Das bisschen Haushalt...

Von Wernerbremen

Werbung aus den 1950er Jahren


Ihr Lieben,

heute möchte ich Euch die Geschichte eines unbekannten Autors erzählen.
„Das bisschen Haushalt…“

Eines späten Nachmittags kommt ein Mann von der Arbeit nach Hause und findet das totale Chaos vor. Die Kinder sind noch im Schlafanzug und spielen im Vorgarten im Matsch. Überall im Gras verstreut liegen leere Packungen und Papier von Süßigkeiten. Die Türen am Auto seiner Frau stehen weit offen, auch die Haustür ist sperrangelweit auf und der Hund ist nirgendwo zu sehen.
Als der Mann in den Flur tritt, sieht er, dass eine Lampe umgefallen ist und der Läufer zusammengeknüllt an der Wand liegt. Im Wohnzimmer plärrt das Fernsehen laut und im Esszimmer liegen überall Spielzeug und Klamotten verstreut. In der Küche stapelt sich das Geschirr in der Spüle, die Reste vom Frühstück stehen noch auf dem Tisch, Hundefutter liegt auf dem Boden, ein zerbrochenes Glas unter dem Tisch und an der Terrassentür liegt ein Haufen Sand.
Schnell läuft er die Treppe hoch, um seine Frau zu finden und muss dabei über Spielzeug und weitere Klamottenhaufen steigen. Als er am Bad vorbeigeht, läuft ihm Wasser entgegen. Als er ins Bad geht, sieht er einen Haufen nasse Handtücher, Seife und Spielzeug auf dem Boden. Vor der Toilette liegt abgerolltes Toilettenpapier und Zahnpasta ist über den Spiegel und über einen Teil der Wand verschmiert.
...
Er rast ins Schlafzimmer und findet seine Frau im Schlafzimmer, im Bett liegend und ein Buch lesend. Sie sieht ihn lächelnd an und fragt, wie sein Tag gewesen ist.
Er sieht sie verwirrt an und fragt: "Was ist denn heute hier passiert?" Sie lächelt wieder und antwortet: "Jeden Tag, wenn Du nach Hause kommst, fragst Du doch, was ich um Himmels Willen den ganzen Tag gemacht habe." "Ja und?" sagt er entsetzt. Sie antwortet: "…heute habe ich mal nichts gemacht!!!"
Ihr Lieben,

ich gebe zu, diese Geschichte ist vielleicht etwas übertrieben, aber oft zeigt gerade die Übertreibung, wie die Dinge wirklich sind.
Damit kein Missverständnis aufkommt:
Ich bin selbst nicht dafür, dass der Mann nur seinem Beruf nachgeht und die Frau den Haushalt machen „darf“, sondern ich bin dafür, dass die gegenseitige Hilfe selbstverständlich ist und dass auch ein Vater einen Teil der Hausarbeit übernehmen sollte, wenn die Frau z.B. auch berufstätig sein möchte.
Vor allem aber geht es mir mit dieser Geschichte darum, dass wir unsere Augen öffnen und die Leistungen der Menschen um uns herum würdigen, dass wir nicht glauben, allein wir würden etwas leisten.
Mir geht es mit dieser Geschichte vor allem darum, dass wir Respekt haben vor anderen Menschen, Respekt vor deren Anstrengung und Leistung.
Bei aller Gleichberechtigung ist es durch zahlreiche wissenschaftliche Studien nachgewiesen, dass die Hauptlast des Haushalts und vor allem der Kindererziehung immer noch in der Hauptsache eine Aufgabe ist, welche die Frauen erledigen müssen.
Und davor habe ich Hochachtung, denn z.B. die Kindererziehung ist ein knochenharter Job, besonders wenn die Kinder in die Pubertät kommen und es ist eine Job ohne Bezahlung, ohne geregelte Arbeitszeiten, ohne ein freies Wochenende, ohne Ferien.

Wir alle nehmen das als selbstverständlich hin, das sollte aber nicht so sein, sondern wir sollten das, was sie Mütter leisten, zum Anlass nehmen, in Zukunft den Menschen in unserer Umgebung mit mehr Respekt zu begegnen hinsichtlich dessen, was sie leisten.
Ich wünsche Euch einen ruhigen Nachmittag und grüße Euch alle herzlich

Euer fröhlicher Werner 

Das Foto wurde von Karin Heringshausen zur Verfügung gestellt