Cañón de Somoto

Jetzt ist es schon fast zwei Monate her, dass ich etwas geschrieben habe. Liegt hauptsächlich an den unspektakulären letzten zwei Monaten, aber auch an der unglaublichen Hitze im April, die jegliche Motivation per Schweißausbruch schnell und gründlich aus meinem Hirn beförderte.

Also, auf zum Cañón de Somoto! Kurz zu Somoto selbst: Ist angeblich die unglaublich langweiligste Stadt im Norden Nicaraguas. Aber es gibt dort den vor ein paar Jahren „entdeckten“ Cañón, dem auch der Río Coco, der längste Fluss Mittelamerikas entspringt und der ist wirklich sehenswert. Man steigt in Somoto am Busbahnhof aus und wird schon von Taxifahrern und Reiseführern umzingelt, die einen fragen, ob man denn zum Cañón wolle. Na klar, was denn sonst! Nach Erklärung aller Optionen wird schon ein Taxi gerufen (das bisher beste Taxi in ganz Nicaragua) und man fährt die gut fünfzehn Kilometer aufs Land, bis sich die Schilder um den Cañón verdichten und man vor einer kleinen Holzhütte, dem Büro, halt macht. Dort werden noch einmal alle Optionen und Preise aufgezählt (lange Tour: 15 US$, 6 Stunden, ganzer Cañón; mittlere Tour: 10 US$, 3,5 Stunden, Einstieg in der Mitte; kurze Tour: 10 US$, 1 Stunde, nur der Auslauf) und wir entscheiden uns für die mittlere Tour. Wir warten noch auf vier Managuaner, mit denen wir eine Gruppe bilden werden und schon geht es los. Schon bei der ersten Steigung kommt der Dickste in der Gruppe ins Schwitzen.

Cañón de Somoto

Da fließt er hin, der Río Coco

Während der zwei Kilometer kurzen Wanderung pfeifen schon fast alle aus dem letzten Loch, was die beiden Führer nicht mehr verwundern kann, sind sie doch jeden Tag hier mit verwöhnten und untrainierten Touristen unterwegs, ihnen aber trotzdem einen Grinser ins Gesicht treibt. Auf den letzten Metern, sieht man dann die Teilung, wo der Río Coco gen Osten fließt und der andere (dessen Name nirgendwo sicher zu finden ist) den Cañón weiter in den Felsen gräbt. Am Wasser angelangt sieht man 100 Meter stromabwärts schon die hohen Felsen zu beiden Seiten des dunkelgrünen Baches aufsteigen. Ungefähr diese Strecke kann man auch noch zurücklegen, ohne sich großartig nass zu machen, dann ist aber schon die erste Schwimmlektion angesagt. Alles, was nicht sich nicht so gut mit Wasser verträgt (Kameras, Telefone, …) wird in eine große weiße Plastikkiste gepackt, die fortan einer der beiden Führer herumschleppt. Die Felsen werden immer höher und höher, wirklich beindruckend dann immer wieder der Kontrast der oft schneeweißen Felsen im dunkelgrünen bis schwarzen Wasser.

Cañón de Somoto

Große runde Steine und riesige eckige Steine

Cañón de Somoto

Der Eingang

Alle Schwimmwesten werden festgezurrt, in Nicaragua können nämlich nur sehr wenige Menschen wirklich schwimmen. Ich lehne ab und springe mit der offenen Schwimmweste ins Wasser. Gut, keine so gute Idee, geöffnet stört sie nämlich noch mehr, als gut befestigt. Bis mir ein Führer die Weste dann schlussendlich abnimmt und sie sich selber umschnallt lasse ich mich dann wie auf einer Luftmatratze durch die gut 20 Meter hohen Schluchten treiben. Während bisher auf allen ach so natürlich belassenen Wanderpfaden in Nicaragua immer mehr oder weniger Müll und andere menschliche Einflüsse zu sehen waren, ist der Cañón tatsächlich frei von Menschen und deren Angewohnheit, überall ihr Zeichen zu setzen. Unbekannte Vögel und riesige Schmetterlinge ziehen ruhig ihre Kreise und lassen sich von unserer Anwesenheit nicht großartig stören. Fast gegen Schluss, als schon einige Teilnehmer anfangen, ihre Gliedmaßen zu spüren gelangen wir an einen kleinen Wasserfall, so klein, dass ich nicht weiß, ob er überhaupt schon Wasserfall genannt werden darf. Gut zwei Meter schießt das Wasser in den tiefsten Teil des Cañóns, wo angeblich zwischen 8 und 25 Meter Wassertiefe herrschen sollen.

Cañón de Somoto

Ein Loch im Fels

Cañón de Somoto

Ein Fels in der Brandung

Cañón de Somoto

Hohe Wände ...

Der gewöhnliche Weg ist der Sprung neben dem Wasserfall, zwei Meter weit ins garantiert tiefe Wasser, der allerdings den meisten anwesenden Damen trotzdem zuviel ist und daher per Seil hinunterklettern. Einzige wilde Hunde sind ein Führer und ich, die wir noch weiter hinaufklettern und von mindestens fünf Metern ins tiefe Schwarz springen. Während man im ersten Teil fast immer von ein wenig Strömung begleitet wird und sich auch treiben lassen kann, ohne sich anzustrengen, ist der letzte Teil von gut 600 Metern nur noch selbst paddelnd zurückzulegen. Immer mehr Menschen tauchen auf, in kleinen Booten, am Ufer entspannend oder einfach badend. Als schon keiner mehr wirklich kann und will verlassen wir den Wasserweg und schleppen uns zu einem der Boote. Der Dicke bringt uns auch gleich fast zum Kentern, wir schaffen es aber trotzdem ohne Umfallen bis zum Ausstieg, wo die meisten Menschen ihren Badetag veranstalten. Dann noch 20 Minuten bis zum Hüttenbüro zurück und wir sind endgültig geschlaucht.

Da es schon halb drei ist und wir gerne den letzten Expressbus nach Condega erwischen würden, welcher aber um drei abfährt, erkundigen wir uns nach Möglichkeiten Richtung Somoto. Es wird uns versichert, alle paar Minuten führe ein Bus oder ein Taxi vorbei, wir sollten einfach an der Panamericana warten. Nach gut einer Stunde warten und drei schon völlig überladenen Taxis quetschen wir uns zu acht in ein Taxi mit 5 Sitzplätzen und zuckeln zum Busbahnhof. Dort erklärt man uns, der Bus aus Estelí ist heute nicht gekommen, wird er wohl auch nicht mehr. Also im Bus nach Ocotal bis zur Kreuzung mit den Möglichkeiten Ococtal und Estelí (wir wollen Richtung Estelí, der Bus aber nach Ocotal) und dort auf den Bus von Ocotal nach Estelí warten, der laut Plan in einer Viertelstunde vorbeikommen sollte. Aber auch der lässt auf sich warten, weil ja 1. Mai ist und da nicht alle Busse fahren.Wir versuchen unser Glück im Autostoppen und wandern inwzischen schon mal Richtung Condega die Straße entlang. Als uns dann doch ein Bus einholt haben wir ungefähr fünf Kilometer zurückgelegt und uns dadurch exakt einen Cordoba erspart.



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