Catlins Roadtrip (27.-30.11.2010)

Tag 1 Samstag:
Seit ueber einem Monat bin ich nun wieder zurueck in Neuseeland und eine Spritztour durchs Land ist mehr als ueberfaellig. Da ich noch kein eigenes Auto besitze, habe ich mir kurzerhand eines gemietet und dieses am Samstag morgen in Queenstown bei Budget abgeholt.
Mit dem Auto gings die selbe Strecke zurueck, die ich am Vortag mit dem Bus zurueckgelegt hatte. Leider musste ich das so umstaendlich machen, weil es in Te Anau keine Autovermietung gibt, da sich das nicht rentiert. Falls das hier jemand liest und drueber nachdenken sollte, ich waere Euer bester Kunde! Es ging nach Invercargill und dort erstmal in die Touristinfo, weil ich noch keine Broschuere ueber die Catlins (mein Reiseziel) hatte und die Internetrecherche die Nacht zuvor ausgefallen war. Hier auch gleich mein erster Lobgesang an Neuseeland; endlich wieder Privatsphaere auf'm oeffentlichen Klo, ohne dass jemand von draussen durch die megagrossen Tuerspalten hindurchschauen kann.
Es ist schon ne Weile her, dass ich in Invercargill war und ausserdem war die halbe Innenstadt wegen der Santa Parade gesperrt , deshalb dauerte es ne halbe Ewigkeit, bis ich endlich eine Einkaufsmoeglichkeit fand und mich mit Lebensmitteln eindecken konnte. Und dann gings endlich los!
Da ich schon mal in der Naehe war, gings dann auch gleich noch nach Bluff, der letzten Bastion vor Stewart Island und knipste am Stirling Point den beruehmten Wegweiser. Bluff nennt sich ganz stolz der Ort "wo der Highway beginnt"; ein wenig optimistisch, schliesslich wuerde jeder von der Nordinsel sagen, in Bluff hoert der Highway auf, aber wir wollen nicht kleinlich sein. Es ging wieder ein Stueckchen noerdlich auf den Catlins Highway, auch die Southern Scenic Route genannt. Am Anfang ist der nicht besonders gut ausgeschildert und auch hier verfranste ich mich ein wenig, aber was solls, ich hatte Urlaub (freie Tage) und da schaut man nicht auf die Uhr. Allerdings war es schon spaet am Nachmittag und ich wollte noch irgendwo uebernachten, hatte aber noch keine Ahnung wo.
Ich fuhr nach Fortrose, wo ich mir ein Infoblatt schnappte und mir der nette Herr vom Cafe als Uebernachtstip Curio Bay vorschlug. Gut, da lagen noch einige Sehenswuerdigkeiten dazwischen, die ich nicht auslassen wollte, aber in Curio Bay kann man bei Sonnenuntergang Pinguine beobachten, deswegen nahm ich mir seinen Vorschlag zu Herzen und dueste los. Es gibt eine Kuestenstrasse, die groesstenteils noch nicht mal geteert ist und eine geteerte Inlandsstrasse, auf der man schneller unterwegs ist. Ich entschied mich fuer letztere und war nach ca. 45 Minuten in Curio Bay, checkte im dortigen Lazy Dolphin Backpacker ein, hatte schnell Abendbrot und schnappte anschliessend meine Kamera Ausruestung und fuhr die paar Hundert Meter (ja ich weiss, ich sollte mich schaemen!) zum fossilen Wald. Die Fossilien sind ueber 180 Millionen Jahre alt, falls sich jemand was darunter vorstellen kann….
Die Hostelbesitzerin meinte, dass die Pinguine immer so gegen 20 Uhr erscheinen und ich war schon etwas frueher da, um noch Fotos zu machen. Gegen 20 Uhr wurde es voll, denn viele Touristen wollten sich dieses Schauspiel nicht entgehen lassen. Auf einem groesseren Felsen stand auch ein einsamer Pinguin und schaute sich das Ganze skeptisch an, fuer mich sah es so aus, als ob ihn die anderen vorgeschickt haetten, um Ausschau zu halten. Die meisten Leute verzogen sich mit der Zeit, weil es ihnen zu lange dauerte. Das war mir ganz recht, denn sie liefen alle am Strand entlang, einige sogar mit lauten und gelangweilten Kindern und wunderten sich, warum die kleinen Racker nicht aus dem Wasser kommen. Nun ja, wie waers damit als Erklaerung: Pinguine sind scheu und kommen nicht an Land, wenn sie Leute am Strand sehen. Leider heisst das auch, dass die Jungen, die tagsueber im Nest bleiben, nichts zu essen kriegen, weil Mama und Papa nicht ins Nest zurueckkommen. Irgendwann gesellte sich ein schweizer Paaerchen zu mir (ich habe ja schon oefter in aelteren Beitraegen erwaehnt, welch magische Anziehungskraft mein Stativ auf Leute auswirkt) und die hatten von wirklich nichts ne Ahnung. Ich hingegen sah nicht nur wegen meinem Stativ als Profi in Sachen Foto aus, nein ich wurde auch noch als Pinguinexperte ausgemacht und mit Fragen ueberhaeuft. Zum Beispiel ob die Pinguine an Land kommen oder ins Wasser zurueckkehren. Auf dem Weg zum Strand sind sie an Informationstafeln vorbeigelaufen, auf denen das draufsteht! Die beste Frage :"Wieviel Uhr kommen die denn zurueck?" und ich meinte darauf nur, dass die keine Uhr haben, man koennte das also nicht genau sagen. Ich fand das ganz unterhaltsam, vorallem weil die zwei nicht wussten, dass ich sie verstehe, als sie sich untereinander unterhielten.
Gegen 21.15 Uhr sah ich dann noch andere Pinguine und ich wunderte mich, ob die bei David Copperfield in die Magieschule gegangen sind. Ich habe sie naemlich nicht an den Strand laufen sehen, sie waren einfach ploetzlich da. Und das, obwohl ich das Wasser im Auge behalten hatte um sie heranschwimmen zu sehen. Ein Pinguin, es handelt sich uebrigens um Gelbaugenpinguine, die seltenste Pinguin Art der Welt (genannt hoiho) kam von der Vegetation zum Strand heruntergelaufen und ich vermute, dass es entweder ein Junges war, dass seinen Eltern entgegenlief oder aber ein Elternteil, da immer nur Mama oder Papa zum Fischen ins Meer geht und der andere beim Nachwuchs bleibt. Sie begannen sich zu rufen und fanden sich mit der Zeit auch. Ich stand recht nah zum an den Strand laufenden Pinguin und ihm gefiel das irgendwie ueberhaupt nicht, denn er blieb stehen und guckte nervoes umher. Als ich mich entfernte, watschelte er schnell tollpatschig weiter. Ich blieb noch eine ganze Weile am Strand, obwohl es viel zu dunkel fuer Fotos war. Inzwischen war ich die einzige, denn alle anderen hatten das Handtuch geworfen. 7 Pinguine zaehlte ich, bevor ich mich auf den Weg ins Backpacker machte und ins Bett ging.
Tag 2 Sonntag:
Ich wachte auf, weil meine zwei Zimmergenossen staendig entweder ins Zimmer oder aus dem Zimmer gingen, fruehstueckte in Ruhe und checkte meine Emails, bevor ich mich wieder auf den Weg machte. Geplant war, die Sehenswuerdigkeiten nachzuholen, die ich gestern auf dem Weg nach Curio Bay auslassen musste. Bei allerschoenstem Wetter ging es ein paar Kilometer zurueck zum Slope Point, dem angeblich suedlichsten Punkt der Suedinsel. Da befand ich mich nun ziemlich frueh am Morgen an einem ziemlich einsamen Ort der Suedinsel und die ersten zwei Menschen, denen ich dort begegne sind Deutsche. Das kann doch alles nicht wahr sein!
Waipapa Point war schon immer einer meiner Lieblingsorte in den Catlins und ich freute mich darauf, ihn endlich wiederzusehen. Dort hat sich in den vergangenen Jahren einiges geaendert; ein ordentlich angelegter Parkplatz mit Toilettenhaus, das gabs vor einigen Jahren noch nicht. Auf dem Weg zum Leuchtturm begegnete ich dem schweizer Paaerchen von gestern und er machte mich gleich sofort darauf aufmerksam, wo ich die Seehunde sehen koenne. Einer lag faul in der Sonne und der andere machte sich gerade auf den Weg ins Wasser fuer eine Abkuehlung. Abkuehlung war das Stichwort, denn inzwischen war es richtig heiss. Ich lief barfuss am Strand entlang und steckte meine Fuesse ins Wasser - ich kann mich schon gar nicht mehr erinnern, wann ich das das letzte Mal gemacht habe! Mein kurzaermeliges Top wich einem aermellosen und die Sonnencreme wurde ausgekramt, um dem Sommer zu huldigen. In Milford kann ich das nicht machen, weil es entweder nur regnet oder man von den Sandflies zerbissen wird.
Ein mahnendes Wort an alle deutschen Touristen. Bitte denkt daran, dass Ihr nicht die einzigen Deutschen/Deutsprechenden in Neuseeland seid! Ich kann das nur immer wieder betonen und haette das auch gern dem Paaerchen gesagt, dass sich lauthals auf dem Parkplatz stritt und anschrie. Ziemlich peinliche Situation, die man vermeiden kann (oder sollte).
Zurueck auf der Southern Scenic Route verlies ich bald die Kuestenstrasse und gelangte in den Catlins Forest, wo ich endlich mal ein paar Kilometer schrubben konnte, ohne staendig fuer Fotos anzuhalten (obwohl, wenn es genuegend Platz am Strassenrand gegeben haette, waeren selbstverstaendlich auch mehr Fotostops drin gewesen!). Der naechste Stop waren die McLean Falls und ich wurde ein wenig komisch angeschaut, als ich in der Hitze mit Fotorucksack und Stativ loszog, aber was tut man nicht alles! Die Bilder waren es auf alle Faelle Wert! Zurueck im Auto, passierte ich wenige Minuten spaeter das Schild fuer die Cathedral Coves und wie schon bei meinem letzten Besuch mussten diese aufgrund meines schlechten Timings ohne meinen Besuch auskommen, da sich ein Besuch dieser Hoehlen nur bei Ebbe lohnt, wenn man durch sie hindurchlaufen kann. Bei Flut sind sie ueberflutet. Ebbe war gerade vorbei und die Flut am hereinkommen und somit haette ich nichts gesehen. Naja, aller guten Dinge sind drei, muss ich eben nochmal herkommen!
In den Catlins sind die Sehenswuerdigkeiten wie Perlen auf einer Kette aneinandergereiht, man faehrt ein paar Kilometer und schon haelt man wieder an fuer einen kleinen Walk zu einem See oder Wasserfall. Der naechste Stop hiess Lake Wilkie und auch wenn er nicht so spektakulaer wie manch einer der Wasserfaelle ist, lief ich schnell mal runter zum See, knipste ein paar Fotos und dann gings weiter nach Papatowai, wo mir meine Arbeitskollegin Sara das Hilltop Backkpacker empfohlen hatte. Es wurde sowieso schon spaet und so entschied ich mich, hier die Nacht zu verbringen. Die Unterkunft fand ich schnell und verliebte mich sofort in das kleine Haeuschen mit seinen schnukelig eingerichteten Zimmern. Ich machte es mir nach einer Dusche gemuetlich und lies den Tag ruhig ausklingen.
Tag 3 Montag
Um den super Ausblick am Morgen vom Bett aus geniessen zu koennen lies ich die Vorhaenge der riesigen Fensterfront geoeffnet und bereute dies am Morgen sehr, schliesslich weckte mich eine gnadenlos brennende Sonne sehr frueh am Morgen. Ich stand 7 Uhr auf, packte und nach dem Fruehstueck gings weiter.
Der naechste Stop lies nicht lange auf sich warten und dabei handelte es sich um einen der Highlights der Catlins; die Purakaunui Falls. Es war noch sehr frueh am Morgen aber bereits sehr heiss, aber ich lief wieder los mit meiner kompletten Ausruestung; zum Glueck gings durch’n Wald, da brennt die Sonne nicht so heiss. Das tat sie umso mehr an meinem naechsten Stop, der Jack’s Bay, die ich von meinem ersten Besuch in den Catlins uebrigens noch nicht kannte. Also was wirklich neues fuer mich und meine Kamera – juchu! Der Strand war total verlassen und nach einem kurzen aber anstrengenden Spaziergang zu den Blowholes (die bei Flut ganz toll Wasser nach oben spritzen, was aber in meiner Gegenwart nicht geschah) und einigen super Fotos stolperte ich bei einem abkuehlenden Strandspaziergang fast buchstaeblich ueber zwei riesige Seeloewen. Die hatte ich naemlich gar nicht bemerkt, weil da soviel Seegras und anderer Seemuell rumlagen, dass ich die zwei eben nicht sofort sah. In Milford seh ich ja jeden Tag Seehunde, die aber um einiges kleiner und friedlicher ausschauend sind als Seeloewen, sodass ich gebuertigen Abstand hielt. Inzwischen war meine Haut trotz Sonnencreme maechtig am brennen und ich verkroch mich ins Auto und fuhr zum beruehmten Nugget Point, dessen Bilder in allen Neuseeland Reisefuehrern und Kalendern zu finden ist. Auf dem Weg dorthin lies ich einige Stops aus, da ich noch einiges vorhatte. Vom Leuchtturm und den nach Goldklumpen ausschauenden Felsen schoss ich meine obligatorischen Fotos, bevor ich zum Kaka Point fuhr und lecker Fish&Chips zum Mittag ass. Danach verabschiedete ich mich von den Catlins und fuhr nach Invercargill, wo ich am fruehen Abend ankam.
Nach einer wohlverdienten Dusche und einer laengst ueberfaelligen Internetsitzung gings dann ins Kino, weil ich unbedingt den neuen Harry Potter Film sehen wollte und das Kino in Te Anau ein wenig hinterherhinkt mit aktuellen Filmen. Schade, dass die Fans nun ein weiteres Jahr bis zum grossen Finale warten muessen, aber naja, ich bins ja vom Herr der Ringe gewohnt.
Tag 4 Dienstag
Am naechsten Tag dann gab ich meinen kleinen Toyota Corolla bei der Autovermietung ab, erledigte noch ein wenig shopping in Invercargill und dann gings mit meiner Kumpeline Sara zurueck nach Milford, wo uns zu unser grossen Ueberraschung super Wetter erwartete. Na klasse, da verlaesst man mal Milford fuer ein paar Tage und schon verzieht sich das schlechte Wetter! Ich bin super happy, dass ich diesen Trip gemacht habe und soviel Glueck mit dem Wetter hatte. Fuer die Zukunft sind aehnliche Ausfluege geplant und dafuer werde ich mir wohl einfach kurzerhand wieder ein Auto mieten.
Mit dem Internet und Hochladen von Bildern ist das ja hier in Milford so eine Sache, deswegen hier mal ein link zu meinen Bildern auf facebook, die Ihr Euch anschauen koennt, bis ich die Bilder dann irgendwann auch bei Picasa online habe. Viel Spass beim Anschauen!
Eure Katja

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