Bundesverwaltungsgericht verweigert Imker Schutz vor genmanipulierter Verunreinigung ihres Honigs

Erstellt am 28. Oktober 2013 von Lux
Bundesdeutsche Richter fällen bekanntlich ihre Urteile "Im Namen des Volkes".
Allerdings ist bisweilen nicht bekannt, welches Volk sie damit meinen. Denn das Volk der Deutschen ist es dann definitiv nicht.
Und weil bundesdeutsche Richter sich gewöhnlich als die Weisesten unter den Weisen verstehen, darf ihre Urteilskraft vom Volk, in dessen Namen sie angeblich weissagen, nicht angezweifelt werden*. Besonders dann nicht, wenn sie ihre Weisheit in höchstrichterlicher Instanz zum Wohle all der Laien versprühen.
Doch kommen wir zu unserem eigentlichen Thema.
Die "Götter in der Robe" am Bundesverwaltungsolymp zu Leipzig hatten dieser Tage zu entscheiden, ob "bayerische Imker einen Anspruch auf staatlichen Schutz gegen eine Honig-Verunreinigung durch gentechnisch veränderte Pflanzen" haben oder nicht.
Zuvor, im März 2012, hatten die etwas geringeren Götter am Bayerischen Verwaltungsgerichtshof entschieden, dass Imker selbst dafür zu sorgen haben, dass keine gentechnisch veränderten Pollen in den Honig gelangen. Wie sie das anstellen sollen ohne ihren Beruf aufzugeben, wurde nicht gesagt.
Das wollten sich jedoch die Imker und ihre vielen Unterstützer nicht gefallen lassen. Deshalb scheuten sie in dem bereits Jahre währenden Streit keine weiteren Kosten und wendeten sich an die höheren Götter im Bundesverwaltungsolymp.
Diese bestätigten nun in höchstrichterlicher Weisheit - und "Im Namen des Volkes" - dass das Volk nichts zu melden hat.
Imker Karl-Heinz Bablok, Foto: BR
Der Imker Karl-Heinz Bablok bezeichnete das Urteil als äußerst deprimierend. Imker und Verbraucher hätten juristisch verloren. Zudem müssen die Imker garantieren, dass ihr Honig frei von genmanipulierten Pollen sei. Sie sind gezwungen, teure Untersuchungen durchführen zu lassen.
Der €uropäische Gerichtshof hatte zuvor auf Veranlaßung von Imker Bablok beschlossen, dass Honig frei von genmanipulierten Pollen sein muss. In den Medien wird das als ein Etappensieg dargestellt. Was man allerdings auch anders sehen kann, da sich dieser Beschluß nicht in vollem Umfang gegen die Verursacher von genmanipulierten Pollen, nämlich Monsanto, Bayer & Co., richtet, sondern gegen die Imker.
Solange der Anbau genmanipulierter Pflanzen erlaubt ist, wird es dieses Problem geben.
Ebenso gut hätten sie auch beschliessen können, dass Hauseigentümer dafür zu sorgen hätten, dass es im Winter nicht schneit.
Jedenfalls kann man dem Imker Bablok und seinen Unterstützern nur dankbar sein. Sie sind Helden des Alltags, die in unser aller Interesse kämpfen.