Civilization VI für die Playstation 4 im Review: Geschichtskurs im Zeitraffer

Civilization VI für die Playstation 4 im Review: Geschichtskurs im Zeitraffer

Mit der Keule in die Zukunft

Firaxis Games haben die PC-Version ihres Dauerbrenners schon 2016 veröffentlicht, aber eigentlich sind sie damit direkt im Thema, denn zum Jahresende werden endlich die Konsolenfassungen auf den Markt geworfen, so dass die Entwickler gleich zeigen können, dass Geschichte sich offenbar wiederholt.

Auf den ersten Blick sieht Civilization aus, wie die Videospieladaption der Siedler von Catan. Und so falsch liegt man damit gar nicht, aber Civ, wie es seine Fans nennen, bietet noch einiges mehr als das Brettspiel. Ziemlich viel sogar, denn man spielt in 500 Zügen rund 7000 Jahre Menschheitsgeschichte nach.

Zu Beginn wird man nämlich einfach auf eine Karte geworfen, unterstützt nur von einer Horde Keulenschwinger und ein paar Siedlern, die eine Stadt gründen können. Unterstützt vom UI kann man so schnell ein nettes Fleckchen finden und schlägt dort seine Zelte auf. Das ist so ziemlich der klassische Einstieg.

Und so ist der Ablauf zwar theoretisch immer gleich, aber durch die Unmengen an Möglichkeiten immer facettenreich! Gerade als Anfänger kann man sich jetzt aber direkt einmal mit dem Begriff der Analysis Paralysis auseinandersetzen, denn bei der Vielzahl an Auswahlmöglichkeiten, Techtrees, die Zeitspannen von Jahrtausenden überdecken, kann man ohne einen festen Plan schon ganz schön ins Schlingern geraten. Woher soll ich zum Beispiel schon am Anfang wissen, ob ich mich lieber zur gewalttätigen Theokratie oder einem ganz zahmen Händlerstaat entwickeln will? Etwas abgeflacht wird die fast senkrechte Lernkurve aber zum Glück über einen KI-Berater, der einem zumindest ein paar valide Vorschläge macht, mit denen man sich nicht hoffnungslos verzettelt. Und die Überlegung für alternative Wege ans Ziel können ja auch auf ein neues Spiel warten, schließlich ist der Wiederspielwert ziemlich hoch und maßgeblich verantwortlich für den großen Erfolg der Serie. Denn neben dem reinen militärischen Sieg oder einem einfachen Punktsieg über die Konkurrenz gibt es in Civilization 6 insgesamt 5 verschiedene Siegbedingungen, die alle einen unterschiedlichen Approach erfordern, so kann man beispielsweise auch gewinnen, wenn man der #1 Touri-Spot der Welt oder der erste Mensch auf einem fremden Planeten stellt.

Dem Wiederspielwert spielen aber noch mehr Faktoren in die Karten. Zum einen spielt man nie auf der selben Welt. Durch verstellbare Regler wird die Welt zufallsgeneriert und kann so in dem einen Spiel ein Megakontinent oder ein Archipel sein, die natürlich ganz andere Möglichkeiten eröffnen. Ohne Wasser kann man als Wikinger nur schwer auf Plünderfahrt ziehen. Und wo wir schon bei Wikingern sind, in Civilization wählt man als allererstes nämlich eine der über 20 Nationen, die sich nicht nur durch ihren Repräsentanten unterscheiden, sondern auch ganz individuelle Eigenschaften und Vorteile mitbringen. Die eben genannten Norweger können frühzeitig übers Wasser navigieren und haben im Mittelalter Berserker als Spezialeinheit, die von Barbarossa vertretenen Deutschen können hingegen mit U-Booten aufwarten.

Eine Runde in die Zukunft

Dabei bleibt sich Civilization ziemlich treu, denn am bewährten Spielprinzip wurde kaum etwas verändert. Das Spiel ist weiterhin rundenbasiert und in den Runden kann gleichzeitig sehr viel oder sehr wenig passieren. Denn gerade am Anfang gehen die Züge noch erstaunlich flott, jede Stadt die man hat erhält eine Aktivierung und jede Einheit auf der Karte genauso. Die Städte können wahlweise Einheiten bauen oder Gebäude für die Stadt errichten, aber stets nur einen Auftrag zur selben Zeit. Da die Technologie gerade am Anfang noch wenig entwickelt ist, kann die Errichtung von Gebäuden und Einheiten gerne mehrere Runden dauern, die man dann gegebenenfalls aussitzen muss, dafür erntet man mit ihnen seltene Ressourcen oder treibt die Forschung voran. Ebenso können Einheiten die Karte erkunden, neue Völker finden und natürlich auch Kämpfen. Pro Runde haben Einheiten eine bestimmte Bewegungsreichweite, die häufig von schwierigem Gelände unterbrochen wird. Häufig passiert es leider, dass die Einheiten mühsam vorrankrebsen, gerade in den frühen Epochen muss daher lange marschiert und dementsprechend gewartet werden. Leicht abgeschwächt wird das langsame Vorankommen aber dann, wenn man Erfahrungspunkte sammelt und so seine Einheiten aufwerten kann. So zieht man sich regelrecht Veteranen heran, die deutlich müheloser gegen die feindlichen Krieger kämpfen. Und sollte es einen technologischen Sprung nach vorne geben, wie das erreichen der Eisenzeit, entwickelt man die Einheiten für einen fairen Preis direkt weiter und tauscht so die Keule gegen Schwert und Schild.

Zusätzlich gibt es noch die Möglichkeit sich technologisch und ideologisch weiterzuentwickeln, so kann man sich beispielsweise eine eigene Staatsreligion zusammenbasteln oder erforschen, wie man Computer baut um so die Mondlandung vorzubereiten. Oder man entwickelt sich diplomatisch weiter und kann so mit den konkurrierenden Völkern verhandeln und sich so beispielsweise Verbündete für einen Krieg oder den Handel zwischen den Städten florieren lassen. Das kann jedoch eine ganze Weile dauern und fordert jede Menge Geduld!

Generell ist Sitzfleisch beim Spieler gefordert. Nicht nur sind die eigenen Züge manchmal lang, da das Spiel rundenbasiert ist, wartet jeder Spieler auf seinen Zug und gibt dann erst weiter. Die KI Züge können dabei schon etwas lang sein, aber gerade im Multiplayer kann man eigentlich ganz bequem ein Buch lesen. Oder ein Tutorial, denn das Spiel verlangt einem eigentlich viel ab. Eigentlich vor allem deswegen, weil die KI der größte Kritikpunkt am Spiel für mich ist. Die sind nämlich recht doof und halten sich mit Cheats über Wasser. Ihre Züge sind häufig irgendwie Murks; mal erklären sie einem den Krieg, obwohl sie keine Hoffnung auf einen Sieg haben können, greifen dann in der falschen Reihenfolge an und verschleudern so ihre starken Fernkämpfer gegen die eigene Kavallerie, mal lassen sie sich partout auf für sie gute Deals ein. Aber Spaß macht´s manchmal auch eben genau deswegen.

Ein neues Zeitalter auf der Konsole?

Doch was machen die Konsolen eigentlich anders als die PC-Vorlage? Fangen wir mit dem wichtigsten Punkt an: Hat man aus irgendeinem Grund einen PC der von Civilization in die Knie gezwungen wird, dann hat man eine würdige Umsetzung.

Aber auf welcher Plattform ist das Spiel jetzt am besten? Nun, wenn der Rechner es hergibt, ist der PC auch weiterhin das beste Medium um das Aufbauspiel zu genießen. Die träge Spielweise lädt dazu ein das Game im Fenstermodus zu zocken und nebenher etwas anderes zu machen. So fällt man schnell in eine Art Loop, bei dem man gar nicht merkt wie die Zeit vergeht. Außerdem ist ein Spiel mit dermaßen vielen Statistiken am einfachsten und intuitivsten mit der Maus zu bedienen.

Die Konsolensteuerung versucht dem Spieler entgegen zukommen, es gibt viele Abläufe die leicht erreichbar sind, aber nicht alle. Da man sich bei Firaxis zum Glück dagegen entschieden hat einen Mauszeiger zu simulieren, muss man sich mit Tastendrücken und Hotkeys durch die zahlreichen Menus wuseln. Das klappt meistens gut, ist aber deutlich weniger komfortabel. Dafür kann man mit Freunden, die ordentlich Sitzfleisch mitbringen deutlich angenehmer im Hot-Seat Multiplayer zocken, was überraschend spaßig ist!

Die beste Umsetzung für Konsolen gibt es meiner Meinung nach aber für die Nintendo Switch, denn die Möglichkeit unterwegs oder im Bett zocken zu können. Da wird die leichte Kritik an der Steuerung zur Nebensache, denn jeder Civ Fan weiß, dass eigentlich immernoch ein Runde geht. Und dank der Switch kommt man als Fan vermutlich nie mehr von dem Spiel los.

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