Conny meets Gerd Knebel

Conny meets Gerd Knebel

Fotografiert von Jürgen Spachmann

Hallo, ihr Lieben!
In der letzten Woche habe ich mich auf den Weg in das Düsseldorfer Savoy Theater gemacht, um dort keinen Geringeren als Gerd Knebel zu treffen. Im Interview verrät er mir u. a. worüber er überhaupt nicht lachen kann, warum sein aktuelles Programm "Wörld of Drecksäck" heißt und warum eine seiner bekannten Rollen, der "Rocker", in der Vergangenheit ein Black-Metal-Festival auf Dugi Otok plante.
Viel Spaß beim Lesen und Danke an Gerd für das sympathische und aufschlussreiche Gespräch.

Liebst,

Conny
Conny: „Du trittst in vielen Orten bzw. vielen Bundesländern in ganz Deutschland auf. Gibt es Unterschiede? Lachen Menschen in NRW anders als die Hessen?“ 
G. Knebel: „Diese Art der Mentalität hängt nicht ausschließlich von der jeweiligen Region ab. Manchmal gibt es aber eben Abende, an denen Menschen mit den falschen Vorstellungen in eine Show kommen. Besonders in Bezug auf die Region kann man sich aber auch sehr täuschen. Letztens habe ich in einem kleinen Ort gespielt. Es war kurz vor Weihnachten, der letzte Gig des Jahres. Das war aber ein Hammer-Abend. Die Zuschauer waren locker, teilweise mit Lederjacken, teilweise aus der Alternativ-Szene. Es war knackevoll. Im Gegensatz dazu, finden dann Auftritte in einer Großstadt statt, bei denen eher ein „Kabarett-Publikum“ anwesend ist, die eigentlich lieber „Hildebrand“ hören möchten. Gestern habe ich beispielsweise gemerkt, dass alle Themen, die für einen Menschen selbst unangenehm werden können, bei denen man nicht weiß, wohin sie genau führen, machen den Zuschauern Schwierigkeiten. Das gilt besonders dann, wenn das Programm ein wenig „dunkler“ wird oder Theorien miteinander verschraubt werden. Viele Menschen wissen dann nicht, wie sie reagieren sollen.“ 

Conny meets Gerd Knebel

Aktuelles Tourplakat

Conny: „Du bedankst dich bei facebook bei deinen Zuschauern öfter dafür, dass sie auch bei „härteren Themen“ gelacht haben und die Stimmung gut war. Was sind denn „härtere Themen“? 
G. Knebel: „Härtere Themen? Gute Frage. Gestern Abend habe ich zum Beispiel ein Thema weggelassen. Es geht darum, warum drei Sexualstraftäter nach Marburg geschafft wurden. Was könnte der Grund dafür gewesen sein? Gab es dahinter einen Plan? Darüber habe ich ein paar Theorien entwickelt. Vielleicht deswegen, weil das hessische Verkehrsministerium ein geheimes Projekt ins Leben gerufen hat, um die Verkehrstoten zu verringern? Immerhin gehen die Leute dadurch weniger oder gar nicht mehr aus dem Haus. Dadurch werden auch zwangsläufig weniger Leute tot gefahren. Das sind dann die Gedanken, die mir durch den Kopf gehen. Dabei merkt man aber, dass die Leute da oft nicht mitkommen. Das Thema, welches eigentlich darüber liegt, blockiert die Zuschauer. In England oder in Amerika ist das anders. Da kommen die Menschen einfach mit auf dem Weg durch die Geisterbahn. Hier in Deutschland sind viele bei manchen Themen wie gelähmt. Sie möchten von bestimmten Dingen einfach nichts hören. Viele Comedians behandeln in ihrem Programm nur „nette“ Themen. Da geht es ums Einkaufen, Handtaschen und die Freundin. Das berührt aber niemanden. Da kann jeder lachen… CDU-Typ, SPD, Kommunist, Nazi, … alle zusammen können darüber lachen.“ 
Conny: „Könntest du persönlich über irgendein Thema überhaupt nicht lachen? Gibt es etwas, bei dem du sagst: „Das geht gar nicht!“ … oder kommt es auf die Verpackung an?“ 
G. Knebel: „Ich glaube schon, dass es immer auf den Kontext ankommt. Witze sollen ja nicht „nur“ ein Schocker sein, sondern auch eine lustige und eigenartige Theorie beinhalten. Komischerweise kann ich nicht mehr lachen, wenn etwas zu korrekt wird. Das ist zum Beispiel so, wenn bestimmte Kabarettisten schon fast anbiedernd zum Publikum werden. Dabei kann ich nicht mehr lachen. Dabei ist es mir persönlich auch egal, wie toll die Leute den Künstler dann finden. Ich mag es nicht, wenn sich jemand demonstrativ zu einer Seite bekennt. Idiotien existieren in allen Bereichen. Schau dir doch mal „Die Grünen“ an. Alle schweigen sich aus über dieses Pädophilie-Thema und weichen aus. Nach dem Motto: „Jaaaa, das war aber damals!“. Aber jetzt sind alle ruhig und wollen das Kapitel am liebsten einfach löschen. Daher konnte ich auch dieses Jahr nicht „Die Grünen“ wählen.“ 
Conny: „Ich lehne mich jetzt mal ganz weit aus dem Fenster und behaupte, dass „Wörld of Drecksäck“ an „World of Warcraft“ angelehnt ist. Wie bist du darauf gekommen?“ 
G. Knebel: „Ich schreibe ja sowieso regelmäßig, habe aber gemerkt, dass ich viel Stoff hatte, der ein wenig in eine dunklere Richtung ging. Der Übertitel „Wörld of Drecksäck“ hat letzten Endes gut gepasst. Natürlich hätte auch etwas anderes dabei rauskommen können. Bei dem Thema „Drecksäcke“ behandele ich dabei nicht immer ausschließlich die klassischen, wie Politiker oder ähnliches. Der Titel ist ja auch nur ein roter Faden. Daneben spielen auch viele Alltagsgeschichten eine große Rolle.“ 
Conny meets Gerd Knebel Conny: „Ach so. Ich dachte, du wärst selbst leidenschaftlicher Computerspieler…“  
G. Knebel: „Nein. Das bin ich nicht. Der Titel kokettiert nur mit dem Spiel. Das hat sich einfach angeboten und sah auch gut aus. Manchmal geht man auch einfach nach der Optik oder eben einem schrägen Namen. Damals haben wir für „Badesalz“ auch mal einen Programmtitel gesucht. Irgendwann zeigte mir eine gute Freundin einen Ort auf einer Karte namens „Dugi Otok“. Ich fand, dass das super klingt. Das ist ein Ort in Kroatien. Den Ort haben wir dann nachträglich ins Programm eingebaut. Ich, als Rocker, plane dann eine Black-Metal-Veranstaltung in Dugi Otok. Lustigerweise kamen nach der ersten Vorstellung Zuschauer zu uns, die ein Schiff in einem Yachthafen von Dugi Otok hatten.“ 
Conny: „Du bist schon länger im Comedy-Business unterwegs. Bist du denn noch aufgeregt vor einem Auftritt?“ 
G. Knebel: „Ja. Zumindest wenn ich das Gefühl habe, dass die Show komisch werden könnte. Manchmal sieht man auch im Vorfeld, dass das Publikum eben eher nach Kabarett aussieht. Eine Altersgruppe zwischen 20 und 60 Jahren finde ich am besten. Ältere Leute hingegen wissen manchmal nicht, was ein Sprayer, Metal oder Rap ist. Dann wird es schwer und das Gefühl, zu den Themen, die auf der Bühne angesprochen werden, fehlt. Manchmal habe ich dann das Gefühl, als sei ich ein kleiner Junge auf einem Geburtstag, würde etwas erzählen und die Älteren schauen mich stumm an und schütteln den Kopf. Das macht schon nervös und ist anstrengend.“ 
Conny: „Stellst du dein Programm auch gerne mal um, wenn du merkst, dass eine bestimmte Art von Witz nicht ankommen könnte?“ 
G. Knebel: „Selten. Wie gesagt: Ich habe schon einmal diesen Witz mit den Sexualstraftätern raus genommen, weil ich befürchtet habe, dass die Zuschauer darauf nicht klar kommen.“ 
Conny: „Wie sehen denn deine Pläne für 2014 aus?“ 
G. Knebel: „2014 spielen wir ein neues „Badesalz“-Programm. Momentan sind wir diesbezüglich mit Brainstorming beschäftigt. Im Mai kommt dann „Dö Chefs“ raus.“

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