Burberry schreddert 38 Mio. Dollar.

Burberry schreddert 38 Mio. Dollar.

„Macht kaputt was euch kaputt macht!" forderte Rio Reiser 1970 mit seiner Band Ton Steine Scherben. Nun wird diese Losung offenbar zunehmend von der Luxusgüterindustrie aufgegriffen (die vor 50 Jahren im heutigen Ausmaß noch nicht existierte und deren heutige Manager seinerzeit vielleicht der Punk-Bewegung angehört haben mochten).

Wie Medien aktuell vermelden, hat das britische Traditionslabel Burberry jüngst Waren im Wert von 38 Millionen Dollar vernichtet. Dies, um Überhänge aus den Kollektionen nicht reduziert zu verkaufen oder an Aufkäufer abgeben zu müssen, die die Marke dann über den Graumarkt verramschen. So wird vernichtet, was kurz zuvor noch medial gehypet wurde. Laufstege und Läden brauchen regelmäßig neues Futter, nichts ist scheinbar so vergangen wie die Mode von gestern. Erstaunlicherweise auch bei Burberry, das einst für absolut zeitlose, hochwertige Bekleidungsklassiker stand. Mit dem Vernichtungsgebahren zerstört die Marke auch ihr Andenken, den Vintage-Markt, der in 20 Jahren vergeblich nach Kult-Teilen aus den 2010er-Jahren suchen wird.

Nun gut, in Zeiten, in denen ein durchschnittliches, 60jähriges Luxuskunden-Pärchen rund 200.000 Euro beim Shopping- oder Restaurantbesuch direkt bei sich trägt (Tesla X in Vollausstattung, der Rest bestehend aus Uhren, Schmuck, Taschen, Kleidung... hm, vielleicht sind es auch mal locker 50.000 Euro mehr...), in Zeiten, in denen ER Balenciaga-Sweater, Basecap und limitierte Sneakers trägt („Streetwear" ist der einzige Wachstumsbereich der klassischen Labels!) und SIE von ihm Schönheits-OP's bezahlt bekommt, die „teurer sind, als die Einrichtung des Oval Office", in diesen Zeiten sind 38 Millionen Dollar weltweit einfach mal nix.

Leider bleibt in den Medien unklar, ob die 38 Millionen bei Burberry den Wa(h)renwert, also die Herstellungskosten der Produkte, beziffern oder deren Verkaufspreis. Denn die Marge der Luxus-Bekleidungsindustrie bedient ja bekanntlich in erster Linie das Marketing. Da ist eine Pressemeldung ein vergleichsweise günstiges Tool, um sich international ins Gespräch zu bringen. Und, mal ehrlich, hätte Burberry 38 Milliarden statt Millionen an Schreddervolumen vermeldet - wirklich gewundert hätte es uns wohl auch nicht.

Rio braucht es glücklicherweise nicht mehr zu erleben.

(Foto: Wikimedia Commons)


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