Darius – Welturaufführung der musikalischen Geschichte vom mächtigen König

Darius – Welturaufführung der musikalischen Geschichte vom mächtigen König

Marc Schaefer (c) Henri Parent


Gleich zu Beginn ein schmissiger Marsch, bei dem die Kinder auf ihren Sesseln kaum zu halten sind, und dann geht´s richtig los. Der Dirigent Marc Schaefer, der eine kleine Auskoppelung des OPS, des Orchestre Philharmonique de Strasbourg, im großen Salle Erasme dirigiert, dreht sich zu seinem Publikum um und beginnt, Fragen zu stellen. Mit einem Mikrofon bewaffnet, drängt er sich zwischen die Reihen und hält es einem Dreikäsehoch vor den Mund. Er will von ihm wissen, woher die Geste des Salutierens bei den Soldaten kommt und der gut vorbereitete Tafelklassler weiß es auch: Das zackige „Hand-seitlich-an-die-Schläfe-Legen“ ist eine Abwandlung jener Geste, bei der sich die Soldaten die Augen verhüllten, wenn sie ihren König, der so mächtig für sie wie die Sonne schien, begrüßten. In Marc Schaefers Konzertstück heißt jener König Darius. Darius, der Allmächtige, der seine Tochter nicht dem dahergelaufenen Bildhauer Gaston zur Frau geben will, sondern einen Bräutigam sucht, der neben ihm der mächtigste Mann auf der Welt sei. Und so macht er sich auf den Weg, besucht die Sonne, die Wolken, den Wind und den Felsen um schließlich doch zu erkennen, dass der Bildhauer, den er kurzerhand in den Kerker geworfen hat, mit seinem Hammer und Meißel stärker ist als der Felsen und auch diesen beherrschen kann.

„Darius“ das ist eine kleine, konzertante Kinderoper, die in Straßburg welturaufgeführt wurde. Ihr „Erfinder“, Marc Schaefer, seines Zeichens hauptberuflich Violinist im OPS, hatte schon vor 14 Jahren die Idee zu diesem Stück und komponierte dazu die Musik. Emmanuel Hirsch verfasste den Text und Fred Pontarolo, der junge Bühnenbildner, Autor und Illustrator von Comics, gab Darius, seiner Tochter Roxanne und ihrem Liebsten Gaston eine Gestalt. Allesamt sind sie nicht nur musikalisch in Schaefers Werk traulich vereint, sondern auch in einem kleinen, bunten Bildbändchen zu finden. Darin finden sich die Texte, aber auch die Melodie Gastons, sodass die Eltern mit ihren Kindern das Thema auch zuhause nachsingen können. Im Konzertsaal waren es die Grundschüler, zu denen sich Schaefer dirigierend einige Male umdrehte, die mit diesem kleinen Ritornell selbst den armen, gefangenen Gaston verkörperten. Diese schöne Idee, das junge Publikum direkt ins Geschehen einzubinden, funktionierte bestens.

Darius – Welturaufführung der musikalischen Geschichte vom mächtigen König

Jonas Marmy (c) dr

Jonas Marmy, der in diesem Jahr seinen Schauspielunterricht am TNS in Straßburg abschließt, verkörperte Darius und alle Elemente auf der Bühne und lieh ihnen seine Stimme. Und das so gekonnt, dass das junge Publikum vor Freude nur so quietschte und von einer Lachsalve in die andere verfiel. Ob als pikierte Sonne im orange-schwarzen Neonshirt, die im Trippelschritt über die hohen Stufen hüpft, auf denen normalerweise der Chor Aufstellung nimmt, und die zackige Bewegungen macht, die an die kleinen Figuren von alten Computerspielen erinnern, ob in seiner Machointerpretation des Windes – mit Lederjacke und lässigem Schländergang – oder als scheuer, leicht lispelnder Felsen, er weiß, was die kleinen Zuseherinnen und Zuseher fesselt. Dass er die Reime klar und deutlich und auch taktgenau während seines bewegten Auftrittes akklamieren kann, zeugt von seiner hohen Musikalität und schauspielerischen Professionalität. Schon einmal unterstütze er mit seinen Fähigkeiten ein Kinderkonzert des OPS und brillierte in der „Geschichte vom Soldaten“ von Igor Strawinsky derart, dass zusätzliche Vorstellungen eingeschoben werden mussten.

Marc Schaefers Musik, von Harmonie, aber auch Spannung und tiefen Emotionen geprägt, trägt die Gedanken der Kinder weit, weit fort, in ein Land, im dem nicht nur die Elemente zu klingen beginnen, sondern in dem vor allem die Emotionen der Macht, der Bestrafung aber zuletzt doch der Gerechtigkeit von den Kindern ausgelebt werden dürfen. Sein Darius lebt von der Spannung, die er zwischen der Sprache und der Musik aufbaut – aber auch zu einem großen Teil vom Gesang der Kleinen, die ohne Probe frisch und frei aus vollem Hals ihren armen Gaston unterstützen.
Darius könnte sich, mit ein wenig Glück, als eines jener Kinderstücke etablieren, welches die Liebe zur symphonischen Musik wecken und dafür als erstes Steinchen in einem lebenslangen Musikpuzzle dienen kann. Zu wünschen wäre es Darius – und Marc Schaefer!


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