Corona: Schutzschirme über alle(s) – wie dicht sind sie dann?

Corona: Schutzschirme über alle(s) – wie dicht sind sie dann?

Von Gastautor Albrecht Künstle

– Wie viel Sinn macht‘s, Regenmacher zu sein und dann Schirme zu verteilen?

– Die Nach-Corona-Zeit könnte noch mehr Opfer fordern – in jeder Beziehung

Noch stärker als das neue Virus im medizinischen Sinne epidemisch grassiert, noch mehr geschieht das ökonomisch. Wirtschaftlich wirkt das Coronavirus aber nicht direkt. Nicht das Virus macht fast alles dicht, sondern es sind die politischen Entscheider und jene, die in der Wirtschaft am Drücker sitzen. Sie machen es sich bei ihren Entscheidungen wahrscheinlich nicht leicht. Aber sie handeln dennoch leichtfertig im Sinne, es ist leicht eine Verordnung zu erlassen und fast alles zu verbieten – denn wir können ja über allen einen finanziellen Schutzschirm aufspannen – fertig.

Aber wie erfolgreich und nachhaltig ist eine solche Strategie? Krisen- und Notsituationen gab es in der Menschheitsgeschichte schon immer. Mit der Zeit lernte man, für schlechte Zeiten Vorräte anzulegen, mit denen man Unwetter, sogar Katastrophen überbrücken konnte. Auch die heutigen Staaten und Hilfsorganisationen legen Vorräte an, z.B. Öl, Nahrungsmittel, Kleidung, Zelte. D.h. nicht alles Produzierte wurde sofort verfrühstückt, sondern für lausige Abende und einige Folgetage zurückgehalten.

Aber funktioniert solches auch im Vorgriff? Kann man sagen, wir arbeiten eine Zeit lang fast nichts, um dennoch in der Gegenwart und der Folgezeit davon zu leben? Kann es funktionieren, Schirme aufzuspannen, die man gar nicht hat? Nein, wird man einräumen, aber wofür hat man denn Geld erfunden? Geld kann man unbegrenzt horten, aber auch welches ausgeben das es gar nicht gibt!? Geld besteht eigentlich nur aus Gutscheinen, von denen man glaubt, sie jederzeit einlösen zu können – und dafür etwas zu bekommen.

Aber Geld hat nur Substanz, wenn zuvor Werte geschaffen wurde. Dann, wenn der Kauf- und Investitionskraft eine produzierte Ware oder Dienstleistung gegenüberstehen. Ist das nicht der Fall, verliert solches Geld so viel an Wert, wie es nicht durch erbrachte Arbeits- bzw. Wirtschaftsleistung gedeckt ist. Es ist nichts anderes, als wenn ein Unternehmen zusätzliche Aktien ausgibt, ohne dass der Unternehmenswert in Form von Produktionsmitteln und (Halbfertig)Produkten gedeckt ist – solche zusätzlichen Aktien führen zu einer sogenannten Verwässerung der Bestands- und Neuaktien. Solche Taschenspielertricks werden bald durch Kursverluste bestraft.

Trotz alldem werden jetzt von der Politik Schirme über allem und jedem aufgespannt: 600 Mrd. EUR für größere Unternehmen, 156 Mrd. für kleinere Firmen vom Bund, zusätzlich von den Ländern, Schutzschirme für Nichtbeschäftigte und Kurzarbeiter/innen, für Mieter und vieles mehr. Das ist die Größenordnung, die das Ifo-Institut ansetzt, wenn der „Shutdown“ drei Monate beträgt. Wie zu vernehmen war, gingen bei den „Mutter-Theresa-Stellen“ alleine im Ländle 300 Anträge pro Minute ein.

Ja, dieser Geldsegen will vervespert werden. Sogar über die Flaute bei den Prostituierten machen sich Leute der kirchlichen Diakonie Sorgen. Es wird an alles gedacht, auch für potenzielle Verstaatlichungen sind 100 Mrd. EUR vorgesehen – für Bordelle auch? In der Summe sind es 1.359 Mrd. EUR für die verschiedenen „Schutzschirme“, nicht viel weniger, als die zwei Billionen in den USA einschließlich der „Helikoptergelder“ von 1.200 Dollar für fast alle Privatpersonen.

Doch woher nehmen ohne zu stehlen? Das dpa-Foto von Finanzminister Scholz vor der denkwürdigen Bundestagssitzung vom 25. März war ernüchternd und bezeichnend zugleich. Seine riesige Aktentasche ging dummerweise auf, darin gähnende Leere, nicht einmal Schecks (auf die Zukunft) waren zu sehen. Genau das ist die Situation: die Regierenden versprechen nun Geld, das sie nicht haben. Die Öffentlichen Haushalte verschulden sich wieder höher. Sie leisten wirtschaftliche Hilfe „Mit der ganz großen Keule“, wie die ein Wolfgang Mulke in der Badischen Zeitung titelte. Eher eine Drohung, denn welche „Hilfe“ hat eine solche Titulierung Keule verdient? Wer soll mit ihr erschlagen werden?

So und nicht anders ist es: Wenn nun alles zurückgefahren wird, die Leute auch dort nicht mehr arbeiten dürfen, wo das noch möglich wäre, hat das wirtschaftliche Folgen. Der Einbruch des Inlandprodukts wird für dieses Jahr mit bis zu 21 Prozent veranschlagt, je nachdem wie lange die Beschäftigten vom Arbeiten abgehalten werden. Um dann wieder den Stand von 2019 zu erreichen, müsste die Wirtschaftsleistung, das Bruttoinlandsprodukt BIP, wieder um 25 Prozent steigen. 2010 wurde der Lehmann-Crash von 2009 in nur einem Jahr wettgemacht, weil der Einbruch nur 110 Mrd. EUR betrug. Doch das letztjährige BIP von 3,435 Billionen würde bei minus 20 Prozent um 687 Mrd. EUR sinken. D.h. bei einem Wiederanstieg um 110 Mrd. EUR, der Erfolg von damals und der letzten Jahre, würde es sechs Jahre dauern, bis wir „wieder auf der Höhe“ sind.

Dieser Jahrhundertcrash mit den versprochenen Schutzschirmen müsste trotz geringerer Steuereinnahmen gemeistert werden! Das wäre schlicht und einfach nicht möglich, ohne nicht nur die jetzige Generation, sondern insbesondere der kommenden, eine fast so hohe Bürde aufzuladen, wie sie nach den beiden Kriegen zu tragen war. Internationale Hilfe wie nach dem Zweiten Weltkrieg scheidet aus, weil andere Länder meist noch höher verschuldet sind als Deutschland.

Meines Erachtens kann das Problem nur abgefedert werden, wenn die Lasten nicht nur in die Zukunft verschoben werden. Alle werden wohl Federn lassen müssen, „all-inclusive“ geht gar nicht. Und indem die Beschäftigten so schnell wie möglich (mit Mundschutz ausgestattet) wieder ihrer Arbeit nachgehen, damit der Einbruch zu keiner Katastrophe führt. Wird das nicht getan, würden die Sparguthaben nicht nur durch Preissteigerungen bei gleichzeitigen Nullzinsen noch wertloser, wären am Ende Guthaben nur noch auf wertlosem Papier. Die Einlagensicherung von 100.000 Euro für Sparguthaben würde eine noch größere Illusion, als sie es jetzt schon ist. Alleine Sachwerte würden noch Bestand haben. Aber auch diese werden nicht sicher sein, denn wer keine hat und dessen Geld nichts mehr wert ist, würde sich auf unerlaubte Art und Weise über Wasser halten. Die Geschichte zeigt, dass solche Umverteilungen auch blutig verlaufen.

Abschließend sei die Losung „Schirme für alle“ (!?) veranschaulicht: Würde man die diese Woche vom Bundestag locker gemachten 756 Mrd. EUR in 100 Euro-Scheinen zusammenkleben und damit Regenschirme (keine Knirpse) bespannen, reicht das für 91 Mio. Schirme/Leute. Für die inzwischen 83,1 Mio. Einwohner Deutschlands, und sogar noch für die Vielen, die trotz Corona jetzt wieder auf dem Mittelmeer eingesammelt werden sollen und an den anderen europäischen Grenzen Asyl begehren. Ein letzter aktueller Vergleichsmaßstab (in der neuen Toilettenpapier-Währung): Dieselben 100-Euro-Scheine als Toilettenpapierrollen würde viermal zum Mond reichen! So groß ist die Feuerkraft der „Bazooka“ von Minister Scholz, der sich schon als Erster Bürgermeister von Hamburg die zweithöchste Prokopf-Verschuldung aller Bundesländer leistete.


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