Conny meets Harry Sher

Conny meets Harry Sher Der Gedanke, dass uns jemand in den Kopf schauen bzw. unsere Gedanken lesen kann, erscheint spooky und vielleicht auch ein wenig angsteinflößend.
Wir haben uns vor Kurzem mit dem Gedankenleser und Mentalisten Harry Sher unterhalten. Unter anderem haben wir ihn gefragt, wie denn die Menschen aus seinem Umfeld auf seinen außergewöhnlichen Beruf reagieren, ob er wirklich immer richtig liegt und wie eigentlich Hypnose funktioniert.
Harry Sher gehört zu den Besten seiner Kunst. Daher sind wir besonders dankbar, dass er sich zwischen seinen Auftritten, Seminaren und seinen Shows auf der AIDA die Zeit für uns genommen hat.
Viel Spaß beim Lesen!
Liebst,
Conny

Conny: "Unter dem Begriff "Gedankenleser" kann man sich etwas vorstellen, aber was ist denn ein "Mentalist"?" 
H. Sher: "Ich würde nicht sagen, dass man sich unter "Gedankenleser" -geschweige denn unter "Mentalist" etwas vorstellen kann. Das Wort "Gedankenleser" mag ich persönlich überhaupt nicht. Es hat zwar den Anschein, dass ich Gedanken lesen könnte, aber ich kann es nicht. Ich glaube auch nicht, dass es Menschen gibt, die es können. Ich glaube vielmehr, dass wir mit dem gesamten Körper kommunizieren. Das heißt, dass wir nicht kommunizieren können ohne zu kommunizieren. Wir brauchen dazu kein Wort zu sagen. Körpersprache ist seit vielen, vielen Jahren ein Kommunikationselement, das wir als Sprache sehen. Wir sprechen den ganzen Tag mit unserem Körper. Wenn wir das aber nicht wissen, können wir auch nicht verstehen, was unser Körper uns sagen möchte. Ich versuche eigentlich nur, etwas zu sagen, was mein Gegenüber davon überzeugt, dass ich in der Lage bin, seine Gedanken zu lesen. Das Ganze ist aber nicht so kompliziert, wie es sich anhört."
Conny: "Aber wie schaffst du es denn, zu erraten, dass jemand beispielsweise gerade an seine Mutter denkt?" 
H. Sher: "Das mag auf dich so wirken, dass ich die Gedanken in diesem Moment gelesen habe. Es ist aber vielmehr so, dass ich dieser Person meine Gedanken aufzwinge. Ich zeige den Leuten eine Show, die mehrere Elemente beinhaltet: Show, Hypnose usw. Ich versuche, die Sinne, die wir haben zu einem neuen Sinn zu kreieren. Ich möchte den Anschein erwecken, dass ich es kann. Auch wenn ich am Anfang meiner Show sage, ich hätte keine paranormalen Fähigkeiten, glauben die Leute am Ende der Show, dass ich Gedanken lesen kann. Und das ist auch gut so. Unsere Gedanken sind nicht frei. Ich glaube nicht, dass wir selbst entscheiden, was wir tun. Wir werden immer beeinflusst, egal, was wir tun. Wenn du morgens wach wirst und sagst: "Ich fühle mich nicht wohl. Heute wird ein blöder Tag!", dann wird der ganze Tag definitiv blöd. Allein, weil du es dir selbst suggeriert hast."
Conny: "Das hört sich sehr psychologisch an..." 
H. Sher: "Ja, aber darum geht es. Ich habe Psychologie studiert. Ich suggeriere dem Zuschauer bei meinen Shows mehrere Dinge. Den Anschein zu erwecken, die Gedanken des Gegenübers zu lesen, ist viel schwerer, als es sich im Moment anhört. Es klingt einfach, aber es ist kompliziert, verschiedene Elemente zusammen zu bringen, um eine solche Illusion zu erzeugen."
Conny: "Analysierst du die Menschen denn auch im Alltag?" 
H. Sher: "Um Gottes Willen! Aber das hätte sicher Vorteile... vor allem in Bezug auf eine Partnerschaft. Man wüsste immer, was sich die bessere Hälfte zu Weihnachten wünscht."
Conny: "Wie reagiert dein Umfeld, wenn du sagst, du bist "Gedankenleser"?" 
H. Sher: "Manche Menschen haben schon ein wenig Angst, das stimmt.Mein Trumpf ist aber -auch wenn es ein wenig arrogant klingen mag- meine Persönlichkeit, also ich selbst, meine Augen, meine Aura. Wenn ein kleiner, 1,53m großer Mann mit dickem Bauch vor dir stehen würde, würdest du ihm die Show wahrscheinlich nicht abnehmen. Aber wenn ich vor dir stehe und mit dir in meiner tiefen Stimme spreche und sage: "Schau mir in die Augen und konzentrier dich auf ein Wort, das nur du kennen kannst!", geht der Puls sowieso schon ein wenig weiter nach oben. Das ist so ähnlich wie bei der Hypnose. Ich habe eine Technik in Bezug auf Hypnose, bei der ich mein Gegenüber nur anschaue und dieses immer müder wird, ohne dass ich auch nur einen Ton sage. Ich kenne sonst niemanden, der diese Technik anwendet."
Conny: "Es gibt ja auch Menschen, die nicht an Hypnose glauben. Kann sojemand denn überhaupt hypnotisiert werden?" 
H. Sher: "Jeder Mensch ist hypnotisierbar und die, die nicht daran glauben, sind die einfachsten. Man sagt es ihnen aber nicht. Hypnose ist keine Sache, die ich hervorrufe. Hypnose ist etwas, was wir 20mal am Tag erleben. Wenn man morgens aufwacht, bevor man abends einschläft, wenn man im Auto sitzt und die Ausfahrt verpasst... . Das ist jedem schoneinmal passiert. Man hat in diesem Moment aber nicht geschlafen, sondern ist abgedriftet. Manchmal sitzen wir zuhause, schauen uns einen Film an, jemand kommt ins Wohnzimmer hinein und wir bemerken es nichtmal. Das ist Trance. Hypnose ist kein Schlaf, sondern vielmehr eine Bewusstseinsveränderung, insofern, dass der Mensch entspannt ist."
Conny meets Harry Sher Conny: "Du bietest auch Seminare zu verschiedenen Themen an. Was erwartet denn die Teilnehmer bei diesen Seminaren und wie kann man mitmachen?" 
H. Sher: "Jeder ist in der Lage, sein Gegenüber zu lesen. Das kann beispielsweise in der Partnerschaft benutzt werden, wenn jemand länger Single ist und wissen möchte, weswegen. Ich bringe den Menschen bei, wie sie mit ihrem Gegenüber besser kommunizieren können bzw. wie das Gegenüber mit ihnen kommuniziert. Die Körpersprache ist nichts, die nur zeigt, dass jemand lügt, wenn er nervös mit dem Bein wippt. Darum geht es nicht. Mehrere Faktoren spielen zusammen und ich kann natürlich herausfinden, ob jemand lügt oder die Wahrheit sagt... unter einer Voraussetzung: Er darf nicht an seine Lüge glauben! Wenn mein Gegenüber von seiner Lüge so überzeugt ist, dass sie zur Einheit mit seinem Unterbewusstesein wird, kann ich auch nicht sagen, ob er lügt oder nicht. Er glaubt eben daran. Auf der anderen Seite zeige ich den Menschen in den Seminaren, wie sie zum Beispiel im Verkauf Zeit sparen können. Ich kann an der Körpersprache meines Gegenübers herauslesen, ob er etwas kaufen wird oder nicht. Andererseits ist es möglich, von der Art, wie jemand sitzt, die Hände hält usw., auf seinen Charakter zu schließen. Es gibt unendlich viele Möglichkeiten."
Conny: "Wenn du das alles im Alltag anwenden würdest, wärst du sicherlich komplett reizüberflutet..." 
H. Sher: "Naja, wir lesen ja unser Gegenüber, aber eben nicht bewusst. Wie oft haben wir erlebt, dass wir selbst zu uns sagen: "Ich wusste das! Hätte ich das bloß nicht gemacht!". Aber DAS hinterfragen wir nicht, weil wir das Geschehene nicht korrigieren können."
Conny: "Man ertappt sich irgendwie aber immer wieder dabei, dass man möchte, dass du wirklich Gedanken lesen kannst..."
H. Sher: "Ich würde aber die Leute belügen. Das Wort "Gedankenleser" ist nur wichtig für die Menschen, die sich auch damit identifizieren können. Ich mag das Wort nicht, aber die Leute können etwas damit anfangen. Es hat auch den Anschein, dass ich Gedanken lese, aber warum gefällt das Wort so vielen Menschen? Je älter du wirst, desto mehr Hoffnung brauchst du. Wenn du dir also vorstellst, dass es einen Menschen gibt, der Gedanken lesen kann, muss es mehr geben, als wir uns mit logischem Verstand erklären können. Ich erzeuge in meiner Show keine Angst. Ich erzähle Geschichten und versuche, mein Publikum zwei Stunden lang in eine Welt zu entführen und zeige ihnen, welche Möglichkeiten es gibt, Menschen zu manipulieren und mit Menschen zu kommunizieren ohne ein Wort zu sagen."
Conny: "Du trittst auch auf der AIDA auf. Wie kam es dazu?" 
H. Sher: "Ich wurde 2006 gefragt, ob ich nicht Interesse hätte, eine Show auf der AIDA zu zeigen. Ich wurde gebucht und es hat den Leuten so gut gefallen, dass sie wollten, dass ich öfter auf Kreuzfahrten auftrete. Ich habe mir die ganze Welt auf den Schiffen angeschaut. Aktuell mache ich das Ganze circa vier Mal im Jahr."
Conny: "Siehst du die Tricks von anderen Künstlern, wie zum Beispiel von David Copperfield, mit anderen Augen?" 
H. Sher: "Ich würde das nicht vergleichen. David Copperfield ist ein Zauberkünstler, ich bin Mentalist. Copperfield verblüfft die Menschen mit Tricks, ich mache Experimente. Bei mir können die Dinge gelingen, ... oder auch nicht. Wenn bei Copperfield etwas Unvorhergesehenes passiert, hat er zehn andere Möglichkeiten, um das Ding wieder in Ordnung zu bringen. Ich kann das nicht. Wenn ich dich bitte an eine Person zu denken und ich dann auf "Horst" anstatt auf "Claudia" tippe, gibt es keine zweite Chance. Ich habe eine Gabe, die sich Intuition nennt. Jeder Mensch hat Intuition, aber meine ist sehr stark ausgeprägt. Ich kann bestimmte Dinge sehen und empfinden. Ich möchte den Leuten eine Botschaft mitgeben."
Conny: "Passiert es dir, dass du dich in den Shows "verhaust" und zum Beispiel einen falschen Namen sagst?"
H. Sher: "Natürlich! Ich bin nicht unfehlbar! Manchmal fuktionieren Dinge eben nicht. Die Leute finden das aber realistischer, als würde wirklich alles funktionieren. DANN wäre ich nämlich Zauberer. Wenn mein Gegenüber sich öffnet, kann ich bestimmte Dinge sehen. Wenn nicht, dann nicht. Alles wird zu einer Einheit geschlossen und dann läuft die Show."
Conny: "Wie sehen deine Pläne für die Zukunft aus? Deine "Mystery-Tour läuft seit Februar und geht ja auch noch weiter..." 
H. Sher: "Genau. Zwei große Sachen sind noch in Planung, aber ich rede über nichts, bevor nicht alles unterschrieben ist (lacht). Zudem bin ich wieder auf dem Schiff unterwegs und gebe Seminare für Firmen. Das ist mein Hauptjob."

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