Broken Bells: Softdrink Sounds

Broken Bells: Softdrink SoundsBroken Bells
„After The Disco“

(Smi Col/Sony)
Wer sich fragt, warum Coca Cola so ein großes Bohei um die geheimnisvolle Rezeptur seines Erfrischungsgetränks macht, der hat sie wahrscheinlich noch nicht getrunken – was seltsam genug ist. Ähnlich nachgefragt dürfte auch das Patent für perfekt abgemischte Popmusik sein, mit der man genügend potente Käufer zum Kauf gelochter Silberscheiben oder zu legalem Download formatierter Datensätze bewegen kann – Abba hatten ein Dauerabo, Mark Ronson und Guy Chambers dürfen als verlässliche Ratgeber gelten. Und auch Brian Burton alias Danger Mouse ist ein Mann, dem der “Midas Touch” nachgesagt wird, schließlich schwören die Black Keys und Norah Jones seit Jahren auf seine Dienste und selbst U2 wollen für ihr kommendes Album seinen Sachverstand nutzen.
Als Burton nach Gnarls Barkley 2010 mit den Broken Bells und Shins-Sänger James Mercer um die Ecke kam, ließ das eigentlich nur Gutes hoffen, und tatsächlich war das Debüt der beiden ein kleines, aber feines Popjuwel. Wie das aber nun mal mit Softdrinks so ist – der Zuckergehalt läßt einen nicht selten zurückschrecken. Und gerade die vorliegende Platte der Broken Bells hat so viel vom mäßig gesunden Süßstoff erwischt. Natürlich sind das noch immer wunderschön und oftmals klug arrangierte Stücke, die den beiden da für Tanzbetrieb und Afterhour eingefallen sind, alles perlt und schillert ganz verführerisch und scheint wie gemacht für die Zeit unter der Glitzerkugel. Und für sich genommen geht auch der Schwenk in Richtung Bee Gees bei “Holding On For Life” vollkommen in Ordnung.
Ungut ist allein die Massierung, mit der hier an der blitzeblanken und lieblichen Atmosphäre gearbeitet wurde, mag der Sound auch manchmal ins Psychedelische oder Wavige schwappen. Irgendwie bekommt die geballte gute Laune einen unangenehmen Nachgeschmack, man denkt gerade bei Tracks wie “After The Disco” an die werbewirksamen Kompositionen von Empires Of The Sun und wünscht sich mal einen kräftigen Tritt heraus aus der Tiefenentspannung. Vielleicht auch der Grund, warum einem der Titel “No Matter What You’re Told” so gut gefällt – endlich bratzt mal was, endlich reißt mal wer den Bass ordentlich an, endlich… Davon etwas mehr und die Platte wäre eine perfekte geworden. http://www.brokenbells.com/
29.03.  Zürich, M4Music Festival
30.03.  Berlin, Postbahnhof


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