Brief an den modernen Sklaven

Brief an den modernen Sklaven

Ein Gastbeitrag von Akromath

„Es fühlt sich so toll an, Geld zu verdienen, sich kaufen zu können was man will“, sagst Du. Deine Augen funkeln während sich in Deinem Hirn das Kopfkino abspielt, zusammengesetzt aus Versatzstücken billiger Werbeclips. Die Bedürfnisse, die die Konsumpropaganda bei Dir weckt hältst Du allen Ernstes für Deine eigenen, tiefsten Wünsche. Du hast nicht eine einzige Minute in Deinem Leben dafür aufgewendet zu hinterfragen ob, und wenn ja wie sehr, Du Sklave äußerer Manipulationen bist. Hast Du Dir wirklich Formfleisch gewünscht, bevor es Dir jemand vorgesetzt hat und gesagt hat „Hier, Friss!“?

 

Meist schläfst Du, Sklave. Besonders geschickt und aufgeweckt bist Du aber, was den Schutz Deiner heilen Zuckerguss-Welt angeht. Denn dass Dein Weltbild immer wieder in Frage gestellt wird, kann die große Bespaßungsmaschine in der Dein Kopf steckt noch nicht verhindern. Geifernd erkennst Du vom Spinner bis hin zum Extremisten all das Böse, Schlechte und Verachtenswerte in den Freien. Das Falsche, Gefährliche gar muss immer außerhalb von Dir selbst liegen, nur so schaffst Du es all diese stumpfsinnigen und banalen Lügen, die für Dich Wahrheiten sind, nicht in Frage stellen zu müssen. Manipulativ und propagandistisch sind immer nur die, die Dich wachrütteln wollen. Niemals die, die Dich in Deinen Konsum- und Arbeitssklavenschlaf singen.

Geld, Geld, Geld, in Deiner Welt erarbeitet man Geld. Du sagst immer Sätze wie „Für das Geld habe ich gearbeitet“ oder „Arbeit ist nur wofür man Geld bekommt“.

Du verstehst nicht im Geringsten wie all das um Dich herum überhaupt funktioniert, Du verstehst nicht, dass Werte das Ergebnis von Arbeit sind, nicht Geld, und Du versteht auch nicht, dass Geld nur das Tauschmittel für diese Werte sein sollte. Für Dich ist Geld ein Wert an sich. Und Du fragst Dich nicht einmal warum das so ist.

Du verstehst auch nicht, wie ungerecht das Bezahlsystem ist, Du weißt nicht, dass bei all dem etwas nicht stimmt, und wenn doch, dann willst Du es nicht glauben; willst nicht glauben, dass Du nur eine Arbeitskraft bist, die man tagtäglich um einen großen Teil seiner Früchte beraubt. Du bist wie ein Esel, der nicht weiß, dass er einen schweren Karren zieht, einzig und allein deshalb, weil er sich niemals die Mühe gemacht hat stehen zu bleiben und den Kopf zu wenden. Du siehst Dich ja so gerne auf der Seite der Gewinner, da sind Scheuklappen sehr hilfreich.

Und dann gibt es ja noch die vielen, kleinen funkelnden Perlen, von denen Dir die Werbung verkündet, dass Du glücklich bist, wenn Du sie in Deinen Händen hältst. Merkst Du nicht wie simpel das alles ist, wie stumpf?

Du verkündest in Gesprächen mit Deinesgleichen auch gerne, dass all die, die bei diesem Unsinn nicht mitmachen „auf Kosten der Allgemeinheit leben“, denn Du siehst einfach nicht, dass es schon einen riesigen Kuchen gibt, und dass Jeder ein natürliches Anrecht an einem Stück dieses Kuchens hat. Du siehst nicht, dass wir im Laufe der Geschichte Technologien entwickelt haben, Du siehst nicht all die Ressourcen, die eigentlich allen gehören sollten. Du siehst nicht all das Wissen, dass wir in den letzten Jahrhunderten zusammengetragen haben – wie könntest Du auch – und Du schaffst es sogar Tag für Tag an unzähligen Häusern, an Firmen und Fabriken vorbeizulaufen und findest es ganz normal, dass nur Wenige das Meiste von dem in ihren Händen halten während der Rest für ein paar Brosamen malocht.

Du sollst all das glauben, denn nur so bist Du als Sklave zu gebrauchen. Du sollst all jene hassen und verachten, die diese simplen Taschenspielertricks durchschaut haben. Du sollst denken, Du wärst auf dem richtigen Weg, während all die anderen, die im Widerspruch zu Deinem Leben stehen nutzlose Idioten sind. Du sollst genau das glauben, ganz so wie der gehirngewaschene Soldat den Krieg, in dem er sich letztlich zusammenschießen lässt, für sinnvoll oder gar gerecht hält

Du bist ein kleiner Soldat des Systems und über die, die die Uniform abgelegt haben denkst Du: Was sie tun muss nutzlos sein, denn schließlich bezahlt niemand ihre Arbeit und wert ist eben nur das, wofür andere Geld zahlen. Und außerdem wird es doch immer Krieg geben. Also braucht man auch eine Uniform.

Das Mitleid mit Dir ist es, das die Freien dazu bringt Dich immer wieder wachzurütteln, Dir mit Hilfe des Wortes, der Musik, der Kunst, der Philosophie und vielem mehr Hinweise zu geben. Sie zeigen Dir, dass da etwas nicht stimmt in Dir, dass Du einige wichtige Fragezeichen übersehen hast. Wir wollen Dir nicht einmal Antworten geben, wie wollen lediglich, dass Du endlich beginnst Deine Fragen zu stellen.

Dass Du mit Verachtung auf all das antworten musst ist Teil Deines Seins. Du bist ein Sklave, der seine eigenen Ketten schmiedet und wenn ein Kettenglied zu rosten beginnt, bist Du es selbst, der alles wieder in Ordnung bringt.

Es ist manchmal sehr ernüchternd und deprimierend, Dir bei all dem zuzuschauen. Und wenn die Kette dann wieder schön funkelt und glänzt, rennst Du wie ein aufgescheuchtes Huhn umher und gierst nach Anerkennung und Applaus. „Hab´ ich das nicht gut gemacht? Hab ich, hab ich?“.

Wer weiß, ob Du jemals aufwachen wirst, ob Du all dies überhaupt erkennen kannst. Es mangelte nie an Menschen die Dir all dies zeigen wollten. Es gibt sie, die Freien, die in Solidarität auf Dich warten.

Den Weg der geistigen Gefangenschaft weiter zu gehen, ist Deine eigene Entscheidung, Deine Verantwortung. Wenn Du, Sklave, weiter die Augen vor all dem verschließt, sollte es keine Überraschung für Dich sein, wenn irgendwann, wir Dich verachten.

Aber das ist dann wohl Dein geringstes Problem…

 


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