Christian Wulf – Rücktritte

Zwei Seiten einer Medaille, Wulf und Bild,

war am Samstag bei der Demo auf Plakaten zu lesen. Christian Wulf als Bundespräsident auf allen Kanälen und Seiten der Medien. Unermüdlich bemüht er sich um irgendeine zufriedenstellende Aufklärung seiner persönlichen Verhältnisse – die Mediathek wird immer voller, jede Stellungnahme des Bundespräsidenten animiert zu neuen Fragen und rückt den Rücktritt von Christian Wulf immer näher. Es ist kein Ende abzusehen. Gut möglich, dass der Rücktritt morgen passiert. Die Zeichen verdichten sich vom Tag zu Tag und von Stellungnahme zu Stellungnahme.

Wer mit so vielen Freunden am Aufbau eines High Society Lebens seit Jahren so emsig arbeitet, kann sich nicht wundern, dass es eines Tages auffallen wird. Es ist noch nie dagewesen, dass sich die Bundesdeutschen Bürger mit einer Anleihe bei den Arabischen Demonstranten vor dem Sitz des Bundespräsidenten versammelt haben. (Demonstration gegen Wulff, Schuhprotest vor dem Schloss – SPIEGEL ONLINE – 07.01.2012) Der Deutsche an sich hat noch keine eigenen symbolischen Möglichkeiten, seine tief enttäuschte Wertschätzung demonstrativ zu zeigen, so haben die Demonstranten für Christian Wulf mit einer Anleihe bei den Arabischen Demonstranten ihr Missfallen an dem Verhalten von Christian Wulf deutlich gemacht. Schuhe gibt es auf der ganzen Welt – eine demonstrative Integration, friedlich den Finger in die von Korruptionen geschlagenen Wunden zu legen.

Christian Wulf – RücktritteWenn Politiker große Reden schwingen, hohe moralische Werte beschwören und mit ausgestrecktem Zeigefinger deren Bedeutung unterstreichen, wirkte das schon immer beklemmend unehrlich – ein Meister darin ist Westerwelle. Sein Zeigefinger ist immer irgendwo dabei.

Und Erklärungen. Wie viele Erklärungen sind immer nötig, um im Amt bleiben zu können, wenn man unbedingt bleiben will. Fast flehentlich wirken die von der Öffentlichkeit bei Christian Wulf erzwungenen Stellungnahmen.

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/kanaluebersicht/aktuellste/1532266#/beitrag/video/1533982/Wulff—Das-komplette-Interview

Beinahe gewinnt man den Eindruck, als ihm das Familienhäuschen jedes Deutschen nicht gegönnt werde. Wird wohl nicht der Fall sein. Eher wird der deutsche Häuslebauer darüber erstaunt sein, welche Zinsspannen es bei den Baukrediten je nach Schichtzugehörigkeit geben kann – und er wird es nicht akzeptieren. Warum auch. Raten zahlen und Tilgen müssen alle, alle müssen die günstigste Bank für ihre Finanzierung finden und überlegen, wie lange sie den Kredit festschreiben wollen. Und das fordern sie auch von ihrem Bundespräsidenten.
Der immer noch auf der Kultur und Politik der Stände lebender Standesstaat Deutschland ist eben noch nicht das Land der unbegrenzten Möglichkeiten – es beginnt sich gerade aus der Umarmung des Deutschen Untertan zu befreien und immer häufiger Missfallen, Wut und andere Meinung als die gerade regierende Obrigkeit zu vertreten. In den Wahlen, in Parlamenten und auf der Straße.

Korruption gehört nicht zu den kleinen Vergehen eines Nachtparkwächters. Die Bürger haben ein sehr gesundes Empfinden dafür, wenn einer seine erlaubten Grenzen überschritten hat. Die Mediathek von Widersprüchen bei Christian Wulf ist mittlerweile so groß geworden, dass sie bereits jetzt nach ein paar Wochen gute Grundlage für ein Studium bietet, wie sich ein Politiker selbst demontieren kann. Ein Wermutstropfen ist freilich auch dabei. Die Entdeckungen sind von der Bild-Zeitung in die Welt mit höherer Auflage als sonst in die Welt geschickt worden. So wie die Zeitung des Springer-Konzerns Politiker wie von Guttenberg hochjubeln kann, so kann sie die ohnehin gerade genug unruhige bundesdeutsche Politik aufmischen, und für einen Bundespräsidenten die Rettungsrutsche aus dem präsidialen Flieger vorbereitet aufgeblasen an die Tür lehnen, die sie selbst geöffnet hat – zurück zum Boden.

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Jetzt kommt der letzte Akt

SPIEGEL ONLINE - 06.01.2012 Christian Wulff hat sich entschieden: Er will im Schloss Bellevue bleiben, trotz allem. Darf er das? Formal ja, aber in Wahrheit ist seine Zeit längst abgelaufen. Seiner Präsidentschaft droht nun ein quälend langer Zerfallsprozess.

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Streit mit der “Bild”

Wulff lehnt Veröffentlichung von Anrufprotokoll ab

SPIEGEL ONLINE - 05.01.2012

Berlin – Bundespräsident Christian Wulff hat die Veröffentlichung seines umstrittenen Anrufs bei “Bild”-Chefredakteur Kai Diekmann abgelehnt. Wulff erklärte am Donnerstag, die “in einer außergewöhnlich emotionalen Situation gesprochenen Worte” seien ausschließlich für Diekmann bestimmt.

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