"-Redakteurs in die Welt gekommen ist. Aus diesem Artikel mit dem Titel "Nahe am Pogrom", der aus dem Jahr 1990 datiert, hätten sich alle anderen Medien seitdem bedient.
Dabei sei die Logik, mit der DDR-Bürger ihre Gäste bezeichneten, sehr leicht nachvollziehbar. "Ein schwarzer Gastarbeiter wurde nur dann "Kohle" genannt, wenn er aus Angola kam", erinnert sich Kurt. Böswillig sei das nicht, auch wenn hier das Kose-I ausnahmsweise nicht zur Anwendung komme: "Im Sächsischen ist phonetisch kein Unterschied zwischen g und k."
Kam der schwarze Gastarbeiter dagegen aus Mocambique, tauchte das Standard-Kose-I wieder auf: "Dann war er ein "Mosi". Außerdem habe es noch "Algis" gegeben, die "logischerweise aus Algerien kamen" und das Kose-I erhielten, obwohl sie immer Westgeld hatten und damit leichtes Spiel, die nach exotischer Romantik ebenso wie nach harten devisen ausgehungerten DDR-Mädchen in der Disko abzuschleppen. Schlägereien mit Algis waren häufig, der Grund aber warn nicht deren Herkunft, sondern Erfolg bei den Frauen.
Erstaunlicherweise habe es keine "Bulgis", "Romis", "Tscheskis", "Polskis" oder "Wessis" gegeben, meint Kurt. Letztere waren allerdings ja schon "Bundis", wobei das Kose-I hier nicht aus Sympathie, sondern aus Gründen der ostdeutschen Ordnungsliebe vergeben worden sein dürfte.
Daneben habe es eigentlich nur noch "Ruskis" gegegeben, die kamen seien öffentlich nur als Fahrer von Ogneopasno-Lastern vorgekommen oder am "Tag der Deutsch-Sowjetischen Freundschaft" in Form des "Russenfilms". Jener prägte den Sprachgebrauch einer ganzen Ost-generation, wie der Experte erinnert. Der "Russenfilm" sei ein vaterländischer Kriegsfilm aus den Mosfilmstudios gewesen, dessen Handlung wie in einem "Spiegel"-Artikel um der propagandistischen Wirkung willen derart haarsträubend war, dass daraus der Ausdruck "Das gibts in keinem Russenfilm" entsprang, mit dem eine völlig absurde Begebenheit kommentiert wurde.
Hier setzt auch die Theorie des DDR-Spezialisten an, die die überdurchschnittlich hohe Ausländerfeindlichkeit erklärt, die seit der Übergabe der 14 Bezirke an die Verwaltung durch Niedersachsen, Bayern und Schwaben entstand. "Die schulklassenweise Zwangsvorführung von solchen antifaschistischen Heldenepen hat wahrscheinlich zu einer Überreaktion geführt und die Jugend dem deutschen Faschismus in die Arme getrieben."

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