Bühne frei für “Die Angelones”-LeserInnen: Von Imkern und Bienen

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Brutwaben: Zentrum jedes Bienenstockes und Nest für die Eier der Königin

Mein Gottikind und ihr Papa haben seit einiger Zeit ein interessantes Hobby: Der Vater ist unter die Bienenzüchter gegangen und die kleine Tochter hilft ganz motiviert und so gut sie kann mit! Es ist so spannend und mitreissend, was die beiden erzählen, dass ich mehr über das Imkern wissen wollte und nun gerne diesen Beitrag über das Bienenthema schreibe.

Die beiden sind jetzt Herrscher über ganze Völker – Bienenvölker! Zur Zeit haben sie total 8 Bienenstöcke mit je durchschnittlich 30’000 Bienen. In ihrem Bienenhäuschen hätten gar 23 Stöcke Platz – Wow!

Ganz spannend findet mein Gottikind die Bienen, weil sie so unglaublich arbeitsam sind und kaum schlafen und so richtige “Busy Bees” sind. Um Honig zu machen, müssen die Bienen wahnsinnig fleissig sein. Eine Biene braucht unfassbare 75‘000 Flugkilometer um ein 500 Gramm Honigglas zu füllen. Sie müsste also fast zweimal die Erde umkreisen!

Ebenso findet das Mädchen es toll, wie die Bienen aus Blumennektar Honig «zaubern». Für den Honig fliegen die Bienen emsig von Blume zu Blume und saugen den süssen Nektar aus der Blüte. Den verwandeln sie im Magen dann zu Honig. Zurück beim Stock spucken sie den Honig in eine Wabe. Die Brutwaben sind das Zentrum jedes Bienenstockes. Auf ihr legt die Königin ihre Eier.

Auf den Brutwaben gedeiht und lebt das Volk, ebenfalls auf den Waben gibt es die Honigwaben. Dort lagern die fleissigen Bienen den Honig ein. Wenn die Honigwaben voll und verdeckelt sind (weisser Bereich auf der Wabe), kann der Imker den Honig ernten.

Bienen sind einfach grossartige Insekten. Dank ihnen wir der Kreislauf der Natur gewährleistet: Blumen blühen, Bienen sammeln Nektar und gleichzeitig transportieren sie Pollen von Pflanze zu Pflanze, Früchte und Blumen werden bestäubt, Früchte wachsen, Tiere und Menschen können sich dadurch ernähren. Alles ergibt ein tolles Ensemble und muss einfach weiterhin funktionieren. Dazu braucht es ganz klar auch die Imker. Ohne Bienen und ohne das Bestäuben gäbe es viel weniger Früchte.

Ohne Imker könnten Bienen kaum mehr überleben. Denn neben dem Klimawandel, welcher Veränderungen der Pflanzenblütenzeit zur Folge hat, den Milben (Varroamilben) die ganze Bienenvölker ausrotten können, den Pestiziden und den Monokulturen in der Landwirtschaft (grosse Felder mit nur einer Pflanzenart) ist es nicht einfach, eine Biene zu sein.

Der Papa meines Göttikindes durfte von einem pensionierten Imker ein tolles Bienenhäuschen kaufen. Dazu haben sie zwei Bienenvölker bekommen. Doch Mann/Frau darf nicht einfach so imkern: Damit die Bienen gut gepflegt und versorgt werden, muss eine Imkerausbildung besucht werden. Diese dauert 2 Jahre (Theorie und Praxis). Der Rest ist alles Learning by Doing.

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Der Innenraum eines Bienenhäuschens

Ich wollte wissen, wie man denn so zu einem Hobby kommt? Wie viele andere Menschen auch erlebte der Vater meines Göttikindes bereits als kleiner Junge die Bienen und den Honig, den übrigens bereits die Ägypter als Medizin eingesetzt haben, als sehr positiv. Ebenfalls hat ihn der Film More than Honey von Markus Imhoof vor einigen Jahren besonders gepackt und in seiner Entscheidung bestärkt, etwas für die Bienen machen zu wollen.

Als er jetzt Jahre später die Bienen «erben» durfte, kam für ihn der Stein endlich ins Rollen und er hat sich direkt für den Imkerkurs angemeldet. Die nie erloschene Leidenschaft kann sich jetzt voll entfalten!

Ein neuer Trend ist das “Urban Beekeeping”, also das Imkern in der Stadt! Den Honigbienen behagt der urbane Lebensraum. Gegenüber ländlichen Gebieten bietet die Stadt eine grössere Blütenvielfalt. Zudem sind die städtischen Pflanzen nicht mit Pestiziden belastet, was sich positiv auf die Honigproduktion auswirkt.

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Der Rauch dient der Beruhigung der Bienen!

Wer imkert, weiss, dass er eine grosse Verantwortung trägt. Ausserdem ist es ein aufwendiges und kostspieliges Hobby. Aber die Faszination des Züchtens und Beobachtens dieser Völker hat ihn einfach gepackt.

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Die Wabenaufhängevorrichtung: Zwischenlager zur Kontrolle der Völker

Bienen bilden – ähnlich wie Ameisen – Staaten. Sie bauen aus Waben, die aus Bienenwachs bestehen, einen Bienenstock, in denen sich die Larven entwickeln und Vorräte (Honig, Nektar und Pollen) aufbewahrt werden. Die Waben sind ganz gleichmässig sechseckig gebaut und sehr stabil. In einem Bienenstaat leben drei verschiedene Bienenarten: Eine Königin, Drohnen und Arbeiterinnen.

Das Familienoberhaupt jedes Volkes ist die Königin, ohne sie läuft nichts. Sie dirigiert das ganze Volk und entscheidet, wer wann was zu tun hat. Die Übermutter kann pro Tag 2000-3000 Eier legen. Ihre Lebensdauer ist ca. drei Jahre. Arbeiterinnen kümmern sich im Bienen-Staat um die Nahrung, den Bau der Waben und sie ziehen die Larven gross.

Und da gibt es noch die Drohnen, das sind die männlichen Bienen. Drohnen haben nur eine einzige Aufgabe: sich in der Zeit zwischen April und Juli mit der Königin zu paaren.

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Landeplatz und Zugangstor für die Bienenvölker

Vor allem, weil Bienen auch unsere Nutzpflanzen bestäuben, sind sie wichtig für die Landwirtschaft. Schon in der Antike haben Imker deswegen Bienen als “Nutztiere” gehalten.

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Eigentlich würden die Bienen den Honig als Wintervorrat brauchen. Wenn der Imker einen Teil des Honigs geerntet hat, gibt er ihnen aber Zuckerwasser zum Einlagern zurück, das mindestens genauso gut schmeckt und für die Bienen auch viel besser verdaulich ist.

Mehr als nur Honig

Neben Honig produzieren die Bienen noch weitere nützliche Dinge:

  • Bienenwachs: Er wird benutzt in Kosmetik, Körperpflegeartikeln, Pharmazeutika, Polituren und Kerzen.
  • Propolis: Es wird benutzt als ein Heilmittel und Nahrungsmittelergänzung. Manchmal wird er als ‘bee glue’ bezeichnet.
  • Bienen-Pollen: Bienen-Pollen wird als eine Nahrungsmittelergänzung benutzt
  • Gelee Royal: Es ist die einzige Quelle von Nahrung für die Bienenkönigin während ihres ganzen Lebens. Da das Gelee Royal die Biene dazu befähigt eine Königin zu werden.
  • Bienegift: Medizinische Verwendung zur Hyposensibilisierung gegen Insektengiftallergie oder Bestandteil von Präparaten gegen Rheuma, Ischias, Hexenschuss, Sportverletzungen, Kälteschäden und so weiter. Apitoxin wird in jüngster Zeit prominent in der Anti-Aging-Branche als natürliche Alternative zu Botox eingesetzt.

Wie können wir den fleissigen Bienen helfen?

Mein Göttikind und ihr Vater möchten etwas für die Natur und die Bienen tun. Deshalb engagieren sie sich nun für die Bienen. Auf ihrer Webseite erfährt ihr mehr zu ihrem Engagement!

Auch ihr könnt etwas für die Bienen tun und diese fleissigen Tiere auf vielfältige Weise unterstützen: Zum Beispiel, indem man für etwas mehr Biodiversität auf dem eigenen Balkon oder im Garten sorgt. Denn Bienen lieben Abwechslung.

  • Berücksichtigt Regionale Imker bzw. Honigproduzenten: Die Kosten für die Bienenstöcke und die Imkerei sind nicht gering. Es ist ein teures Hobby und bringt je nach Saison und Jahr mehr oder weniger Honig. Also unterstützen wir gerne auch unsere regionalen Honigproduzenten und unterstützen damit auch die Bienen.
  • Einheimische Wildpflanzen anbieten: Bienen brauchen ein gutes Nahrungsangebot, damit sie genug Pollen und Nektar sammeln können. Vorallem auch im Sommer. Auf kleinen Flächen ist vieles möglich.
  • Verschiedene Blütezeiten: Damit Bienen immer Nahrung finden, ist ein konstantes Angebot an blühenden Pflanzen durch das ganze Jahr ideal.
  • Künstliche Nisthilfe: Immer beliebter werden Wildbienen-Häuser für hohlraumbewohnende Arten. Hier kann man gerade mit Kindern sehr gut Wildbienen beobachten. Künstliche Nisthilfen kann man kaufen oder mit Gartenmaterialien selber basteln. Sie funktionieren nur, wenn den Bienen rundum passende Nahrung angeboten wird.
  • Patenschaften für Bienenvölker: Ich habe mit der Familie zusammen eine Patenschaft für ein Bienenvolk übernommen. Die Bienen werden fremdbetreut und ihr seid quasi «Götti/Gotti» von den Bienen. Informiert euch, es gibt sicher auch Möglichkeiten bei euch in der Nähe. «Meine» Bienen sind von hier!
  • Keine Düngemittel: Benutzt wenn möglich kein Gift oder Unkrautvernichter im Garten -die Bienen werden es euch danken.

Weitere tolle Engagements für die Bienen in der Schweiz

  • Wer wusste das? Das Hotel Schweizerhof in Bern ist auch ein Bienen-Hotel! Auf seinem Dach wird nämlich Honig produziert!
  • Die Imkerei ist eines von sieben von der Coop-Bienenkampagne unterstützten Projekte. Gemeinsam mit den Partnern Bio Suisse, Biotta, Ramseier, Ricola und Weleda hat Coop eine Kampagne ins Leben gerufen, um sich für den Schutz der Lebensräume der Bienen sowie für Jung-imkerprojekte einzusetzen.
  • Mit Bienen-Engagements vieler Schülerinnen und Schüler sowie Lehrpersonen entstanden in der ganzen Schweiz Kräutergärten, Biotope und Wildbienennistplätze.
  • Die gemeinnützige Organisation wildBee engagiert sich für die über 600 Arten von Wildbienen in der Schweiz. wildBee nimmt Kinder und Erwachsene auf die spannende Entdeckungsreise zu den wichtigen Bestäubern und bietet vielfältige Bildungsangebote, Informationen, Anleitungen und Infofilme.
  • Das Imkerteam von Kleiner Imker ermöglicht Jugendlichen, sich mit der Haltung von Bienen vertraut zu machen, und vermittelt Informationen zur Biodiversität.
  • Das Bündner Jungimkerprojekt Flugschnaisa führt Schüler in die Imkerei ein und bringt ihnen den verantwortungsbewussten Umgang mit der Natur näher.
  • Bienen fürs Schulzimmer: Kinder und Jugendliche vom Bienenclub betreiben eine Bio-Imkerei und erlernen so das Imkerhandwerk in allen Facetten.
  • Der Verein Bienenschule sensibilisiert Kinder und interessierte Erwachsene über die Notwendigkeit der natürlichen Kreisläufe.

Bienenhonig in der Küche

Statt Zucker verwenden wir ab und zu fürs Kochen oder manchmal auch zum Backen gerne auch einmal Honig. Er ist in der Konsistenz toll: so schön cremig, ideal zum verrühren oder wärmen und er schmeckt uns einfach. Der Honig ist je nach Sorte auch anders im Geschmack und ist gesund (Achtung, für Kinder erst ab ca. 1 Jahr, nicht vorher).

Den richtig feinen, erstklassigen, regionalen Honig versuche ich oft nicht zu «heiss» aufzubereiten. Honig sollte nach Möglichkeit nicht über 40ºC erwärmt werden. Vereinfacht gesagt, gilt: Umso stärker Honig erwärmt wird, desto mehr seiner positiven Eigenschaften verliert er. Bei einer Erwärmung bis zu 40ºC sind nur geringfügige Qualitätsverluste nachweisbar. Ab 40ºC jedoch, verliert er viele seiner positiven Eigenschaften, so, dass er nahezu nichts Anderes bleibt als ein Süssungsmittel.

Honig enthält viele wärmeempfindliche Inhaltsstoffe, die hohen Temperaturen nicht standhalten und zerstört werden. Mit ihrer Schädigung schwinden auch die gesunden Eigenschaften des Honigs. Aaaber der Honiggeschmack bleibt natürlich immer bestehen!

Ich hab für Euch hier auch gleich das Lieblingshoniggetränk von meinem Gottikind gepostet: «Kinder-Switchel». Das Erwachsenen-Originalrezept würde mit Apfelessig angerührt werden und ist ein amerikanisches Trendgetränk (mit oder ohne Alkohol).

Wir mögen es stattdessen mit Apfelsaft/Apfelmost (z.b. Bio-Naturtrüb), damit es weniger schärfe hat. Ihr könntet auch alkoholfreien Apfelwein nehmen. Up to you! Kinder-Switchel schmeckt einfach vorzüglich!

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Kinder-Switchel: Löscht den Durst einfach perfekt

Kinder-Switchel (Rezept für 4 Portionen)

  • 1 Liter Wasser
  • 3 cm Ingwer (gerschält, fein gerieben)
  • 125 ml Apfelmost
  • 50 ml Honig

Für den Kinder-Switchel alle Zutaten vermischen und über Nacht in den Kühlschrank stellen. Ihr könnt danach alles durch ein Sieb giessen oder es auch mit den Ingwerstücklein trinken. Ganz wie ihr mögt. Der Switchel gekühlt servieren.

Tipp: Switchel kann zusätzlich oder nur mit Ahornsirup gesüsst werden (vegane Variante). Wer möchte, kann auch ein wenig Limetten-oder Zitronensaft dazu giessen.

Viel Spass!

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Patrizia ist Mutter, Bloggerin, Bernerin, Product Designerin, Köchin, Bäckerin, Krankenschwester, Arbeitskollegin und leidenschaftliche PEZ-Sammlerin :) Sie ist der Meinung, dass die Ernährung etwas Wesentliches ist und ist überzeugt, dass Spass an gesundem Essen lernbar ist. Sie möchte in Sachen Kochen und Ernährung in Bewegung bleiben und auch mal aus der Reihe tanzen. Auf ihrem Blog ZigZagFood findet ihr deshalb nicht nur familienfreundliche Rezepte, sondern auch DYI Tipps für das Familienleben,  Freizeittipps mit Kids in und rund um Bern und DYI-Ideen.

Und hier findet ihr die bisher publizierten Beiträge der Bühne frei-Rubrik:


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