“Change”: zur Überwindung weiblicher Genitalverstümmelung

Weibliche Genitalverstümmelung ist kein afrikanisches Problem. Auch in Europa sind jährlich 180.000 Mädchen und Frauen dem Risiko ausgesetzt, in einem Land der EU oder im Herkunftsland ihrer Eltern verstümmelt zu werden. Mit dem EU-Projekt Change arbeitet TERRE DES FEMMES direkt mit den afrikanischen Communities in Europa zusammen, in deren Herkunftsländern weibliche Genitalverstümmelung besonders stark verbreitet ist. Christa Stolle, Bundesgeschäfts-führerin von TERRE DES FEMMES:

„Die Überwindung von weiblicher Genitalverstümmelung kann nur mit nachhaltiger Aufklärung gelingen. Die sogenannten Change-Agents, die selbst Teil der Communities sind, informieren deshalb von März bis Dezember diesen Jahres mit Aktionen in Hamburg und drei weiteren europäischen Städten der Change-Partnerorganisationen über gesundheitliche Gefahren, Religion und Kultur.“ Allein in Hamburg werden 36 Veranstaltungen stattfinden. Am 17. und 18. März treffen sich die Partnerorganisationen des Projektes bei TERRE DES FEMMES in Berlin zur Vorbereitung.

„Change“ steht für gesellschaftlichen Wandel in den Communities. Einflussreiche Frauen und Männer, meist aus ost- und westafrikanischen Ländern, wurden bei den Partnerorganisationen des Projektes Plan International Deutschland aus Hamburg, RISK aus Schweden, FSAN aus den Niederlanden und FORWARD aus Großbritannien zu Change-Agents ausgebildet. Sie treten in Dialog mit praktizierenden Familien, stoßen so Bewusstseins- und Verhaltensänderungen an und tragen damit zur langfristigen Überwindung von Genitalverstümmelung in ihren Communities bei. Die Ergebnisse des zweijährigen Projektes werden auf einer internationalen Konferenz in Berlin Anfang 2015 vorgestellt.

Die Change-Agents spiegeln mit Alter, Geschlecht und Bildung die Vielfalt der Menschen in ihren Communities wider und haben so den besten Zugang zu ihnen. Die 54-jährige Marie Christine aus Mali ist der Meinung, dass mangelnde Bildung und überkommene kulturelle Vorgaben afrikanische Kinder gefährden. Omar aus Hamburg, mit 19 Jahren jüngster Change-Agent, begründet sein Engagement so: „Die Macht, etwas zu verändern, können wir nur mit dem Wissen ausüben, welches uns das Change-Projekt vermittelt. Die Überzeugung, dass ich mehr erreichen kann, da ich auch aus Afrika komme und gegen weibliche Genitalverstümmelung bin, motiviert mich.“

Quelle: Terre des Femmes / frauenrechte.de


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