[Comic] Top 8 2025

Erstellt am 1. Januar 2026 von Vincisblog @Vincisblog

Die deutlich härtere Prüfung als die Top 5 der besten Manga, ist immer die Comic-Top 8. Die 8 hat sich etabliert, weil ich so viel lese, und es ist immer viel zu viel Gutes dabei. Sogar die Platzierungen sind nicht leicht festzulegen. Aber ich konnte mich entscheiden, los geht’s.

Erwähnenswert

Mehr als 8 gute Comics habe ich auch 2025 gelesen, also hier noch mal eine Auswahl an Empfehlungen, die auch den letzten Lesenden abholen sollten. Was ist euer Lieblingscomic 2025? Schreibt mir einfach.

  • The Boys 5, 6, 7
  • Splitter Turtles Collection 6, 7
  • Ultimates 1, 2
  • Ultimate Spider-Man 2, 3
  • Saga 12
  • Daredevil Chip Zdarky 1
  • Absolute Batman 1, 2
  • Absolute Superman 1, 2
  • Absolute Wonder Woman 1, 2
  • Criminal 1

8. Batman & Robin: Das erste Jahr

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Man kann auch in diese Liste kommen, ohne eine tolle neue und besondere Geschichte zu bieten. Der Beweis dafür ist Batman & Robin: Das erste Jahr. Der Name lässt tief blicken und zeigt vieles, was man schon kennt, aber auch mehr. Was meine ich damit?

Es ist das erste Jahr von Batman & Robin, in dem Fall geht es um den allerersten Robin: Richard „Dick“ Grayson. Neue Herausforderungen beim Schurkenbekämpfen, aber auch im Privaten kommen auf Batman zu. Hausaufgaben, Schule, Kampfkunst und Sinn für Gerechtigkeit müssen nun alle unter einen Hut.

Alfred und Bruce stellen sozusagen den Vormund und die Eltern für Robin dar, und das ist top gelöst. Der Comic sieht unglaublich gut aus und ist komplett ohne Vorkenntnisse genießbar. Das sind tatsächlich die wichtigsten Gründe, warum der Comic hier auftaucht.

Die Geschichte wird in zwei Bänden abgeschlossen sein. Was einen weiteren Pluspunkt für diese sehr kurze Reihe darstellt und noch einmal den Fokus auf Erstlesende legt. Auch wer den Status quo mag, bekommt hier genau das, denn in Band 1 gab es keine Überraschungen und somit solide Kost.

7. Batman (4. Serie)

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Selten habe ich in meiner Top-Liste eine Superhelden-Reihe. Noch seltener ist es eine Reihe aus der aktuellen Kontinuität. Das ist so besonders, dass ich sogar in diesem Fall mit mir gehadert habe: Ist der Comic bzw. die Reihe wirklich so gut?

Chip Zdarsky hat einen Batman geschrieben, der in den Fußstapfen von Tom King und James Tynion IV läuft – schwer genug. Durch einen Zufall wird der Mord an dem Pinguin niemand Geringeres als Batman angehängt. Und das löst Failsafe aus, ein Programm, das verhindern soll, dass Batman über die Stränge schlägt.

Die vorherigen Batman-Reihen hatten es nicht einfach. King war für mich anstrengend und Tynion wieder „normaler“ mit tollen neuen Figuren. Dass man darauf aufbauen muss, ist nicht einfach, und das gelingt schon mal richtig gut. Weiter geht es mit der Idee um Failsafe.

Band 2 macht es sogar noch besser. Multiversum kann mächtig in die Hose gehen, wird hier aber kreativ – später sogar äußerst kreativ – eingebunden. Da ist die Optik schon die größte Kritik. Batman ist wieder lesenswert wie schon lange nicht mehr.

6. Gotham City: Das erste Jahr

Review

Und noch einmal habe ich ein erstes Jahr für euch. Diesmal ist der Name nicht nur falsch, er ist auch verwirrend. Das erste Jahr von Gotham City ist nämlich nicht das erste Jahr von Gotham City, sondern der Start der Hochburg der Kriminellen.

Helen Wayne ist verschwunden, vielleicht sogar entführt. Der Privatdetektiv Samuel „Slam“ Bradley soll sie finden. Die Entführung ist ungewöhnlich, die Eltern ebenfalls. Was steckt hinter der Tragödie, die die gesamte Familie Wayne erschüttern könnte.

Batman-Fans werden vieles an diesem Comic lieben. Viele kleine und größere Sachen sind versteckt und können entdeckt werden. Meine Vermutung: Beim erneuten Lesen entdeckt man noch mehr solcher Easter Eggs. Das ist schlicht genial.

Weniger genial war die Auflösung. Da stolpert Tom King über eine Legende, die so nicht funktioniert, und generell scheint der Herr wenig Ahnung von Schwangerschaften zu haben. Denn was hier der Comic erzählt, lässt den Stammbaum von Bruce ganz anders aussehen.

Optisch liefert Phil Hester absolut ab. Als großen Darwyn-Cooke-Fan entdecke ich Parallelen zu Catwoman von eben jenem Darwyn Cooke. Daran dürfte sicherlich auch die Crime-Noir-Story mit Slam Bradley verantwortlich sein. Toller Comic.

5. Frontier

Review

Mit der Vorstellung von diesem Comic wusste ich schon: Das wird ganz besonders. Diese hohen Erwartungen sorgten auch für Respekt vor dem Lesen. Das Review zeigte dann, dass es ein guter Comic ist, aber die Erwartungen waren vielleicht zu hoch, oder?

Forschungen im All sind auch in der Zukunft wichtig. Ji-Soo Park interessiert sich für die Forschung und die Wissenschaft. Aber die Welt ist – so wie bei uns – von Kommerz geprägt. Die Forschung steht im Hintergrund. Dies steht im krassen Kontrast.

Was mir sehr gut gefallen hat, ist vielleicht für einige abschreckend: die Chibi-Optik. Es ist süß und begeisternd. Alleine diese Optik sorgt bei mir für den Platz in der Bestenliste und für einen hohen Wiederlesewert. So etwas – mit dem Detailreichtum – habe ich nie zuvor gesehen.

Die Geschichte liefert Gesellschaftskritik, gerade auf den Konsum bezogen. Etwas mehr emotionale Storyelemente hätten dem Gesamtbild nicht geschadet. Ein toller und absolut gelungener Comic, der einen bleibenden Eindruck hinterlässt.

4. Metropolia: Berlin 2099

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Zukunftsdystopien mit Cyberthematik sind genau mein Ding. Da kommt es relativ gut, dass noch ein Titel im Jahr 2025 genau diese Thematik bedient. Metropolia: Berlin 2099 ist für mich ein Überraschungshit. Warum das so ist, möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten.

Im Jahr 2099 wird mit Meilen bezahlt. So sind Reisen mit Transportmitteln eher eine Seltenheit. Die Mehrheit läuft und sammelt so Meilen. Sascha Jäger ermittelt in einem Mordfall. Dabei wird die Vergangenheit der deutschen Automobilindustrie gezeigt. Wer ist der Mörder?

Da steckt ja ein Krimi im Comic! Damit hatte ich nicht gerechnet. Die Geschichte – vor allem wegen des Zukunftsaspekts und des Rückblicks in die Vergangenheit – erinnert mich ein wenig an Cyberpunk 2077. Denn die Zukunft wird immer wieder eingeflochten, aber nicht ins Gesicht gedrückt.

Das Duo, bestehend aus Fred Duval (Schwarze Seerosen) und Ingo Römling (Malcom Max), ist natürlich grandios. Und Verkaufsargument Nummer eins. Und das merkt man an allen Ecken. Die beiden verstehen ihr Handwerk und dadurch wird der Comic noch viel besser.

Da es sich um den ersten Band handelt, bin ich schon gespannt, was noch so alles in dieser spannenden Reihe passiert. Die Erwartungen sind nun sehr hoch, es sollte meines Erachtens auch nicht schwer sein, dieses Niveau zu halten. Dazu ist die Welt zu spannend angelegt.

3. Nach Mitternacht

Review

Eine verrückte Idee hat nicht nur dazu geführt, dass ich diesen Comic auf die Liste gepackt habe, sondern auch dazu, dass ich ihn überhaupt gelesen habe. Ich wollte von meinem Kontakt beim Splitter Verlag einen „Überraschungscomic“, einen Comic, den ich nicht ausgesucht habe.

Passend zu meinem eigenen Glück handelt die Geschichte von einem Vater (Guerlain) und seinem Sohn (Nisse). Sie leben seit Kurzem in einem großen Haus, einem Haus, in dem Guerlain als Kind gewohnt hat. Guerlain entwickelt erneut eine Schlafstörung, wie damals. Woran liegt das?

Die Disney-Optik fällt als Erstes auf. Übernatürliches wird unterschwellig vermittelt und das Ganze nüchtern erzählt. Eine Kombination, die mir direkt gefallen hat. Man erwartet ständig einen großen Knall. Irgendetwas noch Unbekanntes springt wie Kai aus der Kiste.

Später habe ich festgestellt, dass die Kolorierung sich am Tag und in der Nacht unterscheidet. Das sind die Kniffe, die man manchmal gar nicht wahrnimmt, aber das Erlebnis mit dem Wissen besser macht. Das gelingt dem Medium Comic so gut wie kaum einem anderen Medium.

Die Zahnräder, die langsam ineinandergreifen, sorgen für die abschließenden Höhepunkte dieses Einzelbandes. Zuvor war der Weg dahin ebenfalls einwandfrei. Mir fällt wenig ein – oder wenn ich ehrlich bin: gar nichts – was besser sein müsste oder könnte. Herausragender Comic!

2. The Sacrificers

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Rick Remender und Max Fiumara? Damit hatte mich The Sacrificers am Haken. Ich musste nur die Folie abziehen und den Comic lesen. Der Wunsch, den Comic zu lesen, hat sich mit dem Duo automatisch eingestellt. Etwas, was gefährlich sein kann, hat gut funktioniert.

Tomorrow, ein utopisches Paradies, hat eine kleine Schwachstelle: Opfergänger. Damit alles so bleibt, wie es ist, müssen Familien Opfer schicken. Was mit den Opfern passiert, ist unklar. Wir verfolgen in diesem Comic ein Opfer und es sieht nach dem wahren Paradies aus.

Der perfekte Einstieg in einen Comic wird hier geboten. Eine fröhliche Familie und eine knallharte Ausgrenzung sorgen für Spannung, bis der Groschen fällt und die Opfergänger vorgestellt werden. Was ist das für eine Welt? Und warum denken die Bewohner, es wäre ein Paradies?

Max Fiumara kann zeichnen und atemberaubende Artworks erzeugen. Davon gibt es hier viel und auch die verschiedenen Rassen sind genial dargestellt. Das mag erwartbar gewesen sein, aber es ist auch immer wieder ein Fest für die Augen.

Leider kam 2025 nur ein Band der Reihe bei uns heraus. Da der Band im Verlauf einiges verändert hatte, bin ich bislang nicht sicher, wie es mit der Serie weitergeht. Band 1 gefiel mir ausgezeichnet und deswegen hat er sich hier den zweiten Platz verdient.

1. Royal City

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UNFAIR!!! Einen Comic, den ich vor über 6 Jahren schon mal gelesen und über selbigen berichtet hatte, jetzt noch mal aufzunehmen? Das ist ja gar nicht nett von mir. Das mag zwar stimmen, aber die Variante alleine verdient diesen Platz auf der Eins.

Royal City, eine Stadt, die nicht mehr wie früher ist. Eine Thematik, der sich auch die Familie Pike stellen muss. Die Geschichte von Peter und Patti, mit ihren Kindern Patrick, Tara, Richard und Tommy wird hier in verschiedenen Abschnitten gezeigt.

Jeff Lemire kann tolle Geschichten erzählen. Wenn es seine eigenen sind und er zeichnet, kommen tiefe Emotionen dazu. Sweet Tooth und Royal City sind wohl die krassesten. Tränen sind möglich und das in dem Fall von Royal City ein brutaler Plottwist.

Beim ersten Lesen zieht es einem die Schuhe aus. Und dabei bleibt es nicht. Rückblenden graben tiefer und dann schreit das Herz ganz laut auf. Das darf doch nicht wahr sein. Diese Gefühle werden beim Lesen, erneuten Lesen und alleinigen Darüber-Nachdenken ausgelöst. Welcher Comic kann das?

Dazu kommt diese tolle Edition mit Buchschnitt, Hardcover und alles in einem Band. Mehr geht nicht. Für mich ist dieser Comic ein Meisterwerk und ein Muss – minimum ein Muss zum Lesen, wenn nicht sogar im Schrank. Wer hier nichts fühlt, ist wahrscheinlich ein Stein.