CÉCILE LAGARDE

Von Cousteau
Cécile Lagarde hatte viel Hoffnung in ihr neues Haus gesteckt. Man kann es nennen, wie man will, eine Flucht, ein neues Leben ... Cécile beginnt es am Rande eines Dorfes im Nichts, in dem sie niemanden kennt, in dem sie die Blicke nicht deuten kann, die sich von Tag zu Tag mehren.
Der Winter hält die Leute in ihren Häusern fest, die Kälte zerrt dichten Rauch aus den Schornsteinen in die Höhe. Cécile sieht aus dem Fenster, links die Nacht, rechts das Dorf. Mit ihren Rollläden rauben die anderen sich die Sicht auf das Licht im Wald, das ihr in die Augen sticht und sie an der kalten Scheibe hält wie eine Somnambule.
Gestern hatte sie noch ihr Nachthemd an, zog mal den einen Fuß, dann den anderen von den blanken Dielen. Heute steckt sie in ihrer Jeans, die Füße fest in schönen Stiefeln. Selbst mit deren Absätzen wird sie nicht im Weg versinken. So eisig ist's im Boden. Hat sie denn wirklich geglaubt, es sei vorbei? Hat sie wirklich geglaubt, sie könne sich selbst entfliehen?