Cavatelli mit Polpette in Tomatensauce

Von Doceva @dental_food

Über meine immense Liebe zu Italien, den Italienern im Allgemeinen und im Besonderen zu dem wundervollen Meer und den prächtigen Bergen hatte ich ja in meinen letzten Blogposts ausschweifend berichtet. Wenn sich nun Südtirol mit Apulien auf dem Teller vermählt, das ist schon eine besondere Mahlzeit wert.

Ein Teller nach Maß

Die Cavatelli

Cavatelli (ital. cavo = hohl) oder Capunti sind kleine muschelförmige Nudeln aus Hartweizengrieß. Sie stammen aus der italienischen Region Molise, sagt mein Freund Wiki. Molise ist eine italienische Region an der Adria. Geschichtlich nährt sie sich aus den Nachbarregionen Abruzzen, zu der sie auch gehört, und Apulien. Eigentlich erinnern sie an Miniaturausgaben von Hot-Dog-Brötchen. Eine Variante, die Parmatieddi (etwas schlanker und länger) wird normalerweise am Palmsonntag als erster Gang serviert denn ihre Form erinnert an das wachsende Blatt eines Baumes. Die klerikale Erklärung schenke ich mir als Protestantin mal.
Aus der Rubrik Kalauer der Woche:
Was macht die kluge Hausfrau, wenn ihr Mann beim Kartoffeln holen die Treppe runterfällt
und sich das Genick bricht?
Nudeln!

Die Salsiccia

So vielfältig die italienische Landschaft ist, so mannigfaltig ist auch das Spektrum lukullischer Wurstgenüsse. Eine außerordentlich beliebte Spezialität ist die Salsiccia, eine Art grobe Mettwurst. Es handelt sich um eine mehr oder minder pikant gewürzte Wurst aus magerem Schweinefleisch und Speck. Sie kann mit Fenchel, Paprika, Nelken oder auch Rotwein verfeinert daherkommen. Die Salsiccia kommt fast nur frisch, also ungebrüht und ungetrocknet bzw. geräuchert in den Handel. Meine Salsiccia sind aus Südtirol mit angereist.

Der Wildwachsende Fenchel

Der Wildwachsende Fenchel (Foeniculum vulgare) ist im Mittelmeerraum beheimatet, wo er bereits seit der Antike kultiviert wird. Als Gewürzpflanze wanderte er früh über die Alpen und bereicherte unser pharmakologisches Repertoire. Gemeinsam ist den unterschiedlichen Varianten neben der gelben, duftenden Doppeldoldenblüte das zarte, zerteilte und würzende Blatt und, in unterschiedlicher Stärke, die krampflösende, aufhellende, verdauungsfreundliche und bronchienstärkende, schleimlösende Wirkung. Die Saaten sind in getrockneter Form erhältlich. Fenchel polarisiert - entweder man liebt ihn oder man hasst ihn. Ich habe meinen dunkel und fest in ein Glas eingesperrten Vorrat aus Palermo auf Sizilien mitgebracht. Eine Genusskomplizin hatte mich auf dies Juwel vor Ort aufmerksam gemacht, danke Monika J. Durch Anrösten in der Pfanne entfaltet er immer noch sein charakteristisches Aroma.

Das Gericht

Was gestern gut war, ist auch heute noch gut und wird morgen auch noch gut sein. Fleisch, hier in Form von Wurst, Würze und Pasta harmonisieren in jeglicher Form. Und so entstand mein Gericht Cavatelli mit Polpette in Tomatensoße. Wie ich die Tomatensauce herstelle hatte ich in meinem Bericht Pimp my Tomatensauce bereits ausführlich erklärt.
Und hier noch schnell aus der Rubrik zum Mitjohlen, laut im Auto oder im Wald vom Eurovision Song Contest 1964:
Gigliola Cinquetti

Das Rezept

Cavatelli mit Polpette in Tomatensoße von Doc.Eva

Zutaten

  • 500 g Cavatelli
  • 250 ml Tomatensauce
  • 4 Stck Salsiccia
  • 1 El Wildwachsende Fenchelsaat
  • 1 Tl Butter
  • 1 Tl Zucker
  • Parmesan nach Geschmack
Zubereitung
  1. Die Tomatensauce langsam erhitzen.
  2. Die Salsiccia in Daumenkuppen großen Portionen aus dem Darm drücken und in der Sauce erhitzen.
  3. Die Fenchelsaat in einer separaten Pfanne in Butter mit etwas Zucker sanft karamellisieren.
  4. Die Cavatelli in ausreichend Salzwasser al dente garen.
Anrichten
  1. Die abgegossene Pasta auf einen vorgewärmten Teller geben.
  2. Die Sauce darüber löffeln und mit der karamellisierten Fenchelsaat bestreuen.
  3. Mit frisch geriebenem Parmesan servieren.
Lasst's euch schmecken!