Das Böse und das Leiden

Das Böse und das Leiden(Dies ist die Fortsetzung von diesem Artikel zu diesem Buch)

Als erstes stellt Wright fest, dass die Frage nach dem Bösen insbesondere im christlichen Glauben ein Problem darstellt. Dies rührt daher, dass wir an einen persönlichen, guten, liebenden, allmächtigen und suveränen Gott glauben. Die alte Frage: Wie kann ein liebender und allmächtiger Gott Leid zulassen? Es scheint wirklich irgendwie nicht aufzugehen… — Wright’s Ansatz einer Antwort:

Letztendlich ist und bleibt “das Böse” ein Geheimnis, das Gott offenbar nicht klären will. In der Schöfpungsgeschichte wird alles Geschaffene als gut, ja sogar sehr gut bezeichnet. Wie also kam das Böse in die Welt? Die Bibel hüllt sich diesbezüglich in Schweigen… Ein Versehen Gottes? Wohl kaum… Das Schweigen Gottes in diesem Bereich scheint nicht das Fehlen einer Antwort zu sein; das Schweigen scheint die Antwort zu sein! Das Böse entzieht sich gerade als Böses unserem Verständnis; es ist nicht fass- und (be-)greifbar, gerade weil es das Böse ist. – “God with his infinite perspective, and for reasons known only to himself, knows that we finite human beings cannot, indeed must not, ‘make sense’ of evil. For the final truth is that evil does not make sense. (…) So evil can have no sense, since sense itself is a good thing” (p42, Hervorhebung im Original).

Was ist also ein angemessener Umgang mit dem Bösen?

Erstens: Unsere Aufgabe ist es nicht, das Böse zu verstehen, sondern ihm zu widerstehen!
Zweitens gibt es eine Anzahl angemessener und biblischer Reaktionen: trauern, weinen, klagen, protestieren, schreien, … (p43). Diese Reaktion mögen nicht zu unserem “Gebetsvokabular”, zum biblischen gehören sie aber schon. Bemerkenswert: es sind nicht Gottes Feinde, sondern seine Freunde, die sich so an ihn wenden. Menschen, die ihn lieben und kennen und sich deshalb fragen: “If God is supposed to be like that, how can the world be like this?(p53, HiO). Dabei gilt: “I’m not waiting for an answer, but I will not spare God the question” (p54).

Das Wichtigste aber ist dies: Das Böse ist besiegt. Am Ende der Zeit wird es nicht erlöst oder verwandelt, sondern besiegt und  beseitigt. Es gibt an ihm nichst Brauchbares.



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