Cambridge Analytica – die ganze Geschichte

Cambridge Analytica – die ganze GeschichteDerselbe Geldgeber, der auch Donald Trumps Wahlkampf bezahlt hat, förderte auch Alexander Nix Arbeitgeber SCL, die Mutter der seit Tagen die Schlagzeilen beherrschenden Meinungsmacher von Cambridge Analytica: Der amerikanische Multi-Milliardär Robert Mercer, der sein Geld dafür missbrauchte, den USA einen grenzdebilen, rechtsextremen Präsidenten aufs Auge zu drücken.

Chef von Cambridge Analytica gefeuert

Der Chef des Hauses Cambridge Analytica Alexander Nix wurde jetzt suspendiert – oder, um im Stil der neuen Herren der Welt zu bleiben: gefeuert.

Nicht nur, dass immer offensichtlicher wird, dass das Unternehmen Cambridge Analytica durch die Auswertung unrechtmäßig gesammelter Daten aus Facebook-Profilen Donald Trump zum Sieg bei der amerikanischen Präsidentenwahl 2016 verholfen haben soll.

Cambridge Analytica war gestern noch deutlich stärker unter Druck geraten, nachdem herauskam, dass Alexander Nix vor versteckter Kamera mit Erpressungsversuchen von Wahlkandidaten geprahlt hatte.

Auch Erpressung gehört zum Portfolio von Cambridge Analytica

Ein Reporter des britischen Senders Channel 4 hatte sich als Vertreter eines potenziellen reichen Kunden ausgegeben, der mithilfe von Cambridge Analytica für den Erfolg mehrerer Kandidaten bei einer Wahl in Sri Lanka sorgen wolle.

Vor versteckt laufender Kamera antwortete Nix laut dem Channel-4-Bericht auf die Frage nach der Möglichkeit, negative Informationen über politische Gegner zu beschaffen, seine Firma könne „Mädchen zum Haus des Kandidaten schicken“.

Ukrainerinnen seien „sehr schön, ich finde, das funktioniert sehr gut“. Eine weitere erfolgversprechende Vorgehensweise sei es, einem Kandidaten viel Geld für seinen Wahlkampf anzubieten, zum Beispiel mit Land als Gegenleistung – und das ganze auf Video aufzunehmen und später zu veröffentlichen.

Beim Datenlieferanten Facebook wurde verlogen reagiert

Cambridge Analytica – die ganze GeschichteFacebook zeigte sich in seiner Stellungnahme von gestern „schockiert“ über den Missbrauch seiner Daten durch die Firma Cambridge Analytica. Das britische Unternehmen habe mit der Weitergabe der Daten gegen die Bestimmungen des Sozialen Netzwerks verstoßen, hieß es in einer entsprechenden Erklärung.

Facebook wolle „alle erforderlichen Schritte unternehmen“, um die Informationen der Menschen zu schützen. Das klingt alles so, als versuche die juristische KI des Hauses Facebook hier Schadensbegrenzung zu betreiben.

Maximalstrafe inzwischen bei 2 Billionen Dollar

Aber inzwischen redet man über mehr als 50 Millionen Facebook-Profile, die von der illegalen Auswertung betroffen waren, was die Maximalstrafe auf satte 2 Billionen (keine amerikanischen, sondern echte Billionen) Dollar hochtreibt. Das entspricht fast den deutschen Staatsschulden – und dafür reicht dann auch bei Facebook die Portokasse sicher nicht mehr aus.

Um nicht weiter mit in den Strudel gerissen zu werden, hatte Facebook Cambridge Analytica schon am Wochenende ausgesperrt. Die New York Times berichtet, dass der in Fachkreisen angesehene Sicherheitschef Alex Stamos Facebook jetzt verlassen wolle.

Stamos habe sich immer dafür eingesetzt, offener über die russische Einmischung in den US-Präsidentenwahlkampf 2016 zu informieren, sei aber von anderen Facebook-Managern regelrecht abgebügelt worden, schreibt die Zeitung. Stamos habe schon im Sommer 2016 erste Untersuchungen eingeleitet und im November klare Hinweise auf die Einmischung aus Russland gehabt.

Transparenz geht anders

Nach dem Bericht der New York Times habe die Firmenführung aber damit gezögert, die Informationen öffentlich zu machen. Erst nach Untersuchungen im US-Kongress räumte das Online-Netzwerk dann schrittweise ein, dass 150 Millionen Nutzer von Facebook und Instagram mit politischer Propaganda aus Russland in Berührung gekommen sein dürften.

Wer bei Facebook & Co. bleibt, dem ist nicht mehr zu helfen

So gehen also IT-Milliardäre wie Marc Zuckerberg und sein Facebook mit den Daten ihrer Benutzer um: Sie machen sie bei Despoten, die die Herrschaft in ihren Ländern (bzw. bei Trump die Weltherrschaft) anstreben, zu Geld und lassen sich dann später aus der Staatskasse der früher mal demokratischen Länder bezahlen.

Schwiegersohn Jared Kushner und Rechtsaußen Steve Bannon wussten schon, was sie taten, als sie Cambridge Analytica für den Trump-Wahlkampf verpflichteten, die Demokratie im mächtigsten Land der Welt mit Facebook-Daten zu unterlaufen.

Wobei ich davon überzeugt bin, dass die Variante mit den „Mädchen“ bei Donald Trump auch hervorragend funktioniert hätte, wenn es darum gegangen wäre, ihn verlieren zu lassen…


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