Bulgarien 2010: Die meisten hatten falsch kalkuliert

Von Peter Broell
Ladies & Gentlemen,
gestern, 3. Oktober 2010, machte ich folgendes Foto: Das computergenerierte Bild zeigt ein aufwändiges Immobilien-Projekt an der Goldküste in der Nähe von Varna, Bulgarien. Ich habe auf der Straße, unmittelbar vor einem noch in Bau befindlichen Gebäude, einen am Zaun befestigten Digitalen Druck fotografiert.

Zeitgemäße, mutige Architektur! Kühn, die zeltartig geschwungene Fensterfront! Wer würde nicht gerne in diesem Prachtbau (in allerbester Lage mit Meerblick) eine elegante Residenz besitzen? - Doch das ist Träumerei...
Denn so sieht die Wirklichkeit aus! Alle Baukräne verschwunden. Die grünen Planen, längst vom Wind zerschlissen, geben ein trauriges Bild der derzeitigen Situation ab. "APARTMENTS FOR SALE", heißt es an allen Ecken und Enden. Aber wer will schon gutes Geld in ein Projekt investieren, bei dem nie und nimmer absehbar ist, ob dieses je vollendet werden kann.

In der Boomzeit, etwa 2005, schossen in dieser Region ehrgeizige Immobilienprojekte wie Pilze nach dem warmen Regen aus dem Boden. Heute bietet sich ein meist trostloses Bild.
So gesehen, hat die Wirtschaftskrise eine gewaltige Immobilienkrise an der Goldküste am Schwarzen Meer ausgelöst. Spekulanten haben sich schrecklich verzockt, - wie auch in Spanien und in Teilen Portugals.
Es gibt aber auch Schönes zu zeigen:

Dieses Bild gelang mir - nur 2 Minuten zu Fuß von der oben erwähnten Bauruine entfernt: Das Schwarze Meer, gestern wild rauschend, bei hohem Wellengang. --- Peter Broell