CD-REVIEW: Mans Zelmerlöw – Chameleon

Von Bleistiftrockerde
Der schwedische Justin Timberlake - fast

„Nach der Show haben wir einen neuen amtierenden ESC-Sieger - und du bist dann wieder nur Mans Zelmerlöw." Mit dieser Spitze gegen ihren Kommentatoren-Kollegen traf die schwedische Komikerin Petra Mede vor einigen Monaten den Nagel auf den Kopf. Zelmerlöw ist seinen Titel inzwischen los und hat jetzt mit „Chameleon" ein neues Album draußen. Das bietet aber doch wieder nur typischen Eurovision-Pop.

Die aktuelle Single „Glorious" eröffnet den Reigen und klingt wie frisch aus einer überambitionierten Hitfabrik. Der 30-Jährige macht noch immer das, was er auch auf seinem Vorgänger-Album „Perfectly Damaged" praktiziert hat: durchchoreografierte, zumeist aber leider seelenlose und oberflächliche Popmusik.

Daran ändert sich im Laufe der zehn Songs auf „Chameleon" nur wenig. Zwischendrin wird es mal ein wenig ruhiger („Beautiful Lie", „Wrong Decision"), dann versucht sich Mans Zelmerlöw daran, den schwedischen Justin Timberlake zu geben - mit mäßigem Erfolg. Texte wie „It's heartbreaking that I'm the heartbreaker, but you are giving me the reason" („Round Round") machen es nicht besser.

2015 gewann er vor allem durch seine innovative Strichmännchen-Show den ESC in Wien. Auf CD muss er aber ohne solche Effekte auskommen. Eingängige Melodien wie bei der Vorab-Single „Fire In The Rain" (für dessen Promotion er auch die große Bühne des Eurovision Song Contest 2016 nutzen durfte) gehören aber noch immer zu seinem Repertoire. Auch unsympathisch wirken Songs und Künstler keineswegs.

Und dennoch: Zelmerlöw dürfte es mit dieser Art von Musik schwer haben, sich auch außerhalb seiner Heimat Schweden und außerhalb des ESC-Umfeldes einen Namen zu machen.

Albuminfos Mans Zelmerlöw - Chameleon

Künstler: Mans Zelmerlöw
Albumname: Chameleon
VÖ: 02.12.2016
Label: Warner
facebook.com/MansZelmerlow

Fotos: Promo