Christen und Menschenrechte: Ein notwendiges Miteinander

„Christen sind die größte Gruppe der Verfolgten“ – diese Feststellung setzt sich glücklicherweise auch in vielen politischen Kreisen immer weiter durch. Traurigerweise hat es dafür immer wieder dramatische Anlässe benötigt, um zu verdeutlichen: Der christliche Glaube ist an vielen Orten auf der Welt ausreichend Provokation, um diejenigen, die sich zu ihm bekennen, auszugrenzen, mit Gewalt zu bedrohen und sie zu verfolgen.

Der Einsatz für die Rechte von Christen ist eine Aufgabe, der sich alle verpflichtet sehen müssen, die für Freiheit und Toleranz stehen. Menschenrechtsorganisationen gibt es viele – doch allzu selten fehlt deren eindeutiger Standpunkt, wenn es darum geht, sich dem Elend vieler Christen in den unterschiedlichsten Ländern zuzuwenden.

Man mag sich über diesen Umstand empören. Doch Christen selbst haben gelernt, mit Friede und Hingabe denen zu begegnen, die sie ignorieren. Das Grundverständnis des christlichen Glaubens ermutigt zur Annahme auch des Sündigen. Und so öffnen Christen ihre Herzen auch gegenüber denen, die gegen sie sind. Und auch denen, die sie verfolgen. Christsein ist Herzenssache.

Aus diesem Grund betätigen sich viele Christen in der Hilfe um die Einhaltung von Menschenrechten. Ja, gerade auch, wenn es darum geht, Rechte derer einzuhalten, die nicht gerade offen sind für die Botschaft Jesu. Dass Christen wiederum in nah und fern weniger gut behandelt werden, als sie selbst mit anderen umgehen, soll sie nicht entmutigen.

Der Wille, sich für Menschen in Unrecht einzusetzen, bringt nicht nur das Gefühl, Gutes getan zu haben. Er befähigt auch, die Schriften, die uns der Herr überliefert hat, mit größerer Überzeugung und Authentizität zu verbreiten.

Leider unterscheiden auch heute noch viele Christen – und auch die, die sich nur vordergründig als solche bezeichnen – zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft, Sprache oder Religion. Und sie liefern damit wahrlich kein Vorbild für die, die in blindem Hass und Wut auf alles losgehen, was nur christlich klingt.

Dieser Tage erschüttern mich Meldungen, nachdem sich die Freiheitlichen in Österreich, die nach außen immer wieder versuchen, mit einer Verbundenheit zur Heimat und zum christlichen Glauben auch Christen in ihre Wählerschichten zu locken, empört über eine Entscheidung des europäischen Gerichts für Menschenrechte geäußert haben. Das Urteil bestätigte einen Klagenden, dem die Abschiebung aus innerhalb der Europäischen Union nach Griechenland drohte – dort, wo in Flüchtlingslagern „die Hölle“ zu herrschen scheint.

Die Freiheitlichen nehmen für Menschen aus ihrem Land andere Rechte in Anspruch, als für die, die nicht aus ihrem Kulturkreis stammen. Christlich tönt das für mich nicht. Man muss aber ohnehin feststellen: Programmatisch erkennt man sowieso nur wenig, was christliche Handschrift trägt. Und doch ist dieser Widerspruch zwischen christlichem Bekenntnis (man mag es sich nun leidglich zusprechen oder es aber tatsächlich mit Inhalt füllen) und einer Solidarität gegenüber jedem Menschen nicht selten anzutreffen.

Auch ich ärgere mich über viel zu wenig Öffentlichkeit für das Unrecht, das Christen heute und in der Vergangenheit angetan wird. Und doch bin ich sicher: Wir Christen dürfen uns nicht entmutigen lassen, der Ignoranz unserer Gegenspieler mit der Ausübung von Liebe entgegen zu treten. Christen und Menschenrechte gehören untrennbar zusammen.

Und so weiß ich nicht, ob der Jugendliche, der in einem Land der Europäischen Union als geisteskrank eingestuft und offenkundig über Jahre in einer psychiatrischen Anstalt an die Wand gefesselt war, um ihn ruhig zu stellen, Christ war oder nicht. Und doch erhebe ich meine Stimme gegen diesen fatalen Bruch mit den Menschenrechten. Nicht nur, weil der Vorfall in einem ach so menschenrechtsfreundlichen Europa gleich in der Nachbarschaft stattfand. Nein, sondern gerade deshalb, weil ich bewusst als Christ signalisieren möchte: Mir ist jeder Mensch wichtig, ob Christ oder nicht.

Und daher gilt mein Einsatz allen, die unter Tyrannei und Missgunst zu leiden haben. Für mich ist dies ein Auftrag aus der Schrift. Denn nur, indem ich zeige, dass meine Liebe jedem gilt, bin ich denen überlegen, die mit Gewalt und Unterdrückung Christen und Nichtchristen ihrer Rechte enterben, mit den Mitteln, die sich nicht zu kennen scheinen: „Wenn dich einer auf die eine Wange schlägt, so halte ihm auch die andere hin“… 

von Dennis Riehle


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