Code Vein für die PlayStation 4 im Review: Dark Souls Abklatsch oder gelungenes Vampir-RPG?

Code Vein für die PlayStation 4 im Review: Dark Souls Abklatsch oder gelungenes Vampir-RPG?

Düsteres Setting? Check. Kniffliger Schwierigkeitsgrad? Check. Riesige Waffen? Check.

Bandai Namco Studios bringen mit Code Vein ein eigenes Action-Rollenspiel, das es mit dem Genre Primus From Software aufnehmen will, um eine ernsthafte Konkurrenz für Dark Souls und Sekiro darzustellen. Ob Vampire und ein Animestil ausreichen, um dem König vom Thron zu stoßen erfahrt ihr in unserer Review.

Die Welt steht schon wieder vor dem Abgrund. Wobei, eigentlich sind die Protagonisten von Code Vein schon einen Schritt weiter. Eigenartige Parasiten haben die Herzen der Menschen befallen und verwandeln diese in Revenant genannte Vampire. Einher geht das ganze mit der Fähigkeit nach einem tödlichen Treffer als Nebel davonzuhuschen und den Kampf zu einem anderen Zeitpunkt fortzuführen, solange bei diesem Kampf der Parasit nicht getötet wurde. Aber der Preis dafür ist hoch, denn nur Blut kann den Revenant davor bewahren, dem inneren Tier zu verfallen und zu einer Kreatur ohne eigenen Willen zu werden. Ebendiese Kreaturen drohen die Welt zu überrennen, Einhalt wird ihnen nur noch von einigen Rebellen geboten.

Und genau so einen Rebellen spielt man in Code Vein. Der namenlose Protagonist hat, fast schon genretypisch, Amnesie und kann sich an seine Vergangenheit nicht erinnern, besitzt aber Kräfte, die andere Revenants nicht haben: Er kann anderen Revenants die so genannten Blood Codes abzapfen, die ihm deren Fähigkeiten und Erinnerungen offenbaren. Doch das ist nicht die einzige Fähigkeit des Protagonisten, denn er ist auch in der Lage verdörrte Bloodspring-Pflanzen wieder aufblühen zu lassen, die ein Substitut für Blut generieren. Ausgestattet mit diesen Fähigkeiten und der Hilfe von neuen Freunden macht man sich also auf den Weg um die Ordnung wiederherzustellen und auf dem Weg die Vergangenheit aufzudecken.

Das Gameplay - Fast wie Dark Souls. Fast.

Nach dem ziemlich spektakulären Anime-Intro wird man als Spieler einfach in die Welt geworfen und fühlt sich als Genreveteran sofort an alte Zeiten erinnert. Der Spieler erstellt sich einen Charakter und steuert ihn auch fast wie bei Bloodborne, man kann also laufen, hat einen normalen und einen starken Angriff, rollt sich bei Angriffe zur Seite oder pariert sie direkt um Gegnern eine Haze genannte Währung abzuknöpfen, die genauso funktioniert wie die Seelen bei From Software Spielen: Sie sind die Währung mit der man seine Werte verbessern oder bei Händlern neue Ausrüstung erwerben kann. Stirbt man im Gefecht gegen die knackigen Gegner, hinterlässt man einen Fleck, an dem man die verlorenen Seelen wieder abholen kann; stirbt man aber auf dem Weg dorthin, verliert man das mühsam ersammelte Haze aber für immer.

Aber hier hören die Ähnlichkeiten auch schnell auf und zeigen, wieso Code Vein auf eigenen Beinen stehen kann, denn als Revenant stehen dem Spieler einige zusätzliche Fähigkeiten zur Verfügung. Denn durch die anfangs erwähnten Blood Codes erhält der Protagonist neben den Erinnerungen auch die Fähigkeiten von anderen Revenants, diese Blood Codes stellen also Code Vein´s Version von Klassen dar. Je nach Blood Code kann man also ein wilder Nahkämpfer oder Magier sein und kann die dort verborgenen Fähigkeiten auch miteinander vermischen, um das Gameplay sehr individuell an seine Bedürfnisse oder die Situation anzupassen. Der Clou dabei ist, dass man sich in Code Vein nicht verskillen kann, denn Blood Codes kann man bei Bedarf gratis wechseln und die Werte, die auf Waffen, Rüstungen und Blood Codes liegen, wechseln ihre Scalings gleich mit. Nimmt man also den Blood Code für den Berserker, eine Zweihandwaffe und eine schwere Rüstung ist man für den Nahkampf gerüstet, macht aber mit seinen Magieangriffen keinen Schaden. Die Spezialangriffe bezahlt man mit Ichor, dem Mana-Gegenstück des Spiels. Da die Spieler Revenants, also Vampire sind, können sie die Ressource auf verschiedene Arten auffüllen. Neben Tränken, die den Ichor aufladen, hat man auch die Möglichkeit den Wert durch erfolgreiche Treffer aufzufüllen. Ist man mit seinem Limit nicht zufrieden, gibt es bei Code Vein aber auch noch eine ziemlich coole Spezialattacke: Man kann mit seinem Drain-Angriff das Limit für den Durchlauf erhöhen. Je nach ausgewählter Rüstung gestaltet sich dieser Angriff unterschiedlich und kann eine rot leuchtende Kralle, Tentakel oder ein Skorpionstachel sein. Diese Angriffe kommen aber auch mit eingebauten Risiken, denn in der Regel muss man den Angriff vorher channeln, er kann aber auch bei Überraschungsangriffen oder in Combos eingebunden werden. Verliert man jedoch sein Leben, fällt der Ichor Wert wieder auf seinen Grundwert.

Ein Vampir kommt selten allein

Ein weiteres Feature, das Code Vein einzigartig erscheinen lässt, ist der Party-Aspekt. Zwar kann man sich wahlweise auch alleine durch die Welt kämpfen, aber angenehmer ist alles mit einem Partner. Der Begleiter wird dann von der KI übernommen und dackelt dem Protagonisten artig hinterher, ist sich aber nicht zu fein ab und an einen Kommentar abzulassen, der den Spieler vor Gefahren warnt oder mehr über die Welt erzählt. Man kann der KI keine Befehle geben, aber in der Regel kommen die KI-Kameraden ganz gut in Kämpfen zu recht und sind selbst im schlimmsten Fall immer noch in der Lage den gefallenen Protagonisten wieder auferstehen zu lassen; Das geht als Einzelkämpfer übrigens nicht.

Das Partner-Feature ist dabei mehr als nur schmückendes Beiwerk, denn wenn man sich ein gutes Verhältnis zu seinen Mitstreitern aufbaut und sie bei Gelegenheit mit den passenden Geschenken beehrt, geben die auch einzigartige Gegenstände ab oder teilen den eigenen Blood Code mit dem Spieler.
Code Vein hat übrigens einen Multiplayermodus, dieser erlaubt es aber nur, ähnlich wie bei den From Software Spielen, an bestimmten Stellen auszuhelfen. Dabei gibt es außer einigen Emotes keine Möglichkeit zu kommunizieren, Matchmaking oder eine andere Art des geplanten Multiplayers ist leider auch keine Option.

Anime, Gasmasken und architektonischer Wahnsinn

Aber kommen wir erst noch zum grafischen Design des Spiels. Denn der Look, den Code Vein mit sich bringt, wirkt zwar zusammengewürfelt, aber cool. Die Farbpalette schafft so den beliebten Anime-artigen Style, man kommt sich also sofort vor, als würde man eine Serie schauen. Unterstützt wird das auch durch die Charakterdesigns. Die Jungs haben natürlich alle die typische Igelfrisur und sind schmächtig und eigenartig gekleidet, die Mädels kommen allesamt mit überdimensionierten Riesenhupen daher und haben trotz ihren fiepsigen Stimmen kampftechnisch einiges auf dem Kasten. Zusammengehalten wird der fast schon viktorianische Stil dann eigenartigerweise durch Gasmasken, die die Charaktere tragen. Möglicherweise gewöhnungsbedürftig, aber definitiv nicht ohne Wiedererkennungswert. Das gleiche gilt übrigens auch für die Waffen, die allesamt ein paar Nummern zu groß sind, aber durch ein wildes Gewusel an Verkabelung immerhin zeigen, dass die Charaktere Vampire sind, die ihre Riesenwaffen nutzen, um dem Feind das Blut direkt per Waffe abzusaugen.

Dazu sind die Level überraschend abwechslungsreich gestaltet. Neben einer zerstörten Stadt in der Strassenschilder zu Waffen werden, gibt es noch viel mehr. Die an Anor Lando erinnernde gewaltige Kirche macht zwar architektonisch keinen Sinn, ist aber durch ihren labyrinthartigen Aufbau ziemlich spaßig. Die Level sind dabei teilweise riesengroß und teilweise, wie der Sumpf, kaum begrenzt. Dafür steht dem Spieler eine Karte zur Verfügung, die allerdings mehr schlecht als recht dafür sorgt, dass man sich zumindest nicht ständig im Kreis dreht.

Der einzige Wermutstropfen sind die oft etwas biederen Endbosse. Die werden zwar mit einem eigenen Namen und deutlich mehr Lebenspunkten ausgestattet, sehen aber nur selten spektakulär aus oder bieten ein deutlich anderes Kampferlebnis als die normalen Gegner.

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