Bundestagsreden gegen Kristina Schröder

bundestag-bmfsfj-haushaltsdebatte-2011-1Wie nicht anders zu erwarten war, wurde das Interview von Bundesfrauenministerin Kristina Schröder immer wieder in den Redebeiträgen negativ erwähnt. Manchmal rutschten einige Frauen der Opposition ins lächerliche ab.

Da Frau Humme von der SPD in letzter Zeit auf Abgeordne­tenwatch öfters zum Thema Männerbe­nachteiligung befragt wurde, stelle ich einige Absätze aus ihrem Vortrag hier ein. 3 relevante Sätze hebe ich hervor:

Mit ihrer (Anm: Kristina Schröder) Parole „Jetzt sind Männer dran“ schüttet sie Öl ins Feuer. Sie verstärkt alte Ressentiments und Vorurteile und spielt Männer gegen Frauen aus.

Die Frauenbewegung macht seit 40 Jahren nichts anders, nämlich Männer und Frauen spalten. Solange sich die Politik aber nur um Frauen drehte und wie man Vergünstigungen für diese beschafft, war alles rechtens. Jetzt bemerkt doch tatsächlich mal ein Minister pardon Ministerin, das Jungen und Männer benachteiligt sind und schon laufen etliche Frauen und insbesondere Politikerinnen Sturm aus lauter Angst, das sich nicht mehr alles um sie dreht. Frau Humme lügt sogar in einer Pressemitteilung und behauptet, das im GG § 3, Abs. 2 etwas von Gleichstellung stehen würde, statt Gleichberechtigung hier.

Wer aber so dumm ist und beides nicht auseinander halten kann, dem ist eh nicht mehr zu helfen. Im Anschluss an die beiden o.g. Sätze sagt Frau Humme noch:

Das haben wir mit Gender Mainstreaming nicht gemeint.

Was Frau Humme damit meint, geht aus ihrer Rede nicht direkt hervor. Trotzdem wissen wir allerdings, was sie bzw. die SPD meint, nämlich Frauenförderung, Frauenförderung und nochmals Frauenförderung.

Sämtliche Reden zum Thema Chancengleichheit von Frauen und Männer wurden aus dem über 100-seitigen Plenarprotokoll kopiert und als PDF (15 Seiten) eingestellt hier. Das Originalprotokoll des Bundestages ist im PDF-Dokument verlinkt.

Plenarprotokoll 17/72 • Deutscher Bundestag • Stenografischer Bericht
72 Sitzung • Berlin, Freitag, den 12. November 2010

Liste der Redner:

Dorothee Bär (CDU/CSU) • Christel Humme (SPD)Nicole Bracht-Bendt (FDP)
Cornelia Möhring (Die Linke) • Monika Lazar (Bündnis 90/Die Grünen)
Elisabeth Winkelmeier-Becker (CDU/CSU) • Caren Marks (SPD)
Nadine Schön (St. Wendel) (CDU/CSU)

Christel Humme (SPD):

In einem Interview ist diese Woche von der Frauenministerin etwas Erstaunli­ches zu lesen. Sie sagt darin, sie halte von Feminismus nichts, gibt aber gleichzeitig zu, dass es ohne den Feminismus keine Frauenministerin Schröder gäbe.

(Zuruf von der SPD: Hört! Hört!)

Herzlichen Glückwunsch, Frau Ministerin. Sie ist heute Nachmittag nicht anwesend; ich weiß nicht, wo sie ist. Errungenschaften in Anspruch zu nehmen, aber kein Wort der Würdigung der Erfolge einer breiten Frauenbe­wegung: Ich denke, das ist ein Armutszeugnis für eine Frauenministerin. Die Ministerin hat Politik- und Sozialwissenschaften studiert, wie man nachlesen kann,

(Elke Ferner [SPD]: Das hat aber nicht geholfen!)

aber das Kapitel politische Frauenbewegung offensichtlich überschlagen oder den Begriff des Feminismus falsch verstanden. Darum gestatten Sie mir, eine kleine Nachhilfe zu geben und etwas zu zitieren, das man in jedem Lexikon nachlesen kann: Feminismus bezeichnet den Einsatz und das Engagement für die soziale, politische und ökonomische Gleichstellung der Frauen und das mit dem Ziel der Befreiung aus Rollenzwängen und Stereotypen. Das passt auch gut zu Ihrer Rede, Frau Bär. In diesem Sinne sind wir alle – nicht nur die Frauen in der SPD – Feministen und Feministinnen.

Wir sind stolz auf eine Frauenbewegung, die viel verbessert hat, und zwar sowohl für Frauen als auch für Männer. Die klassische Rollenverteilung gibt es leider noch, aber wir stellen fest, dass sie bröckelt. Immer mehr Männer wollen Familienarbeit übernehmen. Auch das ist Ergebnis des von der Ministerin so gescholtenen Feminismus. Frauen streben nach ökonomischer Unabhängigkeit und möchten die gleichen Berufschancen wie die Männer.

Diese gewünschte Partnerschaftlichkeit und die Gleichstellung in Familie und Beruf zu unterstützen wäre die Aufgabe der Familien- und Frauenministerin.

WikiMANNia: SPD • Kosten der Frauenförderung


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