Comic Review: MESSAGE – Sci-Fi Apokalpyse Made in Germany

Comic Review: MESSAGE – Sci-Fi Apokalpyse Made in Germany

Metal Gear in the Shell

Wir befinden uns im 22. Jahrhundert und die Welt ist mal wieder kurz vor dem Untergang. Erneut scheiterte ein Versuch der Menschheit Gott zu spielen, denn durch das KI Programm KIEM sollte eigentlich die globale Erwärmung aufgehalten werden. Stattdessen kümmerte sich KIEM mittels seiner Exekutoren genannten mechanischen Todesschwadron lieber um den Verursacher der globalen Erwärmung und zerstört weite Teile der Menschheit.

Die Erde selbst ist nun wieder in einer Art Eiszeit und die letzten Überlebenden haben sich in Städte zurückgezogen. Soldaten, wie der androgyne Protagonist Avarus, führen den Kampf gegen KIEM fort und riskieren ihr Leben im Kampf gegen die Exekutoren. Doch Avarus muntere Jagd auf Roboter nimmt eine überraschende Wende, als er eine Textnachricht erhält, die von seinem verschollenen Bruder stammen soll. Avarus beschließt daraufhin, fast schon genretypisch, seine direkten Befehle zu ignorieren, um der mysteriösen Nachricht auf den Grund zu gehen und eine schreckliche Entdeckung zu machen.

Technik die begeistert

Wendt, die sich sowohl für die Story, als auch für das Artwork verantwortlich zeigt, macht mit ihrem Debut keine halben Sachen. Der Zeichenstil selber erinnert an Manga. So haben alle handelnden Menschen den charakterischen Wuschelkopf und Avarus selbst wirkt in seinem Cyberninjakostüm ziemlich androgyn. Die Strichführung ist relativ dünn und die Bildern offensichtlich am Computer koloriert, wodurch ein sehr steriler Look entsteht, der sehr gut zur Endzeitstimmung passt. Sehr überzeugend wirkt der auftretende Kontrast übrigens, wenn im späteren Verlauf des Comics Horroraspekte auftreten. Die Vermengung der sterilen Technologie mit blutigen Goreeffekten sorgt für einen stimmigen Stilbruch. Die Bilder sind ohnehin die größte Stärke des Comics und Wendt scheint sich dessen auch bewusst zu sein, denn sie nimmt sich Platz für große Bilder, die gerne auch ganze Doppelseiten ausfüllen. Gleichzeitig wirkt der Comic durch das Artwork ein wenig wie ein Webcomic. Das muss aber nicht als Kritikpunkt verstanden werden, denn der Stil passt zur Handlung.

Sterile Optik, Sterile Charaktere

Die sterile Optik passt perfekt ins Setting, leider wirken auch die handelnden Charaktere steril. Man kann zwar Avarus Motivation seinen Bruder wiederzufinden nachvollziehen, so recht passt das aber nicht zu dem eiskalten Cyberninja. Ebenso sind die Dialoge noch ausbaufähig. Die handelnden Personen klingen in ihren Dialogen hölzern und durch die inflationäre Verwendung von Tech-Sprache und Abkürzungen soll wohl die militarisierte Zukunftsdystopie eingefangen werden, endet aber tatsächlich in Worthülsen und inhaltsarmen Technogebabbel. Während Avarus, dessen optisches Vorbild Raiden aus Metal Gear zu sein scheint, eine eigene Motivation und Wiedererkennungswert mitbringt, bleiben die anderen Charaktere noch blass. Aber da es sich bei Message um den Einstieg einer fünfteiligen Serie handelt, ist da zum Glück noch Luft nach oben. Und mit seiner Mischung aus dystopischer Military-SciFi und Horror ist da auch noch einiges Möglich.

Produktionstechnisch überzeugt Cross Cult erneut mit der Umsetzung eines Comics. Das Hardcover kommt im großen Format daher, die Seiten fühlen sich schön dick an und mit dem tollen Cover macht sich das Buch auch gut im Regal.

Summary

Ein neuer Sci-Fi-Comic und dann noch aus Deutschland? Da mache ich direkt spitze Ohren. Cristin Wendt und Ronja Büscher ist mit MESSAGE auch ein erstaunlich ausgereiftes Debut gelungen. Auch wenn der Mangastil mich persönlich nicht überzeugt, ist er dennoch technisch gut umgesetzt und fängt die Geschichte gekonnt ein. Ganz warm bin ich ehrlich gesagt mit den Dialogen und dem mehr oder weniger sinnlosen Technogebabbel auch nicht geworden, aber der Cliffhanger am Ende sorgt gekonnt dafür, dass man als Leser unbedingt wissen will, wie es weitergeht. Da muss man allerdings geduldig sein, denn die nächste Ausgabe der Serie ist erst 2020 geplant.

ISBN: 978-3-959817-10-3

Umfang: 80 Seiten, farbig


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