Coronavirus & künstliche Befruchtung: Solltest du die Behandlung verschieben?

Wenn du zeitnah eine künstliche Befruchtung wie beispielsweise eine IUI (Insemination), eine IVF (In-vitro-Fertilisation) oder eine ICSI (Intrazytoplasmatische Spermieninjektion) geplant hast, stellst du dir bestimmt die Frage, was aufgrund der aktuellen Coronavirus Pandemie aus deiner Kinderwunschbehandlung wird. Solltest du die künstliche Befruchtung verschieben? Und was ist mit den Frauen, die bereits mit der Stimulation begonnen haben? Ich möchte Dir in diesem Artikel alle wichtigen Informationen zusammentragen und Dich über die weitere Entwicklung auf dem Laufenden halten.

Corona & künstliche Befruchtung: Empfehlung der Fachgesellschaften

Stand 21. März 2020:

Die Deutsche und Europäische Gesellschaft für Reproduktionsmedizin ( DGRM & ESHRE) als auch die American Society for Reproductive Medicine ( ASRM) empfehlen aktuell aufgrund der unklaren Datenlage von einer geplanten Schwangerschaft abzusehen!

Was sind die Gründe dafür?
  • Zwar scheinen Schwangere kein erhöhtes Risiko für einen schweren COVID -19 Krankheitsverlauf zu haben. Weiterhin scheint auch eine Übertragung von Corona auf das ungeborene Kind mit Blick auf die aktuelle Datenlage eher unwahrscheinlich zu sein. ABER leider ist die Datenlage aktuell noch zu gering, um eine sichere Auskunft zum Coronavirus in der Schwangerschaft abgeben zu können. Deshalb wird Kinderwunschpaaren aktuell geraten von einer aktiven Planung einer Schwangerschaft abzusehen.
  • Der Coronavirus zwingt uns alle, jegliche Kontakte auf das nötigste Mindestmaß zu reduzieren. Leider ist der Besuch in einem Kinderwunschzentrum fast immer mit Körperkontakt verbunden. Kinderwunschbehandlungen sollten deshalb soweit möglich verschoben und Beratungsgespräche über Telefon, Skype, WhatsApp-Call oder E-Mail angeboten werden.
  • Die sehr schnelle Ausbreitung des Corona Virus wird mit hoher Wahrscheinlichkeit sehr zeitnah zu einer Überlastung der Krankenhäuser führen. Eine gute Versorgung aufgrund von Komplikationen in der Frühschwangerschaft kann deshalb evtl. nicht mehr voll gewährleistet werden.

Was bedeutet das konkret?

Ich habe für dich die aktuellen Richtlinien der Fachgesellschaften studiert und auch die Informationen vieler Kinderwunschzentren abgefragt. Dabei hat sich folgendes Bild für das weitere Vorgehen bei vielen Kinderwunschzentren in den nächsten Wochen ergeben:

  • Neue Behandlungszyklen werden aktuell nicht mehr begonnen. Dies betrifft die Behandlungszyklen für Inseminationen, IVF oder ICSI sowie Kryozyklen.
  • Bereits begonnene Stimulationsbehandlungen werden weitergeführt und Behandlungszyklen abgeschlossen.
  • Bei Patientinnen in laufender Behandlung werden weiterhin Ultraschall-Kontrollen, Follikelpunktionen und Inseminationen in der Kinderwunschpraxis durchgeführt.
  • Alle Patientinnen sollten unbedingt ohne Begleitung zu ihrem Termin erscheinen. Es bestehen Ausnahmen (z.B. Samenabgabe, Follikelpunktion)
  • Rezepte und Überweisungen sollen ausschließlich telefonisch oder per E-Mail angefordert werden. Es erfolgt die Zusendung per E-Mail oder Post.
  • Alle reinen Gesprächstermine finden telefonisch statt.
  • Aktuell nicht notwendige Termine werden verschoben.

Bitte beachte, dass sich die Situation jederzeit verändern kann. Ich werde dich über laufende Veränderungen hier auf Kindeshalb informieren.

Wenn Du unsicher bist, wie Deine Kinderwunschklinik in der Corona Krise verfährt, kannst du dich auf der Webseite deines Kinderwunschzentrums informieren oder aber in deiner Kinderwunschpraxis anrufen und um den aktuellen Sachstand bitten.

Infos zum richtigen Verhalten in der Corona-Pandemie

Hier kommen wichtige Info Links, über die du dich über das richtige Verhalten oder bei Verdacht auf eine Ansteckung mit dem Corona Virus (COVID-19/SARS-CoV-2) informieren kannst:

Bleib bitte gesund. Bei Fragen melde dich gerne!

Herzliche Grüße

Silke

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Foto: stock.adobe.com © Halfpoint

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