Coronakrise: Wie werden die Verbraucher nach dem Ende der Einschränkungen reagieren?

Die erste Überlegung, die einem für die Zeit nach Aufhebung des "Shutdowns" in den Sinn kommt (und für die man gar nicht überlegen muss) ist: Alles geht weiter wie vorher. Natürlich haben die Kontakteinschränkungen und Quarantänemaßnahmen tiefe Spuren in der Wirtschaft hinterlassen, die jedes Unternehmen dann so gut wie möglich aufzuarbeiten versuchen wird. Natürlich wird es auch eine Reihe von Insolvenzen geben: Sozusagen einen stellenweisen Kahlschlag, wo aber die wirtschaftliche Dynamik rasch wieder neues Leben erblühen lassen wird.

Bei alledem unterstellen wir freilich stillschweigend, dass die Coronakrise nicht zu dauerhaften oder zumindest längerdauernden Verhaltensänderungen der Konsumenten führt. Indes kann es bekanntlich ganz anders kommen, als man denkt. Das gilt insbesondere dann, wenn man gar nicht denkt, sondern frühere Entwicklungslinien gedankenlos einfach fortschreibt.
Nach meiner Einschätzung könnten wir in Deutschland, aber auch in anderen (entwickelten) Ländern eines der folgenden vier Szenarien sehen, nachdem die Ausgangsbeschränkungen usw. mehr oder weniger vollständig aufgehoben wurden:

  1. "Ganz normal": Im Großen und Ganzen geht es mit der Wirtschaft so weiter wie vorher. Am Anfang gibt es einige "Aufräumarbeiten" (siehe oben), aber danach nimmt alles wieder seinen gewohnten Verlauf,. insbesondere verhalten sich die Verbraucher nicht wesentlich anders als "vor Corona".
  2. "Wild shoppen": Eine andere Möglichkeite wäre, dass die "eingesperrten" Konsumenten nach ihrer "Freilassung" versuchen, das Entbehrte nachzuholen und nun wie wild Einkaufen, Essen und auf Reisen gehen (soweit es die finanziellen Möglichkeiten - ggf. einschl. Kreditrahmen - erlauben). Aus volkswirtschaftlicher Sicht dürfte eine solche Reaktion wünschenswert sein, um die Einnahmeausfälle der verbrauchernahen Unternehmen und der vom Tourismus abhängigen Länder und Gebiete so weit wie möglich auszugleichen.
  3. Der Internet-Handel könnte sich drastisch zu Lasten des stationären Handels ausweiten. In der Krise könnte die Verbraucher noch mehr als bisher auf diese Art des Einkaufens ausgewichen sein und dieses Verhalten nach der Krise beibehalten.
  4. "Wild sparen" (näher s. u.): Das wäre ein Horrorszenario, aber keineswegs völlig ausgeschlossen. 
Bezogen auf die Einzelperson kann der "Lerneffekt" unterschiedlich sein. "Wild shoppen" und "wild sparen" können sich gegenseitig neutralisieren. Für die Gesamtwirtschaft ist entscheidend, ob in der Summe eine nachhaltige Änderung der Verbrauchergewohnheiten eintritt.

Für ein "wildes Sparen" (Ziff. 4) kann es unterschiedliche Motive geben (die sich keineswegs gegenseitig ausschließen):

  • Große Teile der Konsumentenschaft könnte aus der Krise "gelernt" haben, dass es für sie besser ist, Ersparnisse zu bilden, statt ständig "von der Hand in den Mund" zu leben. Das könnte insbesondere für Länder mit wenig entwickelten Sozialsystemen zutreffen, also insbesondere die USA.
  • Ebenfalls könnte es zu einer "Konsumentwöhnung" gekommen sein: "Brauche ich das ganze Zeug wirklich?" "Eigentlich war mein Shopping doch nur eine Ersatzbefriedigung, es gibt viel Schöneres im Leben!" usw.

Speziell bei den Urlaubsreisen könnte es zu einem Sondereffekt dergestalt kommen, dass die Menschen zwar nicht das Reisen als solches einstellen, aber verstärkt im eigenen Land bleiben. Insbesondere Italien und Spanien dürften durch die enorm hohe Zahl der dortigen COVID-19 Erkrankungen für einige Zeit touristisch stigmatisiert sein. (Was natürlich die Forderung insbesondere von Italien, aber auch von Frankreich, Spanien und anderen Ländern  nach Gemeinschaftsanleihen in der EU oder EWU auf der Agenda halten wird.)


Jedenfalls wird es "spannend", wie es mit der Wirtschaftsentwicklung weitergeht:

  • wie schnell sich die Wirtschaft (in Deutschland, in Europa, in den USA und dem Rest der Welt) wieder berappelt;
  • wie sich das Geldsystem entwickelt (Inflation?)
  • ob und welche neuen Umverteilungsmechanismen auf nationaler und internationaler Ebene entstehen werden.
  • und speziell in Deutschland, ob die buntfanatischen Bahnhofsklatscher weiterhin die politische Agenda beherrschen werden. Oder ob sich die Bürger darauf besinnen, dass sie ihre Steuern doch eigentlich dafür bezahlen, dass der Staat das Geld zunächst einmal FÜR DIE EIGENEN LANDSLEUTE verwendet - und nicht für eine weltweite Menschheitsbeglückung!

ceterum censeoWer alle Immiggressoren der Welt in sein Land lässt, der ist nicht "weltoffen":Der hat den A.... offen!Textstand vom 14.04.2020

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