Carmilla, der weibliche Vampir

Vampir aus Schnee
An und für sich sind weibliche Vampire in der Weltliteratur äußerst unterpräsentiert.
In Dracula von Bram Stoker taumeln sie – soweit ich mich erinnern kann – meist willenlos hinter dem großen Herrn Blutsauger hinterher.

Auch in einem weiteren Klassiker, nämlich Gespräch mit einem Vampir von Anne Rice ist die Frauenrolle nur sehr mäßig mit einem 10-jährigen Mädchen besetzt.

Allenfalls die Vampirinnen in der Bella-und Edward-Saga von Stephenie Meyer scheinen ein bisschen mehr aus ihrem (ewigen) Leben machen zu wollen, als den Weg zur nächsten Blutbank zu suchen.

Aber ein wirklich herausragendes und epochales Beispiel an selbstbewussten, weiblichen Vampiren ist Carmilla, der weibliche Vampir von Joseph Sheridan Le Fanu.

Und dieses Buch ist immerhin bereits 1872 erschienen.

Carmilla, der weibliche Vampir

Laura, ein Mädchen aus bestem Hause lebt mir ihrem Vater auf einem Schloss in der Steiermark.
Dort bekommt sie Besuch von der geheimnisvollen, aber netten Carmilla.
Jetzt beginnen ihre Alpträume wieder und sie wird von Tag zu Tag schwächer. Irgendwann stellt sich heraus, das Carmilla bei aller Freundlichkeit eine Vampirette ist und vernichtet werden muss.
Denn sie ist in Wirklichkeit auch kein Mädel im Backfischalter, sondern das Anagramm einer sehr, sehr bösen Frau.

Dieses Buch hat eine äußerst homophile Note.
Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts muss die Geschichte eines lesbischen Vampirs ganz besonders extraordinär gewesen sein!

Vampirgeschichten

An und für sich interessieren mich Vampirgeschichten herzlich wenig.
Früher lag in ihnen der Reiz des Verbotenen und wir hingen dem einzigen Jungen in unserer Klasse, der sich bereits alle Dracula- und Frankensteinfilme (ich habe beide früher ständig verwechselt) hat anschauen dürfen, an seinen Lippen, wenn er davon erzählte.
Ich kann diesen Blutdurst, der inzwischen ja wieder neu die Fantasyszene belebt, nicht nachvollziehen. Außerdem dürstet es mich überhaupt nicht nach einem ewigen Leben.52 Bücher

Bella und Edward sehe ich da als kleine Ausnahme, weil dies für mich lediglich eine nette Erzählung über das Phänomen Teenieliebe, also: “First Love” ist.
Außerdem sind die Cullens ja sowas wie Vegetarier und saugen nur Tiere aus.

Trotzdem hat mich das Thema der Woche bei 52 Bücher von Monstermeute & Zeugs sehr gefreut, weil mir wieder die Camilla in den Sinn gekommen ist.
Und dieses Buch muss ich unbedingt noch mal lesen!

Wie ist das bei euch, mögt ihr Vampirromane? Oder Vampire? Oder seid ihr selber einer?

Foto: Männlicher Vampir aus Schnee, der gerade Sohn 2 bedroht (altes Bild) ©Sabienes
Text: Camilla, der weibliche Vampir ©Sabienes


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